Eines der ersten Dinge, die ich auf der Suche nach besserem Sex gelernt habe, ist: „Nein heißt Nein. Immer. Ohne Ausnahme“. Wir alle kennen diesen Claim in Bezug auf Vergewaltigung, aber ich finde, der Satz sollte auch beim alltäglichen Sex gelten. Also Hand aufs Herz, bevor du weiter liest: Sagst du zu deiner/m Partner*in wirklich „Nein“, wenn du noch nicht bereit bist? Sagst Du „Nein“, wenn du keine Lust auf einen Blowjob hast? Oder sagst du „Ja“, obwohl du eigentlich „Nein“ fühlst?

Frauen sind oft so daran gewöhnt, zu funktionieren, bereit zu sein und zu pleasen, dass sie die Bedürfnisse des anderen zu oft an erste Stelle stellen – und ihre hinten an. Jede Frau sollte aber, den Sex haben, den sie will. Immer. Ohne Ausnahme. Als junge Frau habe ich gedacht: Nicht so schlimm, wenn ich nicht komme. Ich halte das aus. Doch das ist falsch. Jedes Mal, wenn ich nicht Nein geflüstert habe, habe ich mich und meine Vagina im Stich gelassen – und die Chance auf richtig guten Sex vertan.

Ein „Nein“ zu etwas, ist ein „Ja“ zu etwas anderem

Bei zu frühem Eindringen, wenn die Vagina noch nicht feucht ist, beim zu groben Reiben, der noch nicht erregten Klitoris, verkrampft sich deine Vagina. Nach und nach stumpft sie dann ab und wird taub und unsensibel. Achte einmal drauf, wenn du beim Sex denkst: „Das tut weh“, „Aua“ oder „Ich will das nicht“. Diese Sätze fordern dich geradezu auf, „Nein“ zu sagen. Auch auf die Gefahr hin, dass der Sex mit der großen Liebe dann vorbei, die Lust weg und der andere enttäuscht ist.

Doch keine Sorge, die meisten Männer wünschen sie Frauen, die sagen, was ihnen gefällt. Lustvolle Frauen, die nicht still ertragen, sondern gestalten. (Wie dir das gelingt, kannst du hier lesen) Sie wollen nämlich auch, dass du viel Spaß im Bett hast und es voll auskostest, mit ihnen zusammen zu sein.

Seit einiger Zeit praktiziere ich im Schlafzimmer nun rigoros „Nein heißt Nein“. Ehrlich gesagt, war das anfangs gar nicht so einfach. Ich musste raus aus meiner Comfort Zone, achtsam sein, ehrlich sein und manchmal meinen Partner stoppen. Eingespielte Routinen gingen so verloren, es gab erst mal Frust und Gereiztheit – auf beiden Seiten. Doch schließlich eröffnete das „Nein“ auch neue Räume, oder wusstest du, wie heiß Heavy Petting sein kann?

Das Ergebnis hat mich völlig umgehauen. Jedes „Nein“ war ein „Ja“ zu meiner Vagina und so hat sich mein Schoss mehr und mehr entspannt. Dadurch lösten sich erstaunlicherweise Verspannungen im Beckenboden und die Schmerzen im unteren Rücken und in den Schultern wurden besser. Die Empfindsamkeit der Vagina nahm zu, was zu mehr Lust und zu mehr Orgasmen führte. Und auch der Sex erlebte ein Fresh-up, denn es wurde viel geredet, ausprobiert, experimentiert und gelacht.