Unsere Autorin liebt Sexpartys. Seit einiger Zeit ist sie in einer festen Beziehung – und geht weiter ihrer Leidenschaft nach. Doch dieser Abend ist besonders: Sie geht auf eine Sexparty allein. Ohne ihren Mann. Wie wird es sich anfühlen?

Auf dem Weg zum Meetup bin ich nervös. Ich habe das Gefühl, als würde etwas in meinem Hals feststecken. Vielleicht, weil es meine erste Sexparty ist, seitdem ich in einer festen Partnerschaft bin. Mein Freund hat mich losgeschickt mit den Worten: „Wir haben diesen Deal, dass wir auch außerhalb der Partnerschaft sexuelle Begegnungen mit anderen haben können. Wenn du magst, kannst du gerne allein gehen, ich möchte diesmal nicht mit.“ 

Meine Bedenken vor der Sexparty allein

Einerseits freue ich mich, dass er mich ziehen lässt. Andererseits habe ich ein mulmiges Gefühl. Immerhin ist es meine erste Sexparty allein. Werde ich mich heute Abend so richtig hingeben können? Oder wird er in meinem Kopf rumspuken? Wird es sich wie Fremdgehen anfühlen? Und wie wird es sein, ihn nach der Sexparty wiederzusehen? Ich schiebe alle Gedanken zur Seite und gehe weiter.

Der Abend fängt wie eine Homeparty an. Wir treffen uns in einer schicken, großen Altbauwohnung mit hohen Decken. Viel Platz zum Aufhalten, sei es auf der großen Couch, auf dem von fremden Blicken abgeschirmten Balkon, in der Essecke oder auch ganz klassisch in der offenen Küche. Jeder Gast bringt was zum Trinken und Snacks mit, alle sitzen oder stehen gemütlich beisammen, quatschen, trinken und essen. Dazu läuft laute Musik, es sind so ungefähr 40 Menschen da. 

Auf Solopfaden: So werde ich warm

Dank der Gespräche werde ich schnell locker. Die Konversation und Fragen sind direkt: „Seit wann bist du schon in dieser Gruppe dabei? Ach, du warst auch bei der Sexparty letzten Sommer? War eure Beziehung schon immer offen? Ah ja, das ist schon eine große Umstellung von monogam auf poly. Mutig, dass du das gleich so zu Beginn der Beziehung klar ausgesprochen hast. So viele trauen sich ja nicht ihre Bedürfnisse auszusprechen und dann geht die Betrügerei los.“ Ich fühle mich wohl auf meiner ersten Sexparty allein.

Im Laufe des Abends kommt dann unter der casual Kleidung nach und nach das eine oder andere sexy bis kinky Teil zum Vorschein. Ein Harness aus Leder, Ketten, Latex, ein nackter Oberkörper oder ein durchscheinender Spitzenbody. Doch ganz entspannt. Alle, wie sie sich wohlfühlen. 

Solo-Sexparty: In der Küche wird es heiß

Einige fangen an zu tanzen. Andere kuscheln oder knutschen, manche Hüllen fallen. Ich finde mich in der Küche mit einem Mann wieder, den ich vom letzten Mal kenne. Aus Getränke auffüllen, wird plötzlich wildes Knutschen. Am Anfang bin ich zögerlich, denn es ist ein bisschen her, dass ich außerhalb meiner Partnerschaft unterwegs war, doch dann lass ich mich gehen. Ignoriere die Blicke von der Couch gegenüber. Spüre wie seine Hände unter mein Kleid wandern, in mein Höschen … Puh, mein Atem geht schneller. Ich spüre, wie er mich auf den Küchentresen hebt. Meine Beine auseinander führt, das Höschen beiseite schiebt und vor mir auf die Knie geht, um mich mit seiner Zunge zu verwöhnen. Ich halte mich am Küchenschrank fest, genieße und schließe die Augen. Nehme verschwommen wahr, dass wir neugierig beobachtet werden… 

1+1 wird zum Dreier

Schwer atmend bitte ich um eine Pause. Mein Wunsch ist Befehl. Wir stehen nebeneinander in der Küche, trinken und schmunzeln darüber, dass wir jetzt erstmal wieder brav sind. Danach gehen wir zurück zu den anderen, tauschen verstohlene Blicke aus. Ein Gast bekommt es mit. „Na, was ist denn bei euch passiert?“ Wir schmunzeln, berühren uns entspannt, fast schon vertraut. Wie schnell das manchmal gehen kann, wenn intime Berührungen ausgetauscht wurden…

Die Musik wechselt. Lädt uns zum Tanzen ein. Wir tanzen, knutschen, fummeln als ein weiterer Mann dazu kommt. Ihn kenne ich zwar, doch bisher war der Funken bei mir nicht so richtig übergesprungen. Diesmal lasse ich mich langsam auf seine Berührungen ein. Bin gleichzeitig etwas überfordert davon, dass gleich zwei Männer an mir dran sind. Weiß manchmal gar nicht, welche Hand zu wem gehört und wohin mit meinen Händen. Es wird sehr heiß, mein Kleid wird nach oben geschoben, der BH beiseite, mein Höschen ist eh schon klatschnass. Ich genieße meine Sexparty allein.

Meine Sexparty allein ist der Hit

Ich frage meine beiden Begleiter, ob wir die Party auf das große Bett verlagern können. Dort fallen nun die letzten Hüllen. Das ist auch der Moment, wo mein Kleid ins Nirvana verschwindet. 

Einer der beiden Männer positioniert sich so vor mir, dass ich ihn mit dem Mund verwöhnen kann, während der andere in mich eindringt. Ui ui … das sind viele Sinneswahrnehmungen auf einmal. Die Positionen werden getauscht. Mal werde ich mit den Fingern oder auch mit der Zunge verwöhnt, mal dringt ein Penis in mich ein (immer mit Kondom – das versteht sich für alle Beteiligten von selbst), während ich mit den Händen und meinem Mund für Ekstase sorge und gleichzeitig genieße, so verwöhnt zu werden. 

Ich hab keine Ahnung, wie spät es ist. Die Zeit fliegt. 

Langsam wird auch für andere das große Bett interessant. Ein Paar fragt, ob hier noch Platz ist. Auch das ist anregend. Zu hören und zu sehen, wie andere neben uns Sex haben. Später höre ich, während die Musik kurzzeitig mal ruhiger wird, dass auch im anderen Raum gut die Post abgeht. 

Ich genieße es von vielen Männern verwöhnt zu werden

Ich nehme verschwommen wahr, wie ich mit meinen beiden Herren von anderen beobachtet werde. Ein mir bisher unbekannter Mann kommt langsam näher. Schaut erst zu. Kommt noch näher. Einer der anderen beiden löst sich aus unserem Dreier. Der Dritte tastet sich vor. Berührt mich zärtlich. Wartet auf Bestätigung von mir. Ich lasse ihn langsam näher kommen. Er wird Teil des sich neu formenden Dreiers. Zwischendurch kommt der eine für einen Moment zurück, ich nehme es mit geschlossenen Augen wahr, dass ich diese Lippen bereits gespürt habe. Wow, die Achterbahn der Sinne geht weiter. Ich genieße es sehr, von so vielen Männern gleichzeitig verwöhnt zu werden und dabei so viel zurückgeben zu können, einfach dadurch, dass ich mich ihnen hingebe. So toll habe ich mir meine erste Sexparty allein nicht vorgestellt.

Deshalb gelingt Sex mit Fremden

Sex ist eine geniale Sache, wenn sie einvernehmlich stattfindet. Wenn Genuss gelebt werden kann, ohne Vorurteile. Wenn Körper und Menschen sich frei begegnen können. Wenn respektvoll miteinander umgegangen wird. Wettbewerbsfrei. Achtsam. Dann entsteht Vertrauen – selbst unter Fremden. 

Für mich macht es so viel Sinn, was Christopher Ryan im Buch „Sex at Dawn“ schreibt. Seiner Meinung nach unterstützt Sex den Zusammenhalt einer Gruppe, weil er für Entspannung sorgt und es dadurch zu weniger Streitigkeiten kommt. Ich darf das in dieser Gruppe erleben, die sich zu Sexpartys trifft. Dort entsteht so ein familiäres Gemeinschaftsgefühl – ganz egal, ob Mensch aktiv sexuell beteiligt sind, Gespräche führen oder einfach anwesend sind. Es ist so schön, wenn Liebe auf verschiedenen Ebenen fließt. 

Nach der Sexparty allein: Für meinen Partner ist es nicht einfach

Irgendwann, ich stelle fest, es ist fast 3 Uhr, bewege ich mich vom großen Bett runter. Für die heutige Nacht hab ich reichlich Sinneseindrücke gesammelt und freu mich darauf, nach Hause zu fahren, zu duschen und mich in mein eigenes Bett zu kuscheln. Doch wo ist mein Kleid? Glücklicherweise habe ich noch eine Leggings und eine Strickjacke dabei, sodass ich nicht nackt nach Hause muss.

Während ich einen Teil dieser Zeilen schreibe, bin ich gerade auf dem Weg, mein am nächsten Morgen wieder aufgetauchtes Kleid abzuholen. Es ist sogar vom Gastgeber des Meetups frisch gewaschen worden. Was für ein Service. Die Kinky Szene ist definitiv eine sehr fürsorgliche.

Zu Hause merke ich, wie gut ich mich fühle, entspannt, offen, weich, aber auch ordentlich müde ich mich fühle nach meiner Sexparty allein, zu zweit, zu dritt, zu viert. Mein Partner kommt etwas später von einer anderen Veranstaltung zurück, ich möchte ihm nah sein und spüre, wie ich mich noch mehr zu ihm hingezogen fühle. Doch für meinen Partner ist es anders. Er braucht erstmal Abstand, möchte für sich verarbeiten, was an diesem Abend bei mir geschehen ist. Das ist nicht ganz einfach für mich. Ich fühle mich zurückgewiesen und gleichzeitig verstehe ich, dass er etwas Zeit zum Verdauen der neuen Situation braucht. Dass ich mich weicher und ihm viel näher spüre, ist ja meine Wahrnehmung und meine Erfahrung. Mal schauen, wie ich damit in Zukunft umgehe…

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