Seit einem Jahr habe ich wieder meine Regel. Zuvor habe ich hormonell verhütet und war sieben Jahre regelfrei. Klingt bequem, ist es irgendwie auch, aber. Das ABER äußerte sich bei mir in einer Pillen-Depression, ich habe darüber hier schon einmal berichtet.

Meine erste Periode nach der langen Pause war gar nicht so schlimm wie befürchtet. Ohne Schmerzen. Nur das mit den Tampons war mir sofort unangenehm. Schon immer brauchte ich nur die „Kleinen“, weil ich nie stark blutete, dennoch fühlte es sich immer fremd, trocken und austrocknend an. Außerdem sind die Tampons der meisten Hersteller mit Chlor gebleicht und das will ich meiner Muschi lieber nicht antun.

Einfach laufen lassen

Die Alternative hätte eine Menstruationstasse (lest hier mehr dazu) sein können, da ich Binden eklig finde, aber dafür blute ich nicht genug. Daher darf es nun laufen. Ich merke, wenn ein „Schwall“ Blut sich aus dem Uterus löst. Es ist wie ein Kribbeln. Es ist nicht so, dass das Blut einfach rausfallen würde, die Scheidenwand ist etwas geriffelt und das Blut fließt langsam über diese „Stufen“ nach unten. Das bedeutet: Ich habe genug Zeit, einfach auf’s Klo zu gehen. Ich muss nicht rennen, denn ich habe etwa zwei Minuten Zeit.

Auch nachts muss ich mir keine Sorgen machen, denn beim Liegen kann nichts auslaufen. Bis jetzt ist jedenfalls noch nie etwas daneben gegangen. Morgens gehe ich sowieso auf die Toilette und beim Pinkeln fließt dann eben auch das Blut der Nacht ab. Ich kann das freie Menstruieren nur empfehlen, es ist so befreiend und hat mich auch mit meinem Körper und Zyklus wieder in Einklang gebracht.

Um die Wäsche zu schonen, verwende ich Slip-Einlagen und nur beim Sport, wenn ich Ausgehe oder mal einen wichtigen Termin habe, wo ich ganz „sicher“ gehen will, benutze ich ausnahmsweise mal einen Tampon.

Eine Reaktion auf die Tamponkrankheit

Es gibt auch eine politisch-feministische „Free Bleeding“-Bewegung, die sich für das Recht jeder Frau einsetzt, frei und schamfrei zu menstruieren. Die Bewegung startete in den 1970er-Jahren als Reaktion auf das Toxische Schocksyndrome (TSS), auch Tamponkrankheit genannt.

Yoga-Lehrerin Stepp Gongora ist gegen Period-Shaming. Foto: Instagram @casa-colibri

Ganz aktuell wird das Thema durch Yoga-Lehrerin Steph Gongora befeuert. Sie hat ein Video von einer Yoga-Session online gestellt – mit einem roten Fleck zwischen den Beinen. Gongora hat während der Asanas kein Tampon, Binde oder Menstruationstasse verwendet, weil sie zeigen wollte, dass es kein Period Shaming geben sollte. „Ich bin eine Frau. Und deshalb blute ich. Es ist schmutzig, es ist furchtbar und es ist wunderschön“, sagte sie dazu. „Über Hunderte von Jahren hat unsere Kultur dafür gesorgt, dass es uns peinlich ist zu bluten. Hat dafür gesorgt, dass wir uns deshalb dreckig fühlen und wir uns dafür schämen.“

Fazit

Wo sie recht hat, hat sie recht. Wer also wenig blutet, kann auf die meisten Hygieneartikel verzichten. Ich kaufe nur chlorfrei gebleichte Slip-Einlagen mit Bio-Baumwolle. Gibt es mittlerweile auch bei DM. In diesem Sinne: Happy Bleeding!