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Da muss ich erst meinen Mann fragen…

Da muss ich erst meinen Mann fragen
Frauen fragen häufig um Erlaubnis. Ob sie sprechen dürfen, führen dürfen oder sich einen Vibrator anschaffen dürfen. Ein Plädoyer für mehr Selbstermächtigung und Selbstfürsorge – auch beim (Solo-)Sex.

Neulich beim Plausch mit einer Bekannten gab es diesen seltsamen Moment. „Ist dieser Druckwellen-Vibrator wirklich so tolll“, fragt sie mich. „Meine Freundinnen kommen unter einer Minute zum Orgasmus“, sagt sie weiter.

„Ich habe noch einen Original verpackten Womanizer zu Hause. Magst du den haben?“, frage ich.

„Da muss ich erst meinen Mann fragen“, antwortete meine Bekannte.

WAAAAAS?

Ich bin geschockt. „Den Mann fragen?“ Warum? Fragt Dich Dein Mann auch, bevor er sich einen runterholt? Ich habe die Fragen dann doch nicht gestellt. Eigentlich schade. Ich habe sie auch nicht gefragt, was ihr Mann gegen ihren Solo-Sex einzuwenden haben könnte? Stattdessen habe ich mir viele Gedanken über ein wichtiges Thema gemacht: ERLAUBNIS.

Warum ist es selbst in Deutschland im 21. Jahrhundert für viele Frauen noch so schwer ihre Lust ohne Wenn und Aber auszuleben? Sich zu erlauben, sich zu befriedigen? (Das da das Wort FRIEDEN drin steckt, zeigt schon die Wichtigkeit.) Wir wohnen schließlich in einem Land und zu einer Zeit, wo Frauen so viele Freiheiten genießen wie kaum anderswo. Wählen, arbeiten und Auto fahren dürfen. Über ihren Körper und ihre Sexualität entscheiden können und Sex haben können, mit wem, wann und wie oft sie wollen. Auch mit sich selbst.

Solo-Sex ist Selbstfürsorge

Solo-Sex ist Quality Time mit sich selbst: Man spürt seinen Körper, fühlt seine Haut, genießt die Berührung und lässt die Energie fließen. Er erfüllt, tut gut und lässt einen strahlen. Er ist ein Geschenk an sich selbst – genauso wie eine Massage, ein Yoga-Retreat oder ein Museumsbesuch.

Solo-Sex ist ganz anders als mit einer Partner*in. Er steht nicht in Konkurrenz, sondern ist eine Bereicherung! Nicht nur für Singles, sondern auch für diejenigen, die in einer Beziehung leben. Erwiesenermaßen steigert Solo-Sex die Lust – und damit auch die auf andere Menschen.

Der Druckwellenvibrator ist ein interessantes Spielzeug 

Gerade für Frauen, die sich mit einem Orgasmus schwer tun, vielleicht sogar noch nie einen hatte, könnte dieses Gerät eine echte Bereicherung sein und zu völlig neuen, lustvollen Erfahrungen verhelfen.

Doch anscheinend hapert es manchmal noch mit der Erlaubnis und der Selbstermächtigung. Ich kenne das auch von mir selbst: Manchmal fällt es so schwer, mir zu erlauben in meine Kraft zu kommen, meine Wahrheit und meine Wünsche auszusprechen. Da ist die Scham, die Schuld oder die Angst als anstrengend, kompliziert, zu viel, zu wenig oder zu wild angesehen zu werden. 

Sexualität frei ausleben

Mein Trick ist es, mir immer mehr das zu erlauben, was mich glücklich macht; und immer mehr das wegzulassen, was mich nicht glücklich macht. Dafür muss ich ausschließlich mich selbst und nur mich um Erlaubnis bitten.

Mein ganz persönlicher Wunsch: Dass sich immer mehr Frauen erlauben, ihre Sexualität immer freier auszuleben. Dass keine Frau um Erlaubnis bitten muss und stattdessen lustvoll lebt – ob mit einem Partner, einer Partnerin, als Single oder mit einem Spielzeug.

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Die Krux mit dem Loslassen

Für guten Sex muss man loslassen können, heißt es oft. Da kann ich nur lachen. Sobald ich anfange loszulassen, wird’s nur noch lauter in meinem Kopf.

Seine Hände umfassen meine Hüfte, seine Küsse sind warm und weich. Ich will sie genießen. Sie schmecken so verheißungsvoll. Doch stattdessen bemerke ich die Staubschicht auf dem Bücherregal (Notiz im Kopf: Reinigungskraft Bescheid sagen), die Strumpfhose der Tochter, die geflickt werden muss, schiebt sich ins Blickfeld, genauso wie die Tagesdecke, die mal wieder in die Reinigung müsste. 

All diese To Do’s schreien mich an:

Sie schreien: Du kannst nicht loslassen! Erledige mich erst noch! Jetzt!„Schluss jetzt“, denke ich. Dann folgt mein Mantra: „Ich lasse jetzt los!“ Jetzt konzentriere ich mich darauf, nichts zu denken. Doch es ist wie mit einem rosa Elefanten. Je mehr ich nicht an alle die unerledigten Dinge denke will, desto mehr türmen sie sich in meinem Kopf auf. Die Wäsche! Der Geschirrspüler! Das Altpapier! Die Steuer! Und die Briefmarken, die noch gekauft werden wollen! Ich stöhne laut auf. Mein Mann versteht es falsch und zieht mir bereits das Shirt aus der Hose.

Ich fliehe ins Bad

„Ich will doch auch“, denke ich gefrustet. „Das kann doch nicht so schwer sein!“ Ich atme nun tief in mein Becken. Ich habe mal gelesen, das soll für Entspannung sorgen. Dabei zähle ich im Kopf beim Einatmen bis acht und beim Ausatmen auch. Mein Mann zieht mich ins Schlafzimmer. „Er ist schon soweit“, denke ich. Ich bin es noch nicht. Meine Hände sind kalt, meine Füße auch. Mein Kopf produziert nur noch Panikhinweise: „Achtung! Achtung! Lustkurve fällt“. Loslassen, warum klappt es bei mir nicht mit dem sch… loslassen. Zu den To Do’s in meinem Kopf kommen nun Vorwürfe. Ich winde mich aus seiner Umarmung und fliehe ins Badezimmer.

Dort lehne ich mich an die Tür. Ich bin frustriert, müde und genervt von mir selbst. Er ist so sexy, süß und ich habe Lust, aber mein Kopf lässt sich überhaupt nicht ausschalten. Ich wünschte, es gebe einen Knopf oder zumindest eine Pause-Taste für die Birne. Ich wasche mir die Hände und denke nach. Was könnte helfen? Was könnte mir gute Laune machen?

Die rettende Idee

Kurz entschlossen gehe ich ins Wohnzimmer und drehe Musik an. Ich fange an zu tanzen. Erst vorsichtig und unsicher, dann aber mit immer mehr Freude lasse ich die Tanz-Sau raus. Die Arme schweben, die Hüfte kreist, ich fließe von einer Bewegung in die nächste. Im Augenwinkel bemerkte ich, dass er in der Tür steht. Seine Anwesenheit macht mich an. Ich bewege mich sinnlicher, genieße mein exklusives Publikum, fühle mich wild, frei, lasziv und frivol. Mein Mann grinst breit. Ich drehe mich zu ihm und grinse zurück. Ich habe Lust. Lust auf ihn. Ich ziehe ihn heran und nun endlich sind alle To Do’s vergessen. 

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Diese Rituale helfen dir, deine Grenzen beim Sex zu wahren

Wie geht man damit um, wenn Grenzen beim Sex überschritten werden? Gute Frage! Hier zwei nützliche Tipps für Dich.

Vorneweg: Bei „Grenzüberschreitung“ ist weder Missbrauch noch Vergewaltigung gemeint, sondern die alltäglichen Grenzüberschreitungen, die beim Sex passieren können: zu früh, zu viel, zu schnell, zu hart. Kennst Du das? Man hat Sex, bevor man richtig feucht ist oder die Stöße sind so hart, dass es am Venushügel schmerzt? Kleine Verletzungen eben, die passieren, wenn der andere so richtig in Fahrt kommt und dabei ein bisschen die Achtsamkeit vergisst. „Nicht so schlimm“, denken viele Frauen. Doch diese kleinen Verletzungen können dazu führen, dass sich der Kopf einschaltet, man sich womöglich sogar verspannt und den Sex nicht mehr so richtig genießen kann.

Also was tun? Was sagen? Wenn ja, es wie sagen? Schließlich will Frau ja nicht als „Spaßbremse“ gelten. Wie kann man also seine Bedürfnisse anmelden, ohne den Sex zu bremsen, ohne den Partner ständig herumzudirigieren („Weiter rechts“, „Nein, so nicht“) und damit die Stimmung zu killen? Daher verrate ich jetzt zwei sinnvolle Tools, die beim Liebesakt helfen können.

Die Ampel: Rot – Orange – Grün

Ich empfehle gerne die Ampel-Regelung aus dem BDSM (Wikipedia erklärt „BDSM“ so: „Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism“). Gerade bei den „Fifty Shades of Grey“-Spielen kommen die Partner in Bereiche, wo Grenzen noch nicht klar sind und beim Sexspiel gemeinsam erkundet werden. Da hilft die Ampel: Grün steht für „Gefällt mir, mach weiter!“. Mit Orange sagst du, wenn du dir nicht sicher bist. Also: „Mach zwar weiter, aber nicht mehr/härter/schneller“. Das hilft Luft zu holen, reinzufühlen und zu erspüren, was mit dir gerade passiert und ob du die Erfahrung magst. Rot heißt natürlich „Stopp! Sofort aufhören!“.

Diese Ampel kann natürlich auch beim normalen Sex angewendet werden. So kannst du deinem Partner ganz einfach zu verstehen geben, wenn du mehr möchtest (grün), eine Pause brauchst (orange) oder wenn du etwas nicht magst (rot). Du musst nicht in den Kopf wechseln, viel reden, argumentieren oder dich erklären, wodurch ihr garantiert aus dem Spaß rauskommt. Sondern du fühlst, was es jetzt für dich braucht und sagst dann einfach: grün, orange oder rot.

So kannst du übrigens auch easy Neues ausprobieren. Während du gefesselt bist, dich in einer neuen Stellung ausprobierst oder ein Spielzeug zur Anwendung kommt, braucht es nicht viele Worte, um sich zu verständigen, sondern du kannst ganz im Kopf-aus-Modus bleiben und die Ampel anwenden. Dein Partner weiß dann genau, was du brauchst und ihr könnt weiter gemeinsam Spaß haben.

Wie sage ich ihm das mit der Ampel?

Oh mein Gott, wie soll ich das meinem Kerl erklären?, denkst du jetzt vielleicht. Glaub mir, ich weiß genau, wie du dich fühlst. Veränderungen im Bett zu besprechen, ist wirklich nicht so einfach. Tatsache ist aber, dass die kleinen Grenzüberschreitungen dazu führen, dass Frauen beim Sex oft nicht den Spaß haben, den sie haben könnten. Und etwas, was keinen großen Spaß macht, braucht man nicht! Willst du also ein besseres Sexleben, fängt es damit an, dass du Spaß hast, wahnsinnige Orgasmen und innige Gefühle erlebst, auf dass dein Körper den ganzen Happy-Hormon-Cocktail ausschüttet. Der ist dann wie Zucker für deine Seele – und du willst mehr und mehr und mehr davon. Erklär also schonend deinem Kerl: Better Sex = More Sex! Ich verspreche dir: Er wird begeistert die Ampel umsetzen.

Das Tantra-Ritual: Darf ich?

Das zweite Ritual stammt aus dem Tantra. Hier fragt der/die Partner*in immer: „Darf ich?“, bevor der Penis oder der Finger die Vulva berührt oder in die Vagina eindringt. Am Anfang kann das für den/die Partner*in sehr befremdlich sein, sich eine Erlaubnis holen zu müssen. Doch das Ritual hat zwei Vorteile. Zum einen ist dieser kurze Augenblick super wichtig. Schließlich kannst du dich nochmal fragen, ob du wirklich bereit bist? Sei ehrlich zu dir: Bist du erregt genug oder brauchst du noch eine extra Runde? Bist du feucht genug, ist deine Pussy also voll durchblutet und du kurz davor deine Rakete zu zünden? Beziehungsweise hast du wirklich Lust auf Penetration, diesen Kerl, jetzt?

Außerdem hilft dir diese kleine Frage, dich selbst zu ermächtigen: „Ja, ich will“. Sex passiert dann nicht einfach, sondern du bist die Königin, die ihrem Geliebten erlaubt, weiterzugehen. Du bestimmst über deinen Körper! Aber auch darüber, wann euer Spiel das Next Level erreichen darf! Du bist Gespielin, aber auch Königin. Fühlt sich gut an, oder?

Einige Frauen gehen sogar so weit, ihrem Liebhaber zu erlauben ihre Brüste anzufassen, sie zu küssen oder oder oder. Der Fantasie (und Selbstermächtigung) sind da keine Grenzen gesetzt 🙂

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Die Sache mit der Analmassage

Analmassage ist immer noch ein großes Tabuthema. Viele Frauen denken „igitt“ oder „aua“ beim Gedanken anal verwöhnt zu werden. Diesmal berichtet Heike Niemeier aus ihrer Praxis als Sexberaterin. Es geht weniger um den richtigen Umgang mit einer Analmassage, sondern: Wie kann eine Frau ihrer Skepsis und ihren Vorurteile begegnen und sie eventuell sogar abbauen.

