Koko La Douce ist mindestens genauso entzückend wie Shirley MacLaine in dem dem Billy Wilder-Kultfilm „Das Mädchen Irma La Douce“. Das Schweizer Mädchen Koko allerdings ist Burlesque-Tänzerin und inspiriert mit ihren Shows und Vaginal Kung Fu-Workshops, die Empowerment, Bodypositivity und Sexual Healing versprechen.

Koko, du bist Burlesque-Tänzerin und bietest Workshop für die Körpermitte an. Was verstehst du unter „Mitte“?

Es geht mir um die physische, psychische und seelische Mitte. Diese sitzt für mich im unteren Bauchbereich, insbesondere in unserem Schoß. Bei der Auseinandersetzung mit meiner eigenen Mitte, habe ich nicht schlecht gestaunt, über die positiven Prozesse, die das in mir freigesetzt hat. Ich fühlte, wie ich immer mehr in meine Kraft kam. Also nicht nur physisch, sondern auch psychisch. Und da begriff ich, dass ich gerade dabei bin einen wertvollen Schatz zu erobern – den will ich selbstverständlich mit anderen Frauen teilen.

Durch meine Burlesque-Auftritte komme ich viel in der Welt rum und verbinde das mit dem Unterrichten von Workshops für Frauen. Ich arbeite anhand von Beckenboden-Übungen und Yoni-Eiern aus Halbedelsteinen wie Jade oder Rosenquarz, mit denen man erweiterte Beckenboden- und Vaginal-Übungen ausführen kann. Das kombiniere ich mit eigenen Übungen, welche ich über die Jahre sorgfältig entwickelt habe. Diese haben schöne Namen wie „Knocking on heavens door“, „Lipstick-challenge“ oder das „The Yes-to-No-Workout“.

Es geht mir um Himmels Willen nicht darum, ein weiteres Selbstoptimierungsgebot in Umlauf zu bringen! Aber am eigenen Leibe zu erfahren, wie ich dadurch immer mehr mein persönliches Potenzial ausschöpfen kann – ist schlussendlich eine innige Begegnung mit mir selbst.

Wieso ist es wichtig die Mitte zu stärken?

Warum? Weil das damit einhergeht in meine zu Kraft kommen – mir selbst zu begegnen.Ich bin dann nicht mehr so empfänglich was andere mir verklickern wollen (das betrifft auch mich als deine Workshop-Leiterin).
Wenn ich in meinem Saft bin, dann gibt es quasi kein Loch mehr zu stopfen mit Konsumgütern, die ich nicht brauche um glücklich zu sein.
Die Mitte zu stärken wirkt sich auf verschiedenen Ebenen aus:

  • Gesunder Beckenboden und Gesunde Körperhaltung
  • Erweckung von evtl. schlafenden „Pleasure Spots“
  • Intensivierung des Orgasmus (jab – true!)
  • Erhöhung der Libido
  • Im Saft sein – Juicy Vagina 😉
  • Post Geburt-Behandlung
  • Begleitung in die Menopause
  • Mehr Kontrolle über me, myself and I
  • Ein gutes Stück Selbstvertrauen
  • Einen vollen Becher Lebensfreude
  • Im Optimalfall: eine de luxe-Beziehung zu mir selbst
  • Und das unbezahlbare Gefühl: in die eigene Kraft zu kommen.

Trotzdem – keine sollte müssen, aber alle sollten dürfen.

Was macht es emotional mit den Frauen eine starke Mitte zu haben?

Sie fühlen sich dem Leben nicht mehr so ausgeliefert. Können Möglichkeiten zum Glücklichsein besser ausfindig machen und aktiv nutzen. Begegnen Herausforderungen im Leben mit mehr Gefasstheit und Entschlossenheit. Sie können mehr Positives zulassen und mehr Negatives bewältigen, weil sie weniger ausgeliefert sind.

Und sie können stundenlang Trampolinspringen.

Sozusagen vor Nebenwirkungen wird gewarnt: Mehr Salz – mehr Pfeffer und definitiv mehr Liebe (für dich selbst und andere)!

Wie verändert es ihren Körper?

Kann schon vorkommen, dass einem morgens im Spiegel die Hängebrüste anfangen anzulächeln …

Hat es auch positive Auswirkungen auf das Sexleben?

Gelinde gesagt: es eine win-win-Situation. Oder mit anderen Worten: Wer geliebt werden will, kann keine Bettelschale aufstellen.
Wie soll ich zu sexueller Erfüllung gelangen, wenn ich eine sparsame Beziehung zu meiner Mitte hege?
Ladies – wie sollen unsere Partner und Partnerinnen uns Verzückung verschaffen, wenn in unserer Mitte eine leere Garage steht? Den heißen Schlitten können nur WIR da parken. Und aus Erfahrung weiß ich, dass viele Frauen sich gar nicht mehr bewusst sind, was für ein heißer Schlitten in ihrer Garage bereits steht.

Du hast erzählt, dass die Vagina ursprünglich nicht zum penetrieren gedacht ist, sondern eine Audienz gibt. Was meinst du damit?

Die Muskelfasern der Vagina sind dafür geschaffen zu umklammern und Dinge in sich hineinzuziehen. Genauso kann die Vagina auch Dinge hinauskatapultieren, seien es hübsche Yoni-Eier oder aufdringliche Körperteile. Die Penetration ist da für mich eher eine willkommene, aber zusätzliche Variante. Berücksichtigen wir jedoch die feinstoffliche und psychische Beschaffenheit einer Vagina, dann sollten die heiligen Hallen nicht betreten werden, bevor DEIN Körper eine Audienz erteilt hat.

Es ist zum Beispiel Bestandteil von der Yoni-Ei-Praktik, das Ei nicht einzuführen, ohne dass ich mir vorher die Erlaubnis meines eigenen Körpers dazu geholt habe.
Frauen: wählt bewusst, wem und was ihr Zugang in euer Inneres gewährt. Unterschätzt das nicht und schätzt und schützt euren Schatz!
Es gibt da draußen Schatzjäger in verschiedensten Varianten.

Meine Vagina, mein Anus und ich führen sowas wie eine polyamouröse Beziehung. Wir haben viel Spaß zusammen. Meine Vagina hat beispielswiese einen großartigen Humor, sie macht manchmal sehr lustige Geräusche …

Möchtest du mehr erfahren über meine polyamouröse Beziehung mit mir selbst? Hier könnt ihr euch meinen Burlesque-Act „Forever Yummie“ anschauen:

Und hier seht ihr Koko im Gespräch mit unserer Autorin und Sexberaterin Heike Niemeier – da trifft sich Frauenpower galore!

Und für diejenigen unter euch, die immer noch nicht genug haben: Schon nächstes Wochenende, am 27. und 28. Juli sowie am 14. und 15. September (weitere Termine folgen), finden die nächste Vaginal Kung Fu-Workshops im Frauenzentrum Schokoladenfabrik Berlin statt!