Affe mit gespreizten Beinen
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Warum Manspreading nicht klar geht!

Beinahe jeden Tag erleben Frauen die eine oder andere sexistisch gefärbte Situation. Unsere Autorin Babette geht lässig mit Anmachsprüchen oder Hinterpfeifen um. Was sie jedoch in Rage bringt, ist Manspreading, also das breitbeinige Sitzplatzeinnehmen in der U-Bahn. Hier stellt sie sich die Frage: Ist das nur harmloses Männergehabe oder ein frauenfeindliches Verhalten?

Fragen wie „Warum bist du so schlecht gelaunt, hast du deine Regel?“ oder „Lächel’ doch mal, dann bist du viel attraktiver!“ provozieren bei mir nur noch ein müdes Lächeln. Alles nur heiße Luft, denke ich. Was mich aber fast immer in Rage bringt, sind Typen, die sich in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht richtig benehmen zu wissen und Manspreading praktizieren.

Luft zwischen den Beinen 

Manspreading bezeichnet die männliche Angewohnheit, die Beine im Sitzen richtig weit zu spreizen. Auf einer 4er-Sitzgruppe in der U-Bahn haben dann nur der Mann und vielleicht noch eine weitere Person Platz. Als Rechtfertigung kommt oft: Eine breitbeinige Sitzhaltung sei auf die männliche Anatomie zurückzuführen. Aber echt jetzt? Braucht das Gemächt zusätzliche Belüftung? Rechtfertigt es das Einnehmen eines weiteren Sitzes? Alter, komm bitte mal klar!

Doch ist Manspreading nun tatsächlich sexistisch geprägt? Ist es „nur“ ein Luxusproblem von Teilzeitfeministinnen? Oder handelt es sich schlicht um unaufmerksames oder ignorantes Verhalten im öffentlichen Raum? (Dazu gehört auch das vermeintlich weibliche Pendant, das Shebagging: Bezeichnung für das Abstellen von Taschen und Einkaufstüten auf einem Sitz.)

Einfach mal ein bisschen Rücksicht nehmen

Diese Fragen haben sich natürlich schon andere gestellt. In der New York Subway läuft schon seit 2015 eine Kampagne gegen das platzeinnehmende Sitzverhalten mancher Männer. Ich persönlich finde: Ja, es ist leider sehr oft sexistisch geprägt und ein Ausdruck von „male privilege“! Zu dem Habitus gehört auch sehr oft eine Hand, die vermeintlich auf dem Oberschenkel abgelegt ist, mit einem Finger aber doch Berührung zum Gemächt sucht… Vielleicht wird ja gerade von der Traumfrau geträumt? Oder vom Traummann? Oder es ist wirklich einfach bequemer?

Warum auch immer, wenn ich dann einen Herren der Schöpfung bitte, mir etwas Platz zu machen, damit ich mich auf den vermeintlich freien Sitz setzen kann, erwarte ich, dass die Beine pronto zusammengehen. Stattdessen wird aber oft mit totalem Unverständnis (Beine werden maximal zwei Zentimeter bewegt), blödem Grinsen (Machtspielchen) oder sogar Pöbeln („Was is’n mit dir los?“) reagiert.

Ich werde dann recht schnell wütend. Und laut. Das Zurückpöbeln ist nicht nur befreiend für mich, sondern auch eine öffentliche Ermahnung an die Person, dass es nun eine beobachtende Öffentlichkeit seitens der anderen Fahrgäste gibt. Meistens reicht das und das Verhalten wird korrigiert.

One body, one seat!

Oft aber passiert gar nichts. Vermutlich, weil sich viele (Frauen) nicht trauen, das hypermaskuline Posing anzusprechen. Dabei ist das Verhalten, ob nun als sexistisch oder rücksichtslos interpretiert, einfach nicht okay. Die U-Bahn ist schließlich für alle da. Und auf die Bitte, eine Tasche vom Sitz zu nehmen, wird von den meisten Leuten ja auch sofort reagiert.

Was passiert eigentlich, wenn…

…sich Frauen im öffentlichen Raum wie Männer verhalten? Also zum Beispiel, auch mal breitbeinig rumsitzen?