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Online-Coaching gegen sexuelle Lustlosigkeit

Sexuelle Unlust ist ein Tabuthema. Dabei ist Lustlosigkeit im Bett für viele Frauen kein unbekanntes Problem. Zwei Psychologinnen entwickeln nun ein Online-Programm, um Frauen bei sexueller Lustlosigkeit zu helfen.

Die beiden Psychologinnen Julia Velten und Milena Meyers arbeiten am Lehrstuhl für klinische Psychologie und Psychotherapie an der Ruhr-Universität Bochum. Sie haben ihr Wissen für die MiSelf-Studie gebündelt. Damit wollen sie dem Thema sexuelle Unlust bei Frauen auf den Grund gehen. Gleichzeitig bieten sie aber auch ein Online-Programm an, das Betroffenen helfen soll. 

Wie viele Frauen sind laut bereits bekannten Studien von dem Problem „sexuelle Unlust“ betroffen?

Wichtig zu wissen ist zunächst, dass im Bereich der sexuellen Probleme, im Speziellen bei der Lust auf Sex, sehr viele Frauen „betroffen“ sind. Das individuelle Verlangen ist von vornherein bei jeder Frau sehr unterschiedlich ausgeprägt. Diese Schwankungen und Unterschiede sind jedoch vollkommen normal. 

Von einem sexuellen Problem oder gar einer sexuellen Funktionsstörung sprechen wir erst dann, wenn Frauen stark darunter leiden, wenig oder kein Verlangen zu haben. Insbesondere dann, wenn sie auch andere Phasen von sich kennen oder sich für sich selbst und ihre eigene Sexualität so leben zu können, wie sie möchten, etwas anderes wünschen würden. Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen unterscheiden dabei sexuelle Probleme und sexuelle Funktionsstörungen. Sexuelle Probleme sind Einschränkungen in der Sexualität, die oft auftreten, aber vorübergehend sind. Damit sind zum Beispiel Veränderungen in der Lust auf Sex gemeint. 

Aus Studien wissen wir, dass eine große Zahl von Frauen über die Lebensspanne Probleme mit ihrer Sexualität erleben. Studien gehen dabei von Zahlen zwischen 30 – 67 Prozent aus. Vermindertes sexuelles Verlangen ist dabei tatsächlich das häufigste Problem bei Frauen (20 Prozent Jahresprävalenz). Eine tatsächliche Funktionsstörung, in dem Sinne, dass therapeutischer Behandlungsbedarf bestehen kann, erleben circa 6 Prozent der Frauen in ihrem Leben.

Julia Velten, Milena Meyers
Julia Velten, Milena Meyers (re.) / RUB, Marquard

Wie kommt es zu diesen hohen Zahlen?

Diese hohen Prozentzahlen haben tatsächlich ganz verschieden Gründe. Lust auf Sex und sexuelles Verlangen schwanken einerseits über verschiedene Lebensphasen hinweg oft sehr stark. Andererseits ist die Sexualität oft der erste Lebensbereich, der unter Stress oder bei Veränderungen und großen Anstrengungen im Leben (Schwangerschaft, Jobwechsel, Prüfungsstress usw.) als Erstes leidet. Oft wird den eigenen sexuellen Bedürfnissen weniger Raum eingeräumt und die Achtsamkeit für Veränderungen in diesem Bereich fehlt. So fällt oft zunächst gar nicht auf, wenn weniger Lust auf sexuelle Aktivität besteht.

Was gibt es bereits für Hilfsangebote für Betroffene? Und werden die genutzt?

Es gibt schon viele erprobte, sexualtherapeutische Angebote, die auf Konzepten und Ansätzen der kognitiven Verhaltenstherapie basieren. Wir wissen aber auch, dass achtsamkeitsbasierte Programme für Frauen mit sexuellen Problemen sehr hilfreich sein können. Mit Achtsamkeit ist dabei ein auf die Gegenwart ausgerichtetes, nicht wertendes Wahrnehmen eigener Gefühle, Gedanken und Körperempfindungen gemeint. Leider gibt es aber nur wenige (in jedem Fall nicht genug) gut ausgebildete Sexualtherapeut*innen. 

Hinzu kommt, dass therapeutische Angebote für Paare in Deutschland nicht von den Krankenkassen übernommen werden und auch, dass es kaum bekannt ist, dass es therapeutische Angebote für sexuelle Probleme gibt. Hinzu kommt dann natürlich, dass es für viele Betroffene schwierig ist, Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen, weil Sexualität immer noch ein Tabuthema ist. Es wäre also gut, Frauen ein Angebot machen zu können, das leichter zugänglich und mit einer niedrigeren Hemmschwelle verbunden ist.

Ihr wollt nun mit Eurer MiSelf-Studie (https://www.miself-studie.deherausfinden, ob Frauen Online-Programme besser helfen, da diese niedrigschwellig, anonym und ortsunabhängig zugänglich sind. Was für Probandinnen sucht ihr noch für die Studie? Wie kann man sich bei Euch melden?

Für unsere Studie suchen wir Frauen jeden Alters, die seit einiger Zeit geringes sexuelles Verlangen bei sich feststellen und die darunter leiden. Dabei ist für uns egal, ob sich die Frauen in einer Partnerschaft befinden oder nicht. Auch die sexuelle Orientierung spielt überhaupt keine Rolle.

Trotzdem habt ihr bereits ein kostenloses Online-Hilfsprogramm entwickelt. Was bekommen Betroffene da für Hilfe?

Wir haben zwei Varianten des Programms entwickelt, die wir ein wenig miteinander vergleichen wollen, um festzustellen, welcher Ansatz für welche Frauen hilfreich ist.

Einerseits gibt es das COPE-Programm, bei dem es darum geht, negativen Gedanken in Bezug auf Sexualität auf die Spur zu kommen und sie zu hinterfragen. Andererseits bieten wir mit dem MIND-Programm einen achtsamkeitsbasierten Ansatz, bei dem es darum geht, dass die Teilnehmerinnen in Achtsamkeitsübungen ihren eigenen Körper und dessen Empfindungen neu erfahren.

Die Teilnehmerinnen erhalten dann – und das ist das Gemeinsame an beiden Programmen –  in einem achtwöchigen Programm die Möglichkeit selbständig insgesamt acht Lektionen online zu bearbeiten. In den Lektionen werden einerseits Informationen zu Sexualität und sexuellen Problemen gegeben und es gibt viele Möglichkeiten sich mit der eigenen Entwicklung auseinanderzusetzen. 

Ein weiterer wichtiger Baustein des Programms sind Sensualitätsübungen, mit denen es darum geht allein oder mit einem Partner der eigenen Körper und die eigenen sexuellen Wünsche und Vorlieben genauer erkundet werden können. Die Teilnehmerinnen sind dabei nicht allein, sondern werden von einer persönlichen eCoachin durch das Programm begleitet, die auch nach jeder Lektion eine Rückmeldung gibt und über eine Nachrichtenfunktion kontaktiert werden kann.

Wie kann ein neuer Fokus auf den eigenen Körper, Frauen helfen, in ihre Lust zu kommen?

Die Fähigkeit, den eigenen Körper und körperliche Empfindungen nicht wertend wahrzunehmen, kann sehr dabei helfen, eigene Bedürfnisse besser kennenzulernen und für körperliche Empfindungen und Veränderungen sensibler zu werden. Der Fokus auf das Hier und Jetzt kann während sexueller Begegnungen oder Erlebnissen dabei helfen, auf die eigenen Bedürfnisse besser zu achten und sich nicht durch Gedanken oder Sorgen ablenken zu lassen. So ist es besser möglich ganz in der Situation und bei sich zu sein und sich weniger Gedanken um Anderes zu machen.

Beschreibt mal einige Übungen genauer …

Die Übungen sind Schritt für Schritt aufeinander aufgebaut. Eine der Übungen ganz zu Beginn legt den Fokus auf die Erkundung des eigenen Körpers. Dabei geht es darum, die Vulva mit den eigenen Händen zu erkunden. Allerdings geht es zunächst überhaupt nicht um die Herstellung von Erregung. Im Anschluss gibt es dann weitere Übungen, bei denen mit der eigenen Erregung experimentiert wird, z. B. indem die Teilnehmerinnen verschiedene Formen der Stimulation ausprobieren. Dabei ist jedoch wichtig zu wissen, dass jede Frau auf ihr eigenes Tempo achtet und schaut, wie sich die Übungen für sie entwickeln.

Sind diese sensitiven Übungen immer schön anzufühlen oder steigt da nicht auch Wut, Scham, Ekel auf?

Natürlich sind die Übungen erst einmal ungewohnt, sodass Scham und Angst zu Beginn eine Rolle spielen können. Jede Teilnehmerin darf und soll dabei aber auf sich selbst achten und eine Übung nur dann machen, wenn sie sich wirklich bereit fühlt. Andererseits ermutigen wir auch dazu, Dinge auszuprobieren und Neues zu wagen. Starke Emotionen sind für uns vor allem ein Zeichen das Tempo zu verlangsamen und für sich selbst zu schauen, welche Bewertungen und Befürchtungen vielleicht gerade eine Rolle spielen könnten. Dabei werden die Teilnehmerinnen auch von ihrer eCoachin unterstützt.

Wie helfen diese negativen Gefühle bei der Heilung?

Emotionen sind mit Bewertungen verbunden, die ja erst dazu führen, dass bestimmte Gefühle entstehen. Wir interessieren uns mit den Teilnehmerinnen für die Befürchtungen und Gedanken, die eine Rolle spielen und versuchen ein Angebot zu einem anderen Umgang damit zu machen. Also kann man sagen, dass die Auseinandersetzung mit unangenehmen Gefühlen und mit den Gedanken und Bewertungen, die diese Gefühle entstehen lassen, hilfreich ist. Wenn man eigene Befürchtungen und gedankliche Muster hinterfragt, ist man auch bereit Neues auszuprobieren.

Wie gut ist sexuelle Unlust heilbar?

Bisherige Therapieangebote im einzeltherapeutischen Rahmen zeigen sehr gute Behandlungserfolge. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit der eigenen Lust auseinanderzusetzen, wenn man sich eine Veränderung wünscht.

Was wünscht Ihr Euch von eurer Studie?

Gerade die weibliche Sexualität und Lust sind lange vernachlässigt worden. Wir würden gerne mit unserer Studie dazu beitragen, dass sich die Behandlungsangebote für Frauen, die oft unglaublich stark unter ihrem verminderten sexuellen Verlangen leiden, verbessern. Für uns ist dabei wichtig, dass wir Frauen ein gut erprobtes Angebot machen können, dessen Wirksamkeit gesichert ist. Das möchten wir mit der Studie gerne erreichen. Langfristig würden wir uns wünschen, dass wir so dazu beitragen, dass betroffene Frauen unkompliziert und schnell Hilfe finden und so frühzeitig die Möglichkeit haben, sich mit ihrem Problem auseinanderzusetzen.

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Tantrakongress mit Tina als Speakerin

Frau mit Lautsprecher

Ich liebe Online-Kongresse. Als ich mich ganz frisch mit dem Thema „Weibliche Sexualität“ auseinandergesetzt habe und alles über Tantra, vaginalen Orgasmus und sexuelle Erfüllung wissen wollte, habe ich gaaaanz viele Kongresse angeschaut (lest hier mehr darüber). Ich habe mir alle Interviews kostenlos angeschaut und wenn mir ein Kongress sehr wertvoll erschien, sogar das Kongress-Paket gekauft.

Und jetzt bin ich zum ersten Mal selbst mit dabei als Speakerin!!!

Am 5. Mai startet der Tantrakongress mit dem schönen Thema „Wild“. Hier geht’s zum Kongress.

Ich erlaube mir etwas die Werbetrommel für Macherin Ingrid zu rühren. Auf Grund der Sex-Thematik ist es ihr nämlich nicht möglich den Kongress im Social Media zu bewerben (Zuckerberg & Co sind nicht gerade Sex Positiv;). Daher finde ich es wichtig, dass wir alle, die in diesem Feld arbeiten oder aktiv sind, uns gegenseitig unterstützen, damit all die tollen Themen so viele Leute wie möglich erreichen.

Ingrid hat mit über 30 Tantrikern & Tantrikerinnen spannende Interviews zu folgenden Themen geführt:

*WILD WOMAN
* WILD MAN
* TANTRIC FUSION
* SHADOW WORK
* OUT OF THE BOX

Mit dabei sind Kristina Marlen, Violeta Labella (mehr über sie hier und hier), Silja Rehfeldt (mehr über ihre Arbeit hier), Pia Mortimer, Amira uvm. Hier erfährst du mehr über die Speaker*innen.

Tina als Speakerin Tantrakongress
Tina als Speakerin Tantrakongress


Du erfährst beim Tantrakongress unter anderem: 

Wie kann die Frauin der heutigen Gesellschaft wieder mehr in ihre ursprüngliche Schöpferinnenkraftkommen?

Wie kann ein Mannseine innere Kraftund Wildheitwiederentdecken und stark leben?
Was ist eine tantrische Beziehung? Wie wird sie gelebt? Das wilde Brautpaar.

Welchen Schattenbegegnen wir in der Sexualität?

Schattenarbeit als Grundlage einer echten Liebe und Sexualität?
Was bedeutet tantrische Dominanz?

Hilft BDSMfür einen vielfältigeren, freieren Umgang mit Sexualität?

und vieles mehr!!

Melde dich unter hier an und erhalte ab Sonntag, dem 5. Mai 2019 kostenlos die Videos per Email zugesendet.
 

Du bist frei, dir die Interviews anzusehen wann & wo du willst.

Hole dir hier auch gleich dein Geschenk , den 24 Stunden gratis Zugang zu den Tantra Videos von 2018 zum Thema ORGASMUS!!!!!!

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Zervix-DeArmouring: Die heiße Massage – nur für Frauen

Frau, hält ihren Bauch

Ich gönne mir ein Rendezvous mit meinem Gebärmutterhals. Den Zervix kennen die meisten nur vom Krebsabstrich oder der Geburt – dabei ist dieses Organ für Mega-Orgasmen zuständig

Nach meinen ersten Erfahrungen mit Tantra und den Gesprächen mit Aleksandra Veronika und Olivia Bryant möchte ich mehr über das „Zervix De-Armouring” erfahren Bei meiner Recherche stoße ich immer wieder auf einen Name: Silja Rehfeldt. Klingt deutsch, denke ich, und google sie. Und tatsächlich arbeitet und lebt die Zervixexpertin in Berlin. Silja Rehfeldt ist seit zwanzig Jahren als körperorientierte Prozessarbeiterin tätig und unterrichtet Tantric Sience an der holländischen Rasayana Tantra Academy. 

Meine Neugier ist geweckt. Nachdem ich schon die Tantramassage gemacht habe, kann mich nichts mehr schocken, denke ich. Und mache einen Termin. Schließlich ist die Zervix das einzige Organ, das mit drei Hauptnerven mit dem Gehirn verbunden ist, was Mega-Orgasmen ermöglichen soll. 

by Hoffotografen

Körper-therapeutin Silja Rehfeldt

Foto by Hoffotografen

Verspannungen lösen

 Silja Rehfeldt empfängt mich in ihrer Praxis in Berlin-Friedrichshain. Mit ihren wilden, blonden Locken und ihrer offenen Art nimmt sie mir sofort meine Beklemmung. Nach einem langen Gespräch geht es los. Zuerst wird der Po massiert. 

„Das ist der Muskel der Seele“, erklärt sie mir dabei. Und dass es sehr schmerzvoll sein könne, denn „Scham und Schuld sitzen hier”. Rehfeldt erklärt, dass sie erst die gröbsten Verspannungen im Körper lösen müsse. So kümmert sie sich anschließend auch nicht um meinen Intimbereich, sondern um – den Kiefer. Die Lockerung der Gesichtsmuskulatur sei immens wichtig, da sie in Verbindung mit dem Beckenboden stünde, so Rehfeldt. 

„Wer oben verspannt ist, ist es unten auch.” 

Auch der Vagusnerv muss loslassen

Danach massiert sie mich rund um das Brustbein und das Zwerchfell. Vor Schmerz kann ich kaum noch atmen. Silja Rehfