Neulich beim Plausch mit einer Bekannten gab es diesen seltsamen Moment. „Ist dieser Druckwellen-Vibratoren wirklich so toll“, fragt sie mich. „Meine Freundinnen kommen unter 1 Minute zum Orgasmus“, sagt sie weiter.

„Ich habe noch einen original verpacken Womanizer zu Hause. Magst du den haben?“, frage ich.

„Da muss ich erst meinen Mann fragen“, antwortete meine Bekannte.

WAAAAAS?

Ich bin geschockt. „Den Mann fragen?“ Warum? Fragt dich dein Mann auch, bevor er sich einen runterholt? Ich habe die Fragen dann doch nicht gestellt. Eigentlich schade. Ich habe sie auch nicht gefragt, was ihr Mann gegen ihren Solo-Sex einzuwenden haben könnte? Stattdessen habe ich mir viele Gedanken über ein wichtiges Thema gemacht: ERLAUBNIS.

Warum ist es selbst in Deutschland im 21. Jahrhundert für viele Frauen noch so schwer ihre Lust ohne Wenn und Aber auszuleben? Sich zu erlauben, sich zu befriedigen? (Das da das Wort FRIEDEN drinsteckt, zeigt schon die Wichtigkeit 😉 Wir wohnen schließlich in einem Land und zu einer Zeit, wo Frauen so viele Freiheiten genießen wie kaum anderswo. Wählen, arbeiten und Auto fahren dürfen. Über ihren Körper und ihre Sexualität entscheiden können und Sex haben können, mit wem, wann und wie oft sie wollen. Auch mit sich selbst.

Solo-Sex ist Selbstfürsorge

Solo-Sex ist Quality Time mit dir selbst: Du spürst deinen Körper, fühlst deine Haut, genießt deine Berührung und lässt deine Energie fließen. Er erfüllt dich, tut dir gut und lässt dich strahlen. Er ist ein Geschenk an dich – genauso wie eine Massage, ein Yoga-Retreat oder ein Museumsbesuch.

Solo-Sex ist ganz anders als mit einer Partner*in. Er steht nicht in Konkurrenz, sondern ist eine Bereicherung! Nicht nur für Singles, sondern auch für diejenigen, die in einer Beziehung leben. Erwiesenermaßen steigert Solo-Sex die Lust – und damit auch die auf andere Menschen.

Der Druckwellenvibrator ist ein interessantes Spielzeug. Gerade für Frauen, die sich mit einem Orgasmus schwertun, vielleicht sogar noch nie einen hatte, könnte dieses Gerät eine echte Bereicherung sein und ihnen zu völlig neuen, lustvollen Erfahrungen verhelfen. (Auch wenn zu viel des Guten manchmal zu viel sein kann…).

Doch anscheinend hapert es manchmal noch mit der Erlaubnis und der Selbstermächtigung. Ich kenne das auch von mir selbst: Manchmal fällt es so schwer, mir zu erlauben in meine Kraft zu kommen, meine Wahrheit und meine Wünsche frei auszusprechen – sogar vor mir selbst. Da ist die Scham, die Schuld oder die Angst als anstrengend, kompliziert, zu viel, zu wenig oder zu wild… angesehen zu werden.

Mein Trick ist es, mir immer mehr das zu erlauben, was mich glücklich macht; und immer mehr das wegzulassen, was mich unglücklich macht. Dafür muss ich ausschließlich mich selbst und nur mich um Erlaubnis bitten.

Mein ganz persönlicher Wunsch: Dass sich immer mehr Frauen erlauben, ihre Sexualität immer freier auszuleben. Dass keine Frau um Erlaubnis bitten oder sich insgeheim für die eigene Lust schuldig fühlen muss und sich stattdessen lustvoll lebt – ob mit einem Partner, einer Partnerin, als Single oder mit einem Spielzeug 🙂