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8 Wege zum Halleluja: die Orgasmusarten bei Frauen

Der weibliche Orgasmus ist mysteriös. Er entsteht durch ein Zusammenspiel von starken Gefühlen, von körperlicher Lust und von Anspannung oder Entspannung, die zu einer explosionsartigen Entladung führt. Doch wie unterscheidet er sich zu dem der Männer? Welche Orgasmusarten können Frauen erleben? Und fühlen sie sich alle unterschiedlich an? 

Der weibliche Orgasmus

Im Großen und Ganzen ähnelt der weibliche Orgasmus dem männlichen Orgasmus, nur die kleinen und feinen Faktoren machen den Unterschied aus. Fakt ist nämlich, dass Frauen mehr Zeit als Männer brauchen, bis sie zum Höhepunkt kommen, diesen dafür aber bis zu einer Minute lang erleben. Bei Männern hält der Orgasmus selten länger als einige Sekunden an. Dafür gibt es viele Orgasmusarten zu erleben. Jedoch ist der Weg zum Höhepunkt für uns Frauen schwieriger als für unsere männlichen Begleiter. Was vor allem daran liegt, dass es bei Frauen oft an der sexuellen Praktik (Selbstbefriedigung) fehlt und die damit verbunden Erfahrung, wie sie am besten kommen. (Und manchmal auch an schlechten Liebhaber.innen 😉

Viele Forscher haben versucht, den weiblichen Orgasmus zu erforschen, jedoch kommen sie zu dem Ergebnis, dass er ein Phänomen ist. Was daran liegen könnte, dass der weibliche Höhepunkt nicht mit einer eindeutigen körperlichen Reaktion, wie dem männlichen Samenerguss verbunden ist. Wissenschaftler sind sich daher nicht einmal einig, wie er zu definieren oder zu messen sei. 

Der weibliche Orgasmus führt zu unterschiedlichen Wahrnehmungen bei uns Frauen. Entweder fühlt er sich wie ein Vulkanausbruch an oder wie ein Gewitter. Die vielen Millionen Nerven um die Vulva und um die Vagina führen bei jeder Frau zu einem anderen Erleben.

Mignon Kowollik

Autorin und Sexberaterin Mignon Kowollik

Frauen haben mehr als eine Orgasmusart

Die Tatsache, dass Frauen den Orgasmus auf unterschiedliche Weise erleben können, mag einer der Gründe dafür sein, dass der weibliche Orgasmus für manche Menschen rätselhaft erscheint. Zumindest erscheint mir das so, wenn Klientinnen zu mir zur Beratung kommen und jedes Mal große Augen machen, wenn ich ihnen vom weiblichen Orgasmus erzähle oder sie auch zum Teil aufkläre. Vor allem dann wird das Erstaunen groß, wenn ich ihnen verrate, wie wichtig die weibliche Brust dabei ist. Die weibliche Brust dient nämlich auch zur Stimulation unserer Genitalien. Und glaubt mir, nach der Beratung bekommt die Brust eine größere Aufmerksamkeit als zuvor ☺

Die acht Orgasmusarten der Frau

Frauen können einen Orgasmus durch klitorale Stimulation, vaginale Stimulation – einschließlich der G-Zone – oder durch verschiedene andere Sinneskanäle erreichen, wie schon genannt, durch die Stimulation der Brüste oder anderer erogener Zonen. Wobei Sex-Coach Iva Samina sagt, dass jede Zelle orgiastisches Potenzial hat. Also kommen manche Menschen sogar bei der „Stimulation der Vorderzähne“, erzählt sie. Aber auch die Bauchmuskeln oder sogar keine Berührungen können Frauen beflügeln.

Da ich euch keinen der acht (aktuell erforschten) Arten vorenthalten möchte, folgen sie auch mit einer kurzen Einleitung worauf es beim jeweiligen Orgasmus ankommt. 

Der klitorale Orgasmus

Der klitorale Orgasmus ist dem männlichen Orgasmus am nächsten. Dabei wird die Klitoris erregt und der Orgasmus selbst sorgt für die Erlösung. Der klitorale Orgasmus ist die häufigste Orgasmusart bei der Frau. Die Klitoris ist nämlich jene Zone am weiblichen Körper, in der die meisten Nerven sitzen und somit ist sie hochempfindlich. Oft reicht hier schon ein leichtes Reiben aus oder auch manchmal ein fester Druck, um einen intensiven Höhepunkt zu erleben. 

