Im Juni habe ich mit Nina Straßner vom Blog Juramama.de im Berliner Soho House einen Vortrag über „Female Empowerment“ gehalten. Nina sprach über juristische Dinge und ich über den Schoß. Die weiblichen Gäste nickten, doch eine Frau stand auf und verließ den Raum mit den Worten: „Ich bin eine nicht gebärende Geschäftsfrau“. Später am Abend habe ich mir die Fragen gestellt: Was für ein Problem haben Frauen mit ihrer Weiblichkeit? Warum kann man nicht eine kinderlose Geschäftsfrau sein und trotzdem eine Verbindung zu seinem Schoß, zu seinem Frau sein haben und seine weibliche Kraft leben?

Für mich ist Weiblichkeit enorm wichtig geworden – und auch der Schlüssel zu meinem Glück und Erfolg. Seit der Geburt meiner Tochter vor vier Jahren hatte ich zwei neue Sätze im Kopf: „Ich bin so fertig“ und „Ich weiß nicht, wie ich das alles schaffen soll“. Die meisten Tage hetzte ich wie ein Duracellhase durch mein Leben. Frühstück machen, Sportrucksack für die Kleine packen, schnell, schnell zur Kita, zur Arbeit, zur Abholung. Schlechtes Gewissen dem Arbeitgeber gegenüber, der Kollegen, dem Kind. Am Spielplatz dann Handy am Ohr, die Kleene am anderen Ohr, dann waschen, aufräumen, kochen… gegen acht Uhr schlief ich dann noch vor meiner Tochter ein.

So ist das eben mit Kind, dachte ich. Doch auch meinen kinderlosen Freundinnen geht es kaum besser. Manche schieben 100 Überstunden vor sich her, sind auch am Wochenende immer für Kollegen erreichbar, werden bei Beförderungen dennoch übergangen und reden dann schlecht über sich selbst, weil sie 5 Kilo zu viel haben und gestern nicht beim Sport waren.

Warum bin ich so ausgepowert?

Vor zwei Jahren habe ich beschlossen: Schluss jetzt! Ich will wieder in meine Kraft kommen! Ich habe das Geburtstrauma und den Kaiserschnitt bearbeitet, war beim Tantra, einer Schamanin, habe Ratgeber gelesen, mit Heilerinnen, Alchimistinnen und Coaches gesprochen und viel nachgedacht. Dabei ist mir ein Licht aufgegangen: Wir Frauen werden unterdrückt. Das klingt krass, doch die Wahrheit ist: Das System der Unterdrückung ist so tief verwurzelt, dass es uns – und auch den meisten Männern – kaum noch auffällt. Dank Kirche und Patriarchat leben wir in einer Männerwelt und das tut uns nicht gut (und den Männern auch nicht).

Wir sind keine Männer. Wir sind Frauen. Unsere Skills wie Weichheit, Empathie, Intuition, Gefühle, Hingabe werden in der Gesellschaft als „Schwäche“ wahrgenommen. Fakten sind gewünscht, statt „Gefühlsduselei“, Kontrolle statt Emotionen, Strategien statt Intuition. Doch was passiert, wenn die eigenen Gaben so wenig akzeptiert, erwünscht und geliebt werden? Richtig, wir lehne sie ab. Wir lehnen uns ab. Mit Rollen und Masken versuchen wir dann, jemand anderer, jemand besserer zu sein, um akzeptiert und respektiert zu werden. Wir stehen unseren Mann. Selbst wenn das heißt, dass wir nicht in unserer Energie, in unserem Flow, in unserer Stärke sind. Doch seitdem ich mehr und mehr meine Weiblichkeit lebe, umso entspannter, klarer, stärker und letztlich auch erfolgreicher werde ich.

