Die Online-Partnervermittlung Parship weckt romantische Hoffnungen mit dem mathematischen Slogan „Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single über Parship“. Bei der Singlebörse Tinder heißt es pragmatisch: „Matchen. Chatten. Daten“ nach dem „Hot or Not“-Prinzip. Doch was unterscheidet die beiden Plattformen den nun wirklich voneinander?

Damit Frau und Mann sich nicht im Dschungel der Dating-Webseiten verirren, haben wir uns ein paar der wichtigsten angesehen und ausprobiert. Natürlich haben wir uns nicht mit den klassischen Partnervermittlungen wie Friendscout, Elitepartner oder Parship befasst, sondern haben gleich mal in die Erotik-Abteilung geschaut. Schließlich wollten wir auch wissen, welche Seite bisschen mehr Sex zu bieten hat.

Wisch und weg mit Tinder & Co.

Viele werden es kennen: Auf unserem Handydisplay erscheint ein Foto, das eine Mischung aus Entsetzen, Verwunderung und Bewunderung für so viel Mut, genau dieses online zu stellen, hervorruft. Meistens ist es auch einfach nur Desinteresse. Also wischen wir ganz schnell nach links nach dem Motto „bloß schnell weg damit“! Und sofort kommt das nächste Foto. Dieses Spiel treiben wir gefühlte 1000-mal bis endlich ein Foto kommt, das unser Interesse weckt und wir nach rechts für „gefällt mir“ wischen. Im besten Fall kommt dann ein „pling“ und schon taucht ein Match auf. Die andere Person findet uns also auch gut.

Das ist das Tinder-Prinzip. Am Anfang fand ich es super. Ich habe mich wie im Supermarkt für Männer gefühlt. Ich konnte mir alle ansehen, musste mich aber nicht ungewollt anbaggern lassen, da nur bei einem Match miteinander gechattet werden kann. Das ist ein Vorteil von Tinder. Bei OkCupid flattern nämlich auch ungewollte Nachrichten ins Postfach und die sind meistens langweilig („Hi“!) oder eindeutig beknackt („Sex?“). Bei Bumble ist es sogar so, dass ausschließlich die Frauen die erste Nachricht schreiben können. Und mittlerweile gibt es auch eine Erweiterung der App für die Suche nach neuen Freundschaften (Bumble-Bff).

Tinder funktioniert weltweit und mit geografischer Umkreissuche. Personen, die den Kriterien entsprechen (bei der kostenlosen Version von Tinder lässt sich nur das Alter angeben) werden angezeigt.

Ähnliche Portale wie Tinder sind z.B. Lovoo, Jaum, Badoo oder wie bereits erwähnt – OkCupid. Bei letzterem wird über einen umfangreichen Fragenkatalog noch eine Übereinstimmung nach Prozenten ermittelt. Ein ähnliches Mindset kann hier also neben der Optik ebenso berücksichtigt werden.

Nur ein Frosch am Tag mit Once

„Wen triffst du heute?“ heißt es bei Once. Diese App ist die einzig mir bekannte, bei der es eine Art Moderation gibt. Jeden Tag wird genau ein Profil vorgeschlagen, das speziell und angeblich „handverlesen“ für die suchende Person ausgewählt wurde. Hier geht es darum, das schnelle Blättern im Single-Katalog etwas zu bremsen und sich aufmerksam der einen Konversation zu widmen. Natürlich nur bei Gefallen. Ein tolles Interview mit der co-CEO von Once Clémentine Lalande könnt ihr hier nachlesen und euch dabei gleich ein paar Experten-Tipps abholen.

Swinger-Party ist nicht gleich Swinger-Party

Die App Feeld richtet sich an Sex-positive Singles und Pärchen, die entweder eine offene Beziehung führen oder eine dritte Person für amouröse Spielchen suchen. Ein andere wichtige Dating-Plattform ist Joyclub.de mit über einer Million Mitgliedern. Diese Plattform ist besonders interessant für Swinger und Menschen, die gerne auf erotischen Parties mit Stil unterwegs sind. Hier lassen sich nicht nur Partner für den nächsten ONS (ein was? Hier sind die wichtigsten Begriffe der Online-Datig Kommunikation für euch erklärt), eine Affäre oder sogar eine Beziehung finden. Joyclub ist eine sehr beliebte Plattform um erotische Events aller Art zu bewerben. Es findet sich alles von Kuschel- und Raufenparties, über erotische Tanzpartys bis hin zu eindeutigen Sexparties mit Herrenüberschuss.

Wer gerne auch auf Reisen erotische Kontakte pflegen und über sexy Parties informiert sein möchte, kann sich auch mal auf SDC.com oder spicymatch.com umschauen.

Überall Männer

Auf den meisten Plattformen sind die meisten Mitglieder so vielfältig wie das Leben selbst. Von wirklich attraktiven Singles und Paaren über nichtssagenden Profile, verpixelt, ohne Kopf oder mit Bierplautze in Badehose. Männer sind jedoch eindeutig in der Überzahl, sodass die meisten Frauen sich auf eine große Anzahl von Nachrichten freuen dürfen (oder halt auf nicht). Wem es zu aufwendig ist, die ganze Flut an Post zu beantworten, denen hat es der Joyclub einfach gemacht. Es gibt einen “Nein, danke!”-Button. Den kurz drücken und schon erhält der Absender einen freundlichen Text, dass es einfach nicht gefunkt hat. Sehr hilfreich.

Nur die Harten kommen in den Garten oder zu Fetlife

Wer eine besondere Vorliebe hat, einen Fetisch pflegt oder es besonders kinky mag, wird Fetlife.com lieben. Die amerikanische Seite bietet jeder noch so absurden (legalen) Neigung eine Plattform. Ob man jemanden sucht, mit dem sie oder er als Hund Gassi gehen oder in Damenwäsche stecken möchte, für Sadomaso, Bondage oder andere Rollenspiele, bei Fetlife gibt es passende Partner weltweit und unendlich viele Bilder zu jedem Thema. Da die Seite aus Amerika kommt, gibt es keinerlei Jugendschutz. So muss man sich nur anmelden und einloggen und schon kann man in einer Flut an Bildern von dunkelblauen Hintern, Spermabädern oder anderen Extremen schwelgen. Die passenden Partner zu finden ist schwieriger. Es gibt keine Filter oder Suchfunktion wie bei anderen Seiten. Man kann nur nach Namen direkt suchen oder sich durch die diversen Profile klicken. So oder so sollten Frau oder Mann Lust auf Schweinereien haben, denn darin ist Fetlife.com unschlagbar.

Ich persönlich hatte viel Spaß an Tinder. Bis ich irgendwann ein Superlike bekam. Der junge Mann auf der anderen Seite war auch ausgesprochen süß. Wir haben einen Abend geschrieben, am nächsten Tag telefoniert und wieder einen Tag später trafen wir. Und nun sind wir seit 3 Jahren ein Paar.

Suki schildert ihre mehr oder weniger begeisterten Eindrücke über das virtuelle Dating-Verhaltung paarungswilliger Singles in ihrem Artikel „Nein, ich möchte dich nicht kennenlernen!“