Der G-Zone Orgasmus

Die G-Zone kannst du vier Zentimeter vom Scheideneingang in der vorderen Vaginalwand lokalisieren. Stimulieren kannst du die Zone durch verschiedene Möglichkeiten: entweder mit dem Finger deines Partners oder deinen eigenen Fingern, durch Sex von hinten oder durch kreisende Bewegungen beim Liebesspiel. Übrigens: Je besser dein Beckenboden trainiert ist, desto höher ist auch deine G-Zonen-Orgasmusfähigkeit. 

Der anale Orgasmus 

Der anale Orgasmus ist nicht jederfraus Geschmack, aber wenn man ihn hatte, dann will man ihn auch nicht mehr missen. Der Analsex gilt immer noch bei vielen Frauen und teils auch Männern als Tabu und kann, wenn man nicht ein wenig Vorsicht und Gefühl an den Tag legt, auch sehr schmerzhaft sein. Trotzdem ist der Anus hochsensibel und empfänglich für Reize, denn er ist ähnlich wie die Klitoris mit etlichen Nervengeflechten versehen. Mein Tipp: Ausprobieren. Mit viel Vertrauen in den Sexpartner und einer Menge Gleitgel.

Der Harnröhren-Orgasmus

Der Harnröhren-Orgasmus klingt im ersten Moment ein wenig eigenartig und ist nach den ersten drei hier genannten Orgasmen auch sehr tricky. Die Lustzone ist hier ein kleiner Bereich vom empfindsamen Gewebe über und neben der Öffnung der Harnröhre. Wer diesen Bereich sanft mit den Fingern massiert – wie bei der Klitoris – verschafft sich ein atemberaubendes Erlebnis. 

Der Brust-Orgasmus

Der Brust-Orgasmus, welcher auch zu meinen Favoriten gehört, funktioniert meist über die hoch erogenen Nippel. Für einige Frauen ist es furchtbar, wenn man ihre Brüste streichelt und knetet. Auch hier gilt es, zu kommunizieren. Sag deinem Sexpartner, wie du es am liebsten haben willst.  Soll er die Nippel liebkosen? Oder lieber sanft an ihnen saugen? 

Der AFE-Orgasmus

Mit der AFE-Zone (Anterior Fornix Erogenous Zone) ist die vordere Gewölbebogen-Erotik-Zone gemeint, kurz A-Spot. Für viele Leserinnen ist diese Orgasmusart, im Vergleich zur G-Zone, neu. Es handelt sich hierbei um einen Bereich tief im Inneren der Vagina etwas über der G-Zone. Stimulieren kann man den Punkt am besten in der Missionarsstellung, wenn der Penis des Mannes die Frau gut ausfüllt. Denn nur dann ist die Reibung intensiv genug. Laut Sexexpert:innen, ist der A-Punkt ein Trigger für multiple Orgasmen.

Der vaginale Orgasmus

Der vaginale Orgasmus ist nicht so einfach zu schaffen, wie der klitorale Orgasmus, der schneller und leichter zu erreichen ist. Aber wenn man ihn hat, dann ist er besonders intensiv. 

Beim vaginalen Orgasmus ist technisch gesehen die Klitoris auch involviert, der Unterschied ist, dass er nicht über Anspannung funktioniert, sondern über Ausdehnung. Je mehr man sich entspannt, desto mehr kommt Frau. Pausen helfen, um die orgiastischen Wellen auszulösen.

Zervix-Orgasmus

Er ist der Höhepunkt der weiblichen Orgasmusarten, der Zervix-Orgasmus. Aber erst einmal: Was ist die Zervix? Der Gebärmutterhals ist der untere, schmale Teil der Gebärmutter und bildet mit der Portio einen schützenden Übergang von der Vagina zur Gebärmutter. Dieser Bereich ist sehr empfindlich, daher ist er nur mit Vorsicht zu genießen. Viele Frauen, die einen Zervix (Muttermundorgasmus) erlebten, beschreiben ihn als einen Sternenschauer. 

Have fun mit Big O!

Wenn ihr euch jetzt nur bei einer Art von Orgasmus wiedergefunden habt, dann lege ich euch sehr ans Herz, doch mal neue Höhepunkte anzustreben. Jede Frau ist ein einzigartiges Individuum und Orgasmen sind sicherlich eine der individuellsten Erfahrungen, die wir machen können. Daher traut euch ruhig und findet die perfekte Mischung für euch. Die Reise wird sich lohnen. Denn: Warum nur einen haben, wenn man mehrere erfahren kann ☺ Have fun! 

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