Frau mit Glitzerkugel am Kopf als Synonym für Orgasmustipps
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Ich komme: 6 Orgasmustipps vom Profi

Einen Orgasmus zu erleben, ist für einige Frauen nicht das Einfachste. Damit der Weg zum Halleluja vielleicht doch noch klappt, hat Sexberaterin Mignon Kowollik hier ihre Top-Tipps zusammengefasst.

Es gibt nicht nur einen weiblichen Orgasmus, sondern sehr viele verschiedene Wege zum Gipfelsturm. In meiner Praxis erlebe ich es immer wieder, dass die Frau ihrem Partner einen Orgasmus „schenkt“ und dabei selbst leer ausgehen. Damit das nicht so bleibt, sondern auch die Frau einen unvergesslichen Höhepunkt erlebt, kommen hier sechs Orgasmustipps, die dabei helfen können, zu kommen.  

Tipp 1: „Ich komme“: in der Realität oft ein Traum

Jedes Mal einen Orgasmus zu erleben, ist oft eine Illusion. Selbst wenn im Fernsehen oder bei Pornos Frauen während des Geschlechtsverkehrs immer einen Orgasmus bekommen, ist das mehr Fantasie als Realität. Beim Sex im realen Leben bekommt nur etwa ein Viertel der Frauen durch reine Penetration einen Orgasmus. Die restlichen Frauen benötigen die Stimulation der Klitoris, um in Jubelschreie auszubrechen. Selbst bei einem langen Geschlechtsverkehr wird die Klitoris nur selten ausreichend stimuliert, um zu kommen. Mein Orgasmustipp an die meisten Frauen: Selbst noch dazu Hand anzulegen oder einen Vibrator zu benutzen. 

Tipp 2: Touch me

Nicht nur die Klitoris sorgt dafür, dass wir zum Orgasmus kommen, auch der restliche Körper möchte berührt werden. Am besten ist es, wenn der Partner oder die Partnerin den gesamten Körper berührt: von der Kopfhaut bis zu den Fußsohlen. Denn jeder Quadratzentimeter des Körpers ist ein Spielplatz der Sinne. Entdeckt werden dürfen auch neue Körperstellen, denn viele Männer, aber auch Frauen, konzentrieren sich auf ein paar Bereiche des Körpers und übersehen den Rest. 

Klientinnen, die sich schwer vorstellen können, am gesamten Körper berührt zu werden, empfehle ich, dass sie Sex als Ganzkörpermassage betrachten sollen, – die auch die Genitalien einschließt. Diese Art von Ganzkörpermassage bewirkt nämlich eine tiefe Entspannung, die Frauen zu Orgasmen verhelfen können. Der Partner beginnt bei der Massage sanft am Kopf und massiert einmal runter bis zu den Füssen. Mein Tipp: gerne mit gut duftender Massagelotion oder einem köstlichen Massageöl.

Und noch ein Orgasmustipp von mir: Einige Bereiche, die sich überraschend erotisch anfühlen können, sind die Kopfhaut, die Ohren, das Gesicht, der Hals, die Füße und – hättest du es gedacht? – die Kniekehlen.

Tipp 3: In der Ruhe liegt der Orgasmus

Der Spruch heißt eigentlich „in der Ruhe liegt die Kraft“, denn das Zauberwort heißt hier „Verlangsamung“. Eine längere sinnliche Aufwärmphase hilft Frauen, zum Orgasmus zu kommen. Im Vergleich zu Männern brauchen Frauen wesentlich mehr Zeit, um sich auf das Genitalspiel einzustellen. Mein Orgasmustipp: Vergiss den „Volle Fahrt voraus“-Modus und schalte lieber um auf „Mit halber Kraft voran“. Ich empfehle mindestens 30 Minuten lang zu küssen, zu kuscheln und den ganzen Körper zu streicheln, bevor Frau und Mann sich auf den direkten Weg zum Höhepunkt machen.

Tipp 4: Lass nicht den Alltag in dein Sexleben einziehen

Raus aus dem Trott! Sicherlich ist dir schon einmal aufgefallen, dass der Sex erregender ist, wenn es im Urlaub passiert oder an einem anderen Ort auf der Bucketlist. Woran das liegt? Die Antwort ist sehr simpel. Es liegt daran, dass die Routine durchbrochen wurde. Dafür gibt es sogar einen wissenschaftlichen Hintergrund: Der Botenstoff Dopamin steuert die Erregung im Gehirn. Wenn das Dopamin ansteigt, steigt auch die Erregung und damit die Wahrscheinlichkeit eines Orgasmus.

Mein Orgasmustipp: Versuche daher ruhig mal etwas anderes. Lass deiner Fantasie freien Lauf. Liebe an einem neuen Ort zu machen, auf eine andere Art und Weise, zu einer anderen Zeit oder in anderen Klamotten. Die Möglichkeiten kennen hier keine Grenzen, so lange sich beide Sexpartner wohlfühlen.

Tipp 5: Nicht ohne mein Gleitmittel

Vergiss nie ein Gleitmittel in deinem Nachtkästchen aufzubewahren. Gleitmittel macht nämlich die Genitalien von Frauen (und Männern) in Sekundenschnelle erotisch empfindlicher und kann Frauen somit auch zu einem Orgasmus verhelfen. Zudem kann sich Sex ohne Gleitmittel für einige Frauen, die etwa unter Scheidentrockenheit leiden, sehr unangenehm anfühlen. Aber ACHTUNG: Spritze niemals Gleitmittel direkt auf die Genitalien! Das Gefühl kann kalt und unangenehm sein. Gib stattdessen lieber etwas davon in deine Hände oder die des Partners und verreibe es mit den Fingern/Handflächen, um es vorher anzuwärmen. 

Tipp 6: Ich will doch nur spielen

Lass den heiß geliebten Vibrator beim Sex nicht in der Schublade, wenn die oben genannten Tipps keinen Erfolg bringen. Selbst mit den besten Ratschlägen können einige Frauen immer noch Probleme mit dem Orgasmus haben. Frauen, die mit solch einem Anliegen zu mir kommen, bekommen von mir den Orgasmustipp, dass sie ihren Vibrator ins Sexspiel einbauen sollen, denn sie brauchen eine intensivere Stimulation. Der Vibrator soll auf keinen Fall den Penis ersetzen, sondern soll spielerisch beim Sex mit dem Partner oder der Partnerin eingebunden werden. Schließlich kann ein Sexspielzeug nicht küssen oder kuscheln und daher besteht keine Konkurrenzgefahr. Er kann nur eine Sache tun und manche Frauen brauchen eben diese eine Sache, um einen Orgasmus zu bekommen. 

Fazit

Verwirf die Vorstellung, jedes Mal zu kommen und gleichzeitig erforsche weiter die Wege zum Halleluja. In einer langjährigen Liebesbeziehung ist es die gemeinsame Aufgabe, ein erotisches Umfeld zu schaffen, das entspannt und erregend ist, sodass auch die Frau kommen kann.