„Schlechte und übergriffige Erfahrungen erzeugen bei mir Abwehr. Wenn es um ‚anal‘ in meinem Sexleben geht, bin ich immer auf Abwehr.“ So begann ein Gespräch mit einer Klientin.

Beim Gespräch mit ihren Freundinnen sagten die: „Das ist so intensiv“ oder „Da sind so viele Nerven, super erregend“. Aber es gab auch die andere Seite, die sagte: „Das tut weh“, „Das ist aber ekelig“ oder „Da schäme ich mich aber“.

Ich habe dieses Thema recht häufig in meiner Praxis zu Gast. Und fast immer ist es ein unerwünschter Gast, der mit vielen Vorurteilen und Klischees behaftet ist. Die gängigsten sind die, dass Analsex schmerzhaft ist und mit Kot in Zusammenhang gebracht wird. Analsex richtig praktiziert muss weder schmerzhaft noch in einer Welle des Kots enden. Das bedeutet in Kürze ausgedrückt: beiderseitiges Einverständnis, genügend Zeit und keine Hektik, viel Gleitgel, Kondome und ein Safeword, wenn die Grenze erreicht ist, über die niemand der Beteiligten gehen möchte.

Wie nähert man sich dem Thema?

Doch in diesem Artikel geht es mir nicht darum, Analverkehr zu erklären, sondern in erster Linie darum, dass etwas Negatives durchaus in etwas Positives verwandelt werden kann.

Eines Tages kam bei meiner Klientin der Wunsch auf, nicht mehr zusammenzucken zu müssen, wenn ein Mann ihren Po berührte. Selbst sanftes Berühren im Sinne von streicheln und massieren erzeugte schon ein Wegzucken ihrerseits. Zu der Zeit nämlich gab es einen Mann an ihrer Seite, der ihren Po schön fand und auch gerne verwöhnen wollte (verwöhnen im Sinne von berühren, streicheln und massieren). Da er dies kommunizierte und nicht einfach über sie hinweg ging, fühlte sie einen Freiraum zu agieren. Sie hatte das Vertrauen, sich mit ihm in diese Richtung wagen zu können.

Wie kann sie die Abwehrhaltung aufheben?

Ich empfahl ihr einen Analmassage-Workshop. Hier könnte sie in einem geschützten Raum erste positive Erfahrungen machen. Nachdem sie einen Workshop gefunden und gebucht hatte, war ich natürlich gespannt, welche Erfahrungen sie dort machen würde.

Später erzählte sie mir: Sie ist mit Herzklopfen, schweißgebadet und sehr aufgeregt zur vereinbarten Zeit hingegangen. Sie wurde sehr freundlich empfangen und teilte all ihre Ängste sofort mit. Das hatten wir gemeinsam bearbeitet und besprochen. Ihre Ängste wurden sehr ernst genommen und sie empfand nach kurzer Zeit Vertrauen. Sie blieb also und verabschiedete sich nicht sofort wieder.

Locker werden

Insgesamt waren acht Personen anwesend. Sie durfte sich eine Partnerin aussuchen. Gesagt, getan und erleichternderweise gefiel auch sie der erwählten Partnerin. Das Programm begann mit Tanzen zum Lockerwerden. Hier stellte sie sich die Frage: Ist dieser Workshop wirklich meiner? Danach stand in den Po atmen auf dem Plan. Sie war immer noch unsicher, ob es der richtige Workshop für sie sei. Doch sie blieb und dann ging es weiter. Schritt für Schritt wurden die Teilnehmer*innen in die Kunst der Analmassage eingeführt (Bitte in diesem Kontext nicht missverstehen 😉

  • mit warmen Tüchern den Po verwöhnen
  • erste Berührungen mit den Händen ausführen und Kontakt aufnehmen
  • erste Massage der Pobacken
  • schwarze Latexhandschuhe anziehen (die fand sie übrigens sehr sexy)
  • den Po mit Gleitgel einreiben und massieren
  • sich der Rosette nähern und massieren
  • und letztlich wird dann der Finger langsam von der Partnerin eingeatmet (bislang hatte meine Klientin in ihrer Abwehrhaltung immer gedacht, dass der Finger einfach in den Po gesteckt wird)

Ein kleiner Tipp: Niemals vom Po in die Vagina fassen. Das kann sehr schmerzhafte und unschöne Infektionen auslösen.

Eine kleine Leseempfehlung: „Make Love” von Anne-Marlene Henning und Tina Bremer-Olszewski

Ihr Mut wird belohnt

Alles geschah ganz langsam, entspannt und immer im beiderseitigen Austausch mit der Workshop-Partnerin. Zu jeder Zeit war es möglich, nein zu sagen und nicht weiter zu gehen. Der Kurs war zu Ende und nachdem sie noch einen Wein getrunken hatte, ging sie nach Hause und fand sich sehr mutig. Dem kann ich nur zustimmen.

Später hat sie mir berichtet, dass ihre Analmassage beim Partner großen Anklang fand und seine Erregung für sie ebenfalls sehr erregend war. Und sie hatte sogar den Mut sich auch von ihm anal verwöhnen zu lassen. Die ersten Berührungen und Massagen gefielen ihr. Sie konnte ihren Po als erogene Zone nun nicht nur wahrnehmen, sondern auch akzeptieren. Und sogar die Vorstellung von Analverkehr rückte in ihre Vorstellung. Wow, was für ein Schritt.

Ich freue mich sehr darüber und wünsche beiden weiterhin viel Spaß. Und ich finde es wunderbar, dass dieser Mann ihr den Raum und die Zeit dazu gegeben hat und auch weiterhin geben wird. Denn wichtig ist auch hier, wie immer, miteinander zu reden. Wünsche und Träume an das Sexuelle offen aussprechen zu dürfen, aber eben auch Verständnis zu zeigen, wenn es dann trotz eines mutigen Ausprobierens nicht den Vorlieben des anderen entspricht.

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Wenn Erwachsene rumtoben – ist Raufen das neue Kuscheln?

Veranstaltungen mit viel Körperkontakt boomen in Deutschland und finden in fast jeder größeren Stadt statt. Neben Swingerpartys sind seit einigen Jahren Kuschelpartys auf dem Vormarsch, doch der neueste Trend im Zwischenmenschlichen heißt: Raufen. Unsere Autor*in Jo hat eine Rauf-Party im Berliner „Insomnia” besucht und für uns herausgefunden, was eigentlich so sexy daran, sich mit anderen Erwachsenen zu raufen und zu balgen?

Als ich noch ein Kind war, gehörte Raufen nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Das lag an meinem tyrannischen Bruder, der mich fast täglich verkloppt hat, um zu zeigen wer der Stärkere von uns beiden ist und in der Geschwisterhierarchie das Sagen hat. Ich musste also lernen, mich zu verteidigen und einige kleine Tricks wie kneifen, beißen, an den Haare ziehen oder kitzeln anwenden, um halbwegs meine Ruhe zu haben.