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Die weibliche Energie ist rund

Also reden wir mal über die Dinge, die uns schwächen. Die männliche Energie ist linear, Männer machen eine Sache nach der anderen. Frauen nehmen die Welt rund wahr, auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Ihr kennt das, denn niemand hat so viel Sachen gleichzeitig im Kopf wie Frauen, kann so gut Multitasking – und das Denken kaum noch abschalten. Denn unsere Energie ist nur noch im Kopf, dabei müsste sie im Schoss sein.

Ich sag jetzt einfach mal ein Wort, wo viele Frauen zusammenzucken: GEBÄRMUTTER. Die Gebärmutter ist das Kraftzentrum der Frau. In schamanischen Kulturen ist die Gebärmutter ein heiliges Organ. Dort entstehen Babys, dort passiert die Magie, die Leben entstehen lässt. Die Gebärmutter ist die direkte Verbindung zum Universum, zum Göttlichen, aber auch zu Mutter Erde. Sie hat mehrere Kräfte: Gebären (das wissen wir), aber auch Intuition, Heilung und Visionen wohnen ihr inne. Wo die Zervix in Kulturen als drittes Gehirn (neben dem Hirn und dem Darm) oder viertes Auge (nach dem dritten Auge) verehrt wird, ist sie bei uns ein Risikoorgan für Krebs. Die Macht und Lust, die der Zervix innewohnt, ist vielen Frauen unbekannt.

Welche Macht?

Die Frau ist ein zyklisches Wesen. Je nachdem, wo sie in ihrem Zyklus steht, ist sie ein anderer Archetyp, die Jungfrau, die Mutter, die weise Alte, die Skelettfrau und hat andere Stärken. Hier schön beschrieben von Miranda Gray. Von daher gibt es keine einfache Gebrauchsanweisung für Frauen. Was heute gut ist, mag morgen – in einer anderen Zyklusphase – nicht funktioniert.

Ich habe mich etwa immer gefragt, warum ich manchmal so introvertiert bin und an anderen Tagen die weltbeste Smalltalkerin? Die Antwort? Meinem Zyklus! Statt dagegen anzuarbeiten, lebe ich nun mit ihm und erkunde sein Potenzial: Während der ersten beiden Zyklustage ruhe ich wie ein Baum im Winter. Ich bleibe zu Zuhause, liege im Bett, höre inspirierende Podcasts und denke nach. Seitdem habe ich keine Migräne mehr und den restlichen Zyklus bin ich viel leistungsfähiger. Natürlich klappt das nicht immer, denn auch für mich gibt es Deadlines, Workshops oder das Kita-Sommerfest. Dann versuche ich, einfach kürzer zu treten: Sage Abendtermine ab oder kürze sie ein, esse gesünder, trinke viel Wasser oder mache einen Spaziergang. Und wenn dafür auch keine Zeit ist? Blumen am Tisch, gesunde Naschis, Ingwertee, aber vor allem ein liebevoller und achtsamer Umgang mit mir selbst.

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Du sollst brav sein!

Ihr fragt Euch vielleicht, warum ich das „nicht einfach aushalte“ oder mich so benehme, „dass es niemand merkt“? Weil ich begriffen habe, dass mein Zyklus mich stärkt. Ich im Einklang mit ihm mehr und mehr in meine Kraft komme. Und je mehr ich in den Flow komme, desto mehr fallen mir die viele unausgesprochenen Gesetze für Frauen auf: „Du sollst schön sein“. „Du sollst brav und folgsam sein“, „Als Mutter/Ehefrau darfst Du nicht wild sein“. Ich habe gemerkt, dass ich randvoll mit Glaubenssätzen bin, die sich gegen mich richten. „Wenn ich so bin, ich bin, werde ich nicht geliebt“. „Was ich fühle, stimmt nicht“. „Meine sexuelle Energie ist gefährlich“. „Ich darf nicht reich und mächtig sein“. Ich könnte die Liste unendlich fortsetzen, doch ich glaube, Ihr habt verstanden.

Vorhin sprach ich über die Lustquelle Schoßraum. „Der weibliche Körper ist gemacht für Orgasmen“, sagte Sextherapeutin Aleksandra Veronika hier. Inzwischen weiß man, dass die Klitoris nicht der Fortpflanzung dient, sondern dem Vergnügen. Sie ist mit zwei Nerven mit dem Gehirn verbunden, die Gebärmutter sogar mit drei Nerven. Eigentlich kann jede Berührung im Schoss Orgasmen auslösen, sogar DMT ausschütten, das dritte Auge, das Scheitelchakra öffnen, die Kundalini aktivieren. Was Frauen oft nicht begreifen: Sexuelle Energie ist Lebenskraft! Und die dient nicht dem Mann und dessen Vergnügen, sondern der Frau und ihrem Leben (und Vergnügen ;).

Die Zeit der weiblichen Kraft

Ganz genau. Sie ist der Cappuccino am Morgen und die volle Power-Packung um Kind, Karriere, Träume und Männer locker wuppen zu können, daneben noch zu führen, zu heilen, zu wissen und bei alldem Spaß zu haben. Die Macht, die der Sexualität und Weiblichkeit innewohnt, wird selten gelebt und auch selten gelehrt. 2/3 der Frauen weltweit leben in Unterdrückung. Von Afrika, über die arabischen Länder bis Asien. „Frauen zeigen sich nicht in ihrer Kraft, weil sie Angst haben, weggestoßen zu werden“, erklärte die Schamanin Sonia Emilia Rainbow beim Online-Kongress „Womb Power“ (den ich übrigens sehr empfehlen kann). Doch nun kommt die Zeit der Weiblichkeit. Immer mehr Frauen empowern sich, altes Frauenwissen wird vermittelt und mehr und mehr Frauen stehen nicht mehr ihren Mann, sondern leben ihre Weiblichkeit, zum eigenen Wohle, aber auch zum Wohle der Familien, Nationen und der Welt. Denn wir spüren alle, dass die Welt wieder in Balance kommen muss und das kann sie nur, wenn es neben der männlichen Kraft auch wieder die Weibliche gibt.

Wie wir wieder in unsere Macht kommen

Und zwar so, dass die weibliche Macht zu unserem Leben passt. Egal, ob Frauen als Journalistin, Web-Designerin, Bankangestellte, Polizistin, Mutter, Ehefrau, Juristin oder Kinderlose lebt, polygam, monogam, lesbisch oder fluid orientiert ist. Karriere machen wollen oder auf einem Boot um die Welt segeln möchten. Jede von uns ist Expertin für ihr eigenes Leben und ihre eigenes Glück. Bei dem Workshop „Power to the Women“ helfen wir Euch diese Expertin zu werden, damit Ihr euer Potenzial erkennen und entfalten könnt. Als Journalistin, Bloggerin bei happyvagina.de, Mutter, Suchende und Wissende spreche ich über altes Frauenwissen, doch ich übersetze es in unser modernes Leben, so dass es zu Computer, Handy und Karriere passt.

Zusammen mit Sandra Kaul, systemische Coach und Gründerin ihrer Coachingpraxis KIWIBLAU, habe ich ein Power-Paket geschnürt. Wir arbeiten an Glaubenssätzen, festigen Eure positiven Werte und aktivieren Ressourcen, die Euch stärken. Genauso sprechen wir über das Potenzial des Zyklus, die Macht der Gebärmutter, wir machen Schoß-Meditationen, Yoni-Atmungen und treffen die innere Göttin. Spiritualität trifft modernes Coaching, damit die Teilnehmerinnen schwächende Rollen und Masken ablegen und Ihre wahre Größe annehmen können.

Infos, News und Wissenswertes zu „Power to the Women“: https://www.facebook.com/events/195259751004619/

Anmeldung: info@kiwiblau.de

Mehr zu Tina und Sandra: www.happyvagina.de und www.kiwiblau.de