Sexolocigal Bodyworkerin Aleksandra Veronika

Sexolocigal Bodyworkerin Aleksandra Veronika

Aleksandra Veronika ist Tantra-Masseurin und Sexualcoach. Im ersten Teil des Interviews erklärt sie, warum Frauen von Tantra profitieren und den Vorteil vom Wellenorgasmus gegenüber dem Gipfelorgasmus (Teil 3). In diesem Gespräch erklärt sie jedoch De-Armouring, also die emotionale Entpanzerung, und gibt praktische Tipps um in Kontakt zu seiner Yoni (so nennen Tantriker den weiblichen Schoß) zu kommen.

Du hast eine Tantra-Ausbildung aber auch viele Workshops von Thai-Massage, Sexualogical Bodywork, bis Ganzkörperorgasmus gemacht. Womit beschäftigst Du Dich gerade?

Gerade die De-Amouring-Technik von Andrew Barnes fasziniert mich. Es ist eine Mischung aus Energiearbeit und Tiefengewebemassage um physische und emotionale Spannungen zu lösen. Alte Emotionen, die teilweise von Generation zu Generation weitergegeben werden, können so befriedet werden.

Welche Arten von Panzerungen meinst Du genau?

Ein Panzer ist das Resultat der erstarrten Lebensgeschichte eines Menschen. Der Begriff wurde von Wilhelm Reich, einem Psychoanalytiker und Sexualforscher, eingeführt. Körperpanzer sind erlernte unbewusste muskuläre Spannungen, die aufgrund negativer Erfahrungen und negativer Gedanken entstehen.

Was bedeutet beides für die weibliche Sexualität?

Die Vagina ist ein großer Muskel und Emotionen werden in der Muskulatur gespeichert. Immer wenn wir etwas erleben, das uns emotional überfordert, spannen wir bestimmte Muskel an – je nachdem welche Emotion es ist. Über die Jahre wird daraus ein Muster. Und weil die Vagina im Gegensatz zum Penis ein Muskel ist, werden Muster auch dort gespeichert. Alles, was unsere Mütter und Großmütter Schreckliches erlebt haben, haben sie in ihren Körper gespeichert. Also alle Kriegstrauma wie Todesangst, Vergewaltigung, Gewalt oder Hunger wurden gespeichert und an uns weitergegeben.

Fühlen deshalb so viel Frauen nichts in Ihrem Schoß?

Das könnte eine Erklärung sein, warum so viele Vaginen taub und unempfindlich sind. Warum so viele Frauen ihren Körper und sich selbst hassen. Mit Tantra können wir die persönlichen Traumata bearbeiten, aber auch die unserer Mütter und Großmütter, die an uns weitergegeben wurden.

Wie sieht diese Heilarbeit aus?

Wie gesagt, ich finde Tantric Body De-Amouring dafür großartig. Damit entpanzert man den Körper. Das ist intuitive Körperarbeit, bei der man verschiedene Reflexpunkte am Körper, aber auch in der Vagina drücken kann und mit sehr viel Aufmerksamkeit und Bewusstsein von mir und mit Hilfe der Frau (durch atmen und tönen), kann man diese Blockaden lösen. Das kann sehr kraftvoll sein und man kann damit Emotionen von Generationen lösen.

Ist eine taube Yoni noch aus anderen Gründen schlecht?

Das Kraftzentrum der Frau ist der Gebärmutterhals. Hier liegt ihre Energiequelle, da der Muttermund energetisch mit dem Herzen verbunden ist. Eine Entpanzerung des Muttermundes ist ein sehr intensives Erleben. Und auch ein Orgasmus am Muttermund ist ein großartiges Erlebnis. Zum Verständnis: Es gibt einen Nerv an der Klitoris, der mit unserem Hirn verbunden ist. Es gibt aber drei Nerven, die unseren Muttermund mit dem Gehirn verbinden. Diese Orgasmen sind viel intensiver, viel lustvoller, aber davor muss man erst die alten Spannungen loswerden.

Was können Frauen selbst tun, um in Kontakt mit Ihrer Yoni zu kommen?

Man muss wieder eine sexuelle Beziehung mit sich selbst aufbauen. Wie fühlt es sich an den Körper zu berühren und was fühlt man dabei wirklich? Nicht, was man fühlen will oder soll, ist entscheidend, sondern was man wirklich fühlt! Es kann auch Ärger und Enttäuschung spürbar werden und das muss man dann akzeptieren. Um mit sich selbst in Kontakt zu kommen, sind drei Dinge wichtig: Atem, Bewegung und Töne.

Wieso Atem?

Wenn wir tief in den Bauch atmen, spüren wir mehr. Die meisten Menschen haben einen flachen Atem, der nur in die Brust geht. Wenn wir aber tief in den Bauch atmen, dann verbinden wir uns mit unserer Sexualität und aktivieren den Energiekörper.

Wieso Bewegung?

Bewegung macht einen nicht nur locker, sondern bringt einen auch in den physischen Körper hinein. Wir sind sehr im Kopf, aber wenn man im Bett etwa mal die Füße anzieht, die Arme hebt, das Becken kreisen lässt, sich streckt, dann kommen wir wieder in den Körper zurück.

Und wofür ist das Tönen gut?

Damit ist nichts anderes als Stöhnen gemeint. Das hat man uns oft schon von klein auf abtrainiert, dabei verbindet uns das Tönen mit unserem emotionalen Körper und das steigert die Lust. Dadurch bringt man das Gewebe zum Vibrieren und die Energie fließt dadurch besser. Durch das Tönen können plötzlich beim Sex auch Emotionen hochkommen. Man fängt an zu weinen oder zu lachen oder hat einen Orgasmus zu. Die drei Schlüssel zum Orgasmus sind der Energiekörper der physische und der emotionale Körper.

Wie verändert Tantra und auch erfüllter Sex Deine Klientinnen?

Es verändert alles. Frauen, die sich spüren und mit sich sind, haben andere Beziehungen. Sie öffnen sich mehr, sind glücklicher und der Mann und die Kinder spüren das auch. Wenn wir die sexuelle Energie nutzen, um mehr Freude in unser Leben zu bringen, dann sind problematische Dinge, gar nicht mehr so schlimm, wir reagieren dann nicht mehr zickig, sondern freundlich.

Danke für das Gespräch!

Teil 1: Tantra

Teil 3: der Orgasmus