Später habe ich mit meinen eigenen Kindern liebevoll und aus Spaß rumgebalgt. Das war manchmal ziemlich akrobatisch und hat führte einmal zu einer üblen Nasenbeinprellung, als mein damals sechsjähriger Sohn, den ich auf meinen Füßen balancierte, auf meinem Gesicht landete.

Regelmäßige Rauf-Events in Berlin

In Berlin sind der Playfightclub, die PlayFightClique und der Sensual Fightclub die wichtigsten Adressen. Playfighten ist vergnügliches Kämpfen, Kräftemessen, Herumtollen und Spielen. Ich würde es aber eher als Körperarbeit denn als Kampfsport bezeichnen. Es zieht Singles und Paare an. Singles nutzen die Gelegenheit des intensiven Körperkontakts ohne den Druck, den sexuell angelegte Begegnungen meistens mit sich bringen. Paaren dient das Raufen als neue körperliche Erfahrung auf der Beziehungsebene oder um unbeschwert und einvernehmlich Körperkontakt mit anderen austauschen zu können.

Wie läuft eine Raufparty ab?

Den „Sensual Fightclub“ habe ich jetzt bereits zweimal besucht und schon beim ersten Mal festgestellt: Raufen löst bei mir niedere Instinkte aus. Das hat mich überrascht und ein wenig erschrocken. Aber es hat mich auch richtig energetisiert!

Der „Sensual Fightclub” wird von bis zu fünfzig raufwilligen Erwachsenen jeglichen Alters und Geschlechts und jeder körperlichen Statur und Fitness besucht. Da er als externe Veranstaltung alle 6-8 Wochen im Insomnia und nicht in einem Dojo stattfindet, ist die Raumatmosphäre wie in einem Club. Der Boden ist mit dünnen Matten ausgelegt, es gibt keine Absperrung und der Raum ist gut belüftet, also auch kein alter Sporthallen-Mief, nach Käsefüßen und Staub. Es gibt drei Spielbereiche, in denen aus Sicherheitsgründen jeweils nur ein Paar oder eine Gruppe raufen darf. Bereits im Laufe des ersten Abends habe ich mir einen Ruf als echte Raufboldin „erkämpft“. Sollte diese wilde und andere Menschen herumwirbelnde Furie tatsächlich ich sein? 

Bin ich wirklich eine Raufbold*in?

Mit der Absicht, über das Raufen zu berichten, habe ich mich bald darauf ein zweites Mal aufgemacht, um dieses Mal mehr mit anderen Besuchern ins Gespräch zu kommen und mit einem berichterstattenden Blick teilzunehmen. Natürlich war ich auch neugierig, ob sich meine Instinkte beim zweiten Treffen genauso zeigen würden oder ob ich in einer anderen Stimmung ein anderes Raufverhalten an den Tag legen würde.

Ich bin also mit einem gedanklichen Fragezeichen zum zweiten Mal zum „Sensual Fightclub” gegangen und habe mich zusammen mit etwa 40 weiteren Raufwilligen im Basement des Clubs wiedergefunden. Trainer Stephan hat uns ein paar Regeln ans Herz gelegt: achtsamer Umgang, nicht treten, hauen, beißen, kratzen oder die Gelenke überdrehen… Also sich und andere nicht absichtlich verletzen. 

Erst aufwärmen, dann ab in den Ring

Es ging los mit ein paar Aufwärmübungen und Gruppenspielen, bei denen es mehr um Körperkontakt, Zusammenspiel und Harmonie geht. Dann war es soweit: Die drei Mattenbereiche wurden eröffnet. Nur ein Kampf pro Matte. Gekämpft wird solange, bis einer abklopft, man sich anderweitig verständigt aufzuhören oder eine Pause einlegen will.

Ich rechnete mir angesichts der großen Gruppe schlechte Chancen aus, mich einigermaßen auszupowern. Daher ich ergriff die erstbeste Gelegenheit, schnappte mir eine Freundin und wir legten los. Einmal taktieren, ansetzen und zack saß ich über ihr und hielt ihre Arme hinter den Kopf. Sie hüpfte unter mir wild herum und versuchte mich abzuschütteln. Vergeblich. Mein wöchentliches Krafttraining zahlt sich aus.

Die Kampfstile sind bemerkenswert unterschiedlich. Katzenhaftes umeinander herum tänzeln, krasses und bestimmt schmerzhaftes Ringen zweier muskelbepackter Männer, Freundschaftsduelle und erotischer Fastbeischlaf. Und lass es Dir gesagt sein: Das Zuschauen ist auch sehr spannend! Doch noch mehrfach bekam ich Gelegenheit zum Raufen. Zweimal heftiger, wobei das eine Mal mit einem stämmigen Mann unangenehm wurde. Der war nämlich kein bisschen achtsam und wir brachen den Kampf wegen „falscher Energien“ (seine Worte) vorzeitig ab.

Blind fühlt man mehr!

Zweimal habe ich sogar mit verbundenen Augen gekämpft. Das hat sich toll angefühlt. Viel vorsichtiger und harmonischer als sehend. Viel ertasten, langsam den anderen wahrnehmen und eine gemeinsame Körpersprache finden. Für mich war es etwas zwischen kuscheln und Tango tanzen (hier spricht die neu entdeckte Leidenschaft für Tango Argentino aus mir). Blindkämpfen unterliegt zudem einer gruppendynamischen Verantwortung. Die Zuschauer müssen ebenfalls aktiv sein, indem sie aufpassen, dass die Kämpfenden die gepolsterte Arena nicht verlassen oder sich an Wänden verletzen. Ich habe mich aufgehoben und sicher gefühlt. Eines der Paare hat sich nach einem Blindkampf für den Rest des Abends zum Kuscheln zurückgezogen.

Einmal habe ich mit meiner Freundin gegen einen Mann gekämpft. Das habe ich im Verlauf des Abends mehrfach beobachtet: Zwei oder mehrere Frauen kämpfen gegen einen Mann. Den Kerlen scheint das besonders zu gefallen.

Körperarbeit, Emotionen und was ist eigentlich mit Sex?

Über mich habe ich einiges gelernt: Körperarbeit setzt Emotionen frei, gute und schlechte. Ich konnte lachen, Spaß haben, Aggressionen dosiert freilassen oder erotische Schwingungen austauschen. Nach dem Raufen ging es mir an beiden Abenden gut. Ich war entspannt und ausgepowert. Ich hatte zwar einige Blessuren, aber das mag an meiner eitlen Weigerung gelegen haben Knieschoner zu benutzen und natürlich an meiner offensiven Art zu kämpfen.

Und dann bleibt am Ende noch die Frage nach dem Sex: Beim „Sensual Fightclub” fliegen bei einigen die erotischen Funken. Ich denke, es kommt auf die Intention an, mit der Frau oder Mann zum Raufen kommt. Wenn ich aus meinen Raufbegegnungen eine erotische Erfahrung machen möchte, finde ich zukünftig bestimmt eine Gelegenheit. Manche Paare entdecken eine neue Form von Körperlichkeit und ich kann mir gut vorstellen, dass der Sex dadurch eine Bereicherung erfährt, vielleicht eine neue Spielart. 

Meine Sexualität hat sich durch das Raufen nicht grundsätzlich verändert. Es gab aber danach schon Momente, in denen Raufen beim Sex mit eingeflossen ist und das war spannend, hängt aber sehr von der Bereitschaft der Partner*in ab, sich darauf einzulassen.

Mein Fazit: Ich werde bestimmt keine leidenschaftliche Playfighterin, die keine Raufgelegenheit auslässt, aber ab und zu, werde ich mich bestimmt mal blicken lassen.

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Online-Coaching gegen sexuelle Lustlosigkeit

Sexuelle Unlust ist ein Tabuthema. Dabei ist Lustlosigkeit im Bett für viele Frauen kein unbekanntes Problem. Zwei Psychologinnen entwickeln nun ein Online-Programm, um Frauen bei sexueller Lustlosigkeit zu helfen.

Die beiden Psychologinnen Julia Velten und Milena Meyers arbeiten am Lehrstuhl für klinische Psychologie und Psychotherapie an der Ruhr-Universität Bochum. Sie haben ihr Wissen für die MiSelf-Studie gebündelt. Damit wollen sie dem Thema sexuelle Unlust bei Frauen auf den Grund gehen. Gleichzeitig bieten sie aber auch ein Online-Programm an, das Betroffenen helfen soll. 

Wie viele Frauen sind laut bereits bekannten Studien von dem Problem „sexuelle Unlust“ betroffen?

Wichtig zu wissen ist zunächst, dass im Bereich der sexuellen Probleme, im Speziellen bei der Lust auf Sex, sehr viele Frauen „betroffen“ sind. Das individuelle Verlangen ist von vornherein bei jeder Frau sehr unterschiedlich ausgeprägt. Diese Schwankungen und Unterschiede sind jedoch vollkommen normal. 

Von einem sexuellen Problem oder gar einer sexuellen Funktionsstörung sprechen wir erst dann, wenn Frauen stark darunter leiden, wenig oder kein Verlangen zu haben. Insbesondere dann, wenn sie auch andere Phasen von sich kennen oder sich für sich selbst und ihre eigene Sexualität so leben zu können, wie sie möchten, etwas anderes wünschen würden. Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen unterscheiden dabei sexuelle Probleme und sexuelle Funktionsstörungen. Sexuelle Probleme sind Einschränkungen in der Sexualität, die oft auftreten, aber vorübergehend sind. Damit sind zum Beispiel Veränderungen in der Lust auf Sex gemeint. 

Aus Studien wissen wir, dass eine große Zahl von Frauen über die Lebensspanne Probleme mit ihrer Sexualität erleben. Studien gehen dabei von Zahlen zwischen 30 – 67 Prozent aus. Vermindertes sexuelles Verlangen ist dabei tatsächlich das häufigste Problem bei Frauen (20 Prozent Jahresprävalenz). Eine tatsächliche Funktionsstörung, in dem Sinne, dass therapeutischer Behandlungsbedarf bestehen kann, erleben circa 6 Prozent der Frauen in ihrem Leben.

Julia Velten, Milena Meyers
Julia Velten, Milena Meyers (re.) / RUB, Marquard

Wie kommt es zu diesen hohen Zahlen?

Diese hohen Prozentzahlen haben tatsächlich ganz verschieden Gründe. Lust auf Sex und sexuelles Verlangen schwanken einerseits über verschiedene Lebensphasen hinweg oft sehr stark. Andererseits ist die Sexualität oft der erste Lebensbereich, der unter Stress oder bei Veränderungen und großen Anstrengungen im Leben (Schwangerschaft, Jobwechsel, Prüfungsstress usw.) als Erstes leidet. Oft wird den eigenen sexuellen Bedürfnissen weniger Raum eingeräumt und die Achtsamkeit für Veränderungen in diesem Bereich fehlt. So fällt oft zunächst gar nicht auf, wenn weniger Lust auf sexuelle Aktivität besteht.

Was gibt es bereits für Hilfsangebote für Betroffene? Und werden die genutzt?

Es gibt schon viele erprobte, sexualtherapeutische Angebote, die auf Konzepten und Ansätzen der kognitiven Verhaltenstherapie basieren. Wir wissen aber auch, dass achtsamkeitsbasierte Programme für Frauen mit sexuellen Problemen sehr hilfreich sein können. Mit Achtsamkeit ist dabei ein auf die Gegenwart ausgerichtetes, nicht wertendes Wahrnehmen eigener Gefühle, Gedanken und Körperempfindungen gemeint. Leider gibt es aber nur wenige (in jedem Fall nicht genug) gut ausgebildete Sexualtherapeut*innen. 

Hinzu kommt, dass therapeutische Angebote für Paare in Deutschland nicht von den Krankenkassen übernommen werden und auch, dass es kaum bekannt ist, dass es therapeutische Angebote für sexuelle Probleme gibt. Hinzu kommt dann natürlich, dass es für viele Betroffene schwierig ist, Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen, weil Sexualität immer noch ein Tabuthema ist. Es wäre also gut, Frauen ein Angebot machen zu können, das leichter zugänglich und mit einer niedrigeren Hemmschwelle verbunden ist.

Ihr wollt nun mit Eurer MiSelf-Studie (https://www.miself-studie.deherausfinden, ob Frauen Online-Programme besser helfen, da diese niedrigschwellig, anonym und ortsunabhängig zugänglich sind. Was für Probandinnen sucht ihr noch für die Studie? Wie kann man sich bei Euch melden?

Für unsere Studie suchen wir Frauen jeden Alters, die seit einiger Zeit geringes sexuelles Verlangen bei sich feststellen und die darunter leiden. Dabei ist für uns egal, ob sich die Frauen in einer Partnerschaft befinden oder nicht. Auch die sexuelle Orientierung spielt überhaupt keine Rolle.

Trotzdem habt ihr bereits ein kostenloses Online-Hilfsprogramm entwickelt. Was bekommen Betroffene da für Hilfe?

Wir haben zwei Varianten des Programms entwickelt, die wir ein wenig miteinander vergleichen wollen, um festzustellen, welcher Ansatz für welche Frauen hilfreich ist.

Einerseits gibt es das COPE-Programm, bei dem es darum geht, negativen Gedanken in Bezug auf Sexualität auf die Spur zu kommen und sie zu hinterfragen. Andererseits bieten wir mit dem MIND-Programm einen achtsamkeitsbasierten Ansatz, bei dem es darum geht, dass die Teilnehmerinnen in Achtsamkeitsübungen ihren eigenen Körper und dessen Empfindungen neu erfahren.

Die Teilnehmerinnen erhalten dann – und das ist das Gemeinsame an beiden Programmen –  in einem achtwöchigen Programm die Möglichkeit selbständig insgesamt acht Lektionen online zu bearbeiten. In den Lektionen werden einerseits Informationen zu Sexualität und sexuellen Problemen gegeben und es gibt viele Möglichkeiten sich mit der eigenen Entwicklung auseinanderzusetzen. 

Ein weiterer wichtiger Baustein des Programms sind Sensualitätsübungen, mit denen es darum geht allein oder mit einem Partner der eigenen Körper und die eigenen sexuellen Wünsche und Vorlieben genauer erkundet werden können. Die Teilnehmerinnen sind dabei nicht allein, sondern werden von einer persönlichen eCoachin durch das Programm begleitet, die auch nach jeder Lektion eine Rückmeldung gibt und über eine Nachrichtenfunktion kontaktiert werden kann.

Wie kann ein neuer Fokus auf den eigenen Körper, Frauen helfen, in ihre Lust zu kommen?

Die Fähigkeit, den eigenen Körper und körperliche Empfindungen nicht wertend wahrzunehmen, kann sehr dabei helfen, eigene Bedürfnisse besser kennenzulernen und für körperliche Empfindungen und Veränderungen sensibler zu werden. Der Fokus auf das Hier und Jetzt kann während sexueller Begegnungen oder Erlebnissen dabei helfen, auf die eigenen Bedürfnisse besser zu achten und sich nicht durch Gedanken oder Sorgen ablenken zu lassen. So ist es besser möglich ganz in der Situation und bei sich zu sein und sich weniger Gedanken um Anderes zu machen.

Beschreibt mal einige Übungen genauer …

Die Übungen sind Schritt für Schritt aufeinander aufgebaut. Eine der Übungen ganz zu Beginn legt den Fokus auf die Erkundung des eigenen Körpers. Dabei geht es darum, die Vulva mit den eigenen Händen zu erkunden. Allerdings geht es zunächst überhaupt nicht um die Herstellung von Erregung. Im Anschluss gibt es dann weitere Übungen, bei denen mit der eigenen Erregung experimentiert wird, z. B. indem die Teilnehmerinnen verschiedene Formen der Stimulation ausprobieren. Dabei ist jedoch wichtig zu wissen, dass jede Frau auf ihr eigenes Tempo achtet und schaut, wie sich die Übungen für sie entwickeln.

Sind diese sensitiven Übungen immer schön anzufühlen oder steigt da nicht auch Wut, Scham, Ekel auf?

Natürlich sind die Übungen erst einmal ungewohnt, sodass Scham und Angst zu Beginn eine Rolle spielen können. Jede Teilnehmerin darf und soll dabei aber auf sich selbst achten und eine Übung nur dann machen, wenn sie sich wirklich bereit fühlt. Andererseits ermutigen wir auch dazu, Dinge auszuprobieren und Neues zu wagen. Starke Emotionen sind für uns vor allem ein Zeichen das Tempo zu verlangsamen und für sich selbst zu schauen, welche Bewertungen und Befürchtungen vielleicht gerade eine Rolle spielen könnten. Dabei werden die Teilnehmerinnen auch von ihrer eCoachin unterstützt.

Wie helfen diese negativen Gefühle bei der Heilung?

Emotionen sind mit Bewertungen verbunden, die ja erst dazu führen, dass bestimmte Gefühle entstehen. Wir interessieren uns mit den Teilnehmerinnen für die Befürchtungen und Gedanken, die eine Rolle spielen und versuchen ein Angebot zu einem anderen Umgang damit zu machen. Also kann man sagen, dass die Auseinandersetzung mit unangenehmen Gefühlen und mit den Gedanken und Bewertungen, die diese Gefühle entstehen lassen, hilfreich ist. Wenn man eigene Befürchtungen und gedankliche Muster hinterfragt, ist man auch bereit Neues auszuprobieren.

Wie gut ist sexuelle Unlust heilbar?

Bisherige Therapieangebote im einzeltherapeutischen Rahmen zeigen sehr gute Behandlungserfolge. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit der eigenen Lust auseinanderzusetzen, wenn man sich eine Veränderung wünscht.

Was wünscht Ihr Euch von eurer Studie?

Gerade die weibliche Sexualität und Lust sind lange vernachlässigt worden. Wir würden gerne mit unserer Studie dazu beitragen, dass sich die Behandlungsangebote für Frauen, die oft unglaublich stark unter ihrem verminderten sexuellen Verlangen leiden, verbessern. Für uns ist dabei wichtig, dass wir Frauen ein gut erprobtes Angebot machen können, dessen Wirksamkeit gesichert ist. Das möchten wir mit der Studie gerne erreichen. Langfristig würden wir uns wünschen, dass wir so dazu beitragen, dass betroffene Frauen unkompliziert und schnell Hilfe finden und so frühzeitig die Möglichkeit haben, sich mit ihrem Problem auseinanderzusetzen.

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Zervix-DeArmouring: Die heiße Massage – nur für Frauen

Frau, hält ihren Bauch

Ich gönne mir ein Rendezvous mit meinem Gebärmutterhals. Den Zervix kennen die meisten nur vom Krebsabstrich oder der Geburt – dabei ist dieses Organ für Mega-Orgasmen zuständig

Nach meinen ersten Erfahrungen mit Tantra und den Gesprächen mit Aleksandra Veronika und Olivia Bryant möchte ich mehr über das „Zervix De-Armouring” erfahren Bei meiner Recherche stoße ich immer wieder auf einen Name: Silja Rehfeldt. Klingt deutsch, denke ich, und google sie. Und tatsächlich arbeitet und lebt die Zervixexpertin in Berlin. Silja Rehfeldt ist seit zwanzig Jahren als körperorientierte Prozessarbeiterin tätig und unterrichtet Tantric Sience an der holländischen Rasayana Tantra Academy. 

Meine Neugier ist geweckt. Nachdem ich schon die Tantramassage gemacht habe, kann mich nichts mehr schocken, denke ich. Und mache einen Termin. Schließlich ist die Zervix das einzige Organ, das mit drei Hauptnerven mit dem Gehirn verbunden ist, was Mega-Orgasmen ermöglichen soll. 

by Hoffotografen

Körper-therapeutin Silja Rehfeldt

Foto by Hoffotografen

Verspannungen lösen

 Silja Rehfeldt empfängt mich in ihrer Praxis in Berlin-Friedrichshain. Mit ihren wilden, blonden Locken und ihrer offenen Art nimmt sie mir sofort meine Beklemmung. Nach einem langen Gespräch geht es los. Zuerst wird der Po massiert. 

„Das ist der Muskel der Seele“, erklärt sie mir dabei. Und dass es sehr schmerzvoll sein könne, denn „Scham und Schuld sitzen hier”. Rehfeldt erklärt, dass sie erst die gröbsten Verspannungen im Körper lösen müsse. So kümmert sie sich anschließend auch nicht um meinen Intimbereich, sondern um – den Kiefer. Die Lockerung der Gesichtsmuskulatur sei immens wichtig, da sie in Verbindung mit dem Beckenboden stünde, so Rehfeldt. 

„Wer oben verspannt ist, ist es unten auch.” 

Auch der Vagusnerv muss loslassen

Danach massiert sie mich rund um das Brustbein und das Zwerchfell. Vor Schmerz kann ich kaum noch atmen. Silja Rehfeldt bearbeitet meinen Vagusnerv. Der zehnte Gehirnnerv verläuft vom Kopf am Hals entlang durch den Brustkorb zum Herzen, von dort weiter in den Bauch zu den Verdauungsorganen. Als größter Nerv des Parasympathikus‘ ist er für die Entspannung zuständig. Außerdem ist er mit der Gebärmutter verbunden und von daher gilt: Ist der Vagusnerv angespannt, kann man sich beim Sex – oder beim Zervix De-Armouring – nicht entspannen. Danach widmet sich Rehfeldt noch meinem Schambeinknochen. Auch hier viel Pein. 

„Das kommt von den abgefangenen Stößen beim Geschlechtsverkehr“, erklärt sie ruhig, während sie die brennenden Knötchen massiert. 

Danach ist es soweit. 

Traumata und Taubheit lösen

Rehfeldt fragt nun, ob man bereit sei. Sie zieht Handschuhe an und massiert erst mal die Vulva, dann dringt sie vorsichtig ein. Bei schmerzenden und brennenden Stellen möchte sie, dass man den Schmerz gegen ihren Finger drückt. So kann sie Traumata und Taubheit lösen. Viele Frauen berichten nach dem Zervix De-Amouring nicht nur von mehr Lust, sondern auch von weniger körperlichen Schmerzen. Schließlich liegen im Unterleib nicht nur die Sexualorgane, sondern auch die untere Wirbelsäule, Bänder, Muskeln und die drei Beckenböden. Klar, dass jede Verspannung hier eine Kettenreaktion nach sich zieht. 

Am Ende widmet sich Rehfeldt der Zervix. Mit kräftigen Bewegungen massiert sie den großen Muskel, reibt die Oberfläche und knetet die Muskulatur. Das kann schmerzhaft sein, aber auch lustvoll. Einige Frauen berichten von fantastischen Orgasmen während der Behandlung. 

Hallo vaginale Orgasmus

Nach drei Stunden ist die Sitzung vorbei. Das Ergebnis ist überraschend: nach einigen Tagen weniger Rücken- und Schulterschmerzen. Ich bin insgesamt viel gelassener und weniger ängstlich. Offensichtlich war mein Vagusnerv sehr angespannt, also aktiv, weshalb ich nicht entspannen konnte. 

Und der Sex? Ist deutlich lustvoller geworden und die Orgasmusqualität hat sich verändert. Mehr Ohs!, die länger anhalten und sich ins Unendliche auszuweiten scheinen. 

„Das sind vaginale Orgasmen”, erklärt Silja Rehfeldt auf Nachfrage. 

Die zum Teil schmerzhafte und anstrengende Behandlung, das De-Armouring, hat sich gelohnt: Neue Wow-Empfindungen und vaginale Orgasmen lassen mich nun voll auf meine Kosten kommen. 

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Mit Yoni-Massagen zurück in die Lust

Frau bei der Massage

Yella Cremer ist Sex-Expertin. Interview verrät sie, warum die Yoni-Massage eine phänomenale Bereicherung für den Sex zu zweit – aber auch alleine ist. 

Wieso braucht die Welt ein Buch über die Yoni-Massage?

Weil es zu wenig Yoni-Massagen gibt! Ich glaube Yoni-Massagen würden noch viel mehr Frauen und Männern gut tun, denn sie sind eine ganz neue Art, die weibliche Sexualität zu wecken und zum Blühen und Strahlen zu bringen – und davon braucht die Welt doch definitiv mehr, oder?

Du rätst, dass gerade Paare die Yoni-Massage erlernen sollen, warum?

Unbedingt sogar. Denn es passiert oft, das sich ein Paar sexuell auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigt und der ist dann nicht besonders inspirierend und beide vermissen eine lebendige Sexualität. Yoni-Massagen sind auf diesem besonders wertvoll: Beide lernen die „Landkarte der weiblichen Sexualität“ kennen und die Frau wird richtig gut genährt und gefördert, so das ihre Lebendigkeit und ihre Freude wieder in die Beziehung zurückspiegelt.

Foto: Yella Cremer

Autorin

Yella Cremer

Wie hat sich dadurch Deine eigene Sexualität beziehungsweise Beziehung verändert?

Es gibt eine Zeit vor meiner ersten Yoni-Massage und eine Zeit danach. Ich habe unglaublich viel durch die Massagen, die ich bekommen habe gelernt: über meinen eigenen Körper, über meine Möglichkeiten Lust ganz leise und ganz laut zu erleben.

Auch die Yoni-Massagen, die ich geben durfte, haben mich viel gelehrt: über Hingabe und das Gefühl von Rührung beim Berühren. Macht das Sinn? Ich habe erlebt, dass es eine tiefe Ehre sein kann, eine Yoni-Massage zu geben, denn die Frau öffnet sich auf eine Weise, für die ich voller Bewunderung bin, für die Entfaltung und die Kraft, die ich dann sehe.

Wie kann die Yoni-Massage eine Beziehung genau bereichern?

Dort gibt es viele Aspekte: Lust und sexueller Genuss ist einfach etwas Wunderbares in der Beziehung und dabei kommt es nach meiner Erfahrung gar nicht so darauf an, wer gerade wen berührt.

Auch andere Bereiche können positiv von der Yoni-Massage profitieren: die Kommunikation wird oft ehrlicher und tiefer, denn es lohnt sich, Wünsche zu äußern, wenn sie so wunderbar erfüllt werden (können). Beide vertiefen ihr Wissen über sich und über den anderen oder die andere.

Buchcover Yoni Massage von Yella Cremer

Profitiert der Mann auch davon oder nur die Frau?

Definitiv beide Partner! Die meisten Männer lieben es, der Frau etwas zu schenken und hier haben sie wohl das schönste Geschenk überhaupt. Außerdem ist es ungeheuer antörnend einer Frau zuzugucken, die ihren Körper genießt.

Doch auch für sich selber bekommt der Mann viel: seine Qualität zu berühren bekommt Tiefe, seine Wahrnehmung wird präzise und er lernt in der Massage zu führen.

Die Massage muss geplant und vorbereitet werden. Warum sollten wir uns für Sex verabreden?

Weil er dann stattfindet! Wir verabreden uns für alles mögliche, aber für etwas so Wichtiges wie Sex nicht. Das ist reiner Wahnsinn!

Welche Anfänger*innenfehler können Deiner Meinung nach vermieden werden?

Naja, eher umgekehrt: welche Anfänger*innenfehler sollte jeder entspannt machen, denn deswegen heißen sie ja Anfänger*innenfehler. Wenn überhaupt, ist die Idee alles gleich richtig machen zu wollen, ein Fehler, denn wer sich Scheitern verbietet, kann nichts neues Lernen. Wer nur perfekt sein möchte, darf ja fast nichts machen.

Grundsätzlich gilt: für eine gute Massage muss es wirklich warm sein und es sollte ein angenehmes Öl und gegebenenfalls ein Gleitmittel verwendet werden und nicht irgendeine Body-Lotion.

Vor welche Herausforderungen könnte mal als Paar gestellt werden?

Die größte Herausforderung ist der erste Schritt: Oft haben Paare jahrelang die Idee „Wir sollten mal …“ bis sie sich wirklich trauen. Wenn das Eis erst einmal gebrochen ist, wird es leichter. Ein zweiter Punkt macht das Üben deutlich leichter: Wenn ich explizit vorher abspreche, das Fehler okay sind, dann sind beide viel entspannter.

Die ganze Massage dauert 2 – 3 Stunden, lassen sich auch nur Teile davon übernehmen? Wenn ja, welche?

Natürlich lassen sich Teile davon übernehmen, nur ist es dann keine klassische Yoni-Massage mehr, sondern einfach ein wunderbares Fummeln. Die Massagegriffe für die Yoni (also die Vagina und Vulva) eignen sich super, um auch so in den Sex einbezogen zu werden, doch es lohnt sich auch, ab und zu die vollen 2 – 3 Stunden miteinander zu verbringen und einen wirklich absichtslosen Raum zu betreten. Sobald es um mehr Erregung geht oder es das Ziel ist, ein Orgasmus zu bekommen, ist es keine absichtslose Yoni-Massage mehr.

Und wie sieht es beim Solo-Sex aus? Kann frau die Griffe auch bei sich selbst anwenden?

Ja natürlich! Im Buch gibt es ein extra Kapitel dazu. Für die Yoni-Selbstmassage gibt es auch besondere Liegepositionen, sodass frau ihre Yoni gut erreicht und gleichzeitig bequem und mit viel Bewegungsfreiheit liegt.

Und wie verändert sich dadurch die Selbstbefriedigung?

Yoni-Massagen sind für viele Frauen eine Inspiration „was alles so geht“, manche merken sich gleich die Griffe bei der ersten Yoni-Massage, die sie bekommen. Andere merken sich eher das Gefühl und finden ihre eigenen Wege dahin zu kommen, weil sie jetzt wissen, wonach sie suchen.

Das heißt nicht, dass jede Selbstbefriedigung jetzt immer eine XXL-Session wird, sondern dass es jetzt einen neuen Eintrag im Menü gibt.

Yella Cremer

Yella Cremer forscht und lehrt seit über 20 Jahren zum Thema Sexualität und Persönlichkeitsentwicklung. Sie ist eine Sex-Expertin, Speakerin und Autorin. Ihre Stärke ist es, wohlwollende Räume zu kreieren in denen Wachstum und Heilung geschehen kann. 

2012 gründete sie in Berlin die Liebes- und Sexschule LoveBase, die sie seit 2015 online weiterführt. Ihr erstes Buch erschien 2011, das dritte „Yoni-Massage – Lust, Heilung und Intimität“ folgte 2018.

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Mein erstes Mal: Rope Bondage

Gefesselter Frauenoberkörper

Seile finde ich faszinierend. Nicht an Schiffsmasten und auch nicht als Handykette, sondern auf nackter Haut. Deshalb buche ich einen „Conscious Bondage“-Kurs. Wie sich das wohl anfühlt, gefesselt zu sein? Begrenzt? Oder vielleicht eher frei im Reichtum der eigenen Gefühle? 

Im Moment erlebe ich Sex vor allem als Fülle. Als Fülle an Möglichkeiten, Stellungen, Fetischen und Rollen. Wer es sich erlaubt, kann (zumindest in Berlin) sehr viel Sexualität erleben. Zu zweit, zu dritt, in einer Beziehung oder polyamourös. Kuschelnd, raufend oder peitschend. Alles ist möglich, alles erlaubt.

Conscious Bondage

Shibari erscheint mir da wie das Gegenteil. Auf den ersten Blick ist die Bewegung eingeschränkt und man scheint dem Partner*in ausgeliefert zu sein. Doch andererseits ist der innere Raum weit offen und das Gegenüber tut, wonach man sich sehnt. Als wir den Kurs „Conscious Ropecoaching“ von Sonja (https://www.sonjareifenhaeuser.com) und Wera (www.sawashibari.com) buchen, bin ich noch voller Euphorie, beim Eintreffen in den Räumlichkeiten dann jedoch nur noch nervös. 

Doch die beiden machen es mir leicht. Sonja leitet zuerst einige Übungen an, damit wir vom Kopf in den Körper kommen. Mit fremden Menschen schaue ich mir tief in die Augen – minutenlang. Dann sollen wir fragen, ob wir tun dürfen, was wir wollen? Und auf das Okay des anderen warten. Ich will meinen Freund in den Arm nehmen, doch es kommt kein Okay. Also nehme ich die Arme wieder runter und wir blicken uns weiter an. „Spürt die Grenzen“, erklärt Sonja. „Eure und die des anderen“. Wir sollen lernen „Nein“ zu sagen, damit wir später „Ja“ sagen können, zu dem, was uns gefällt. 

Jute oder Hanf?

Die Stimmung ist nun locker – und ich auch. Dann werden die Seile herumgereicht. Jute oder Hanf? Hanf ist kuschelig weich, Jute hart und rau. Ich entscheide mich für das Erstere. Ein Basisknoten wird probiert und geübt. Gar nicht so einfach und so mancher knirscht frustriert mit den Zähnen. 

Und dann geht es los. Ich werde umschlungen und mit dem Seil eng und fest gezurrt. Ein Gefühl von Sicherheit und Loslassen baut sich auf. Beim Lösen der Knoten soll das Seil sanft über meine Haut gleiten, bis es wieder ganz bei meinem Partner ist. Das klappt noch nicht so gut, aber schon gut genug. Wir grinsen und spielen uns durch den Saal. Ich gehe weg, werde herangezogen, rolle mich auf dem Boden, werden zum Paket verschnürt. Gerade als der Kick im Kopf losgeht, löst sich der Knoten. Wir können uns vor Lachen kaum halten. 

Nach dem High kommt das Low

Nach einer Weile bin ich super glücklich, aber auch müde gespielt. Ich kuschel mich erschöpft an meinen Partner. Da reicht Sawa Süßes herum. „Beim Bondage schüttet ihr sehr viel Hormone aus“, erklärt sie. „Ihr seid dann richtig high.“ Doch Achtung auf das High folge oft ein Low. Da helfe nur in den Arm nehmen, streicheln, festhalten – und viel Schokolade. Was für ein Finish! Beherzt greife ich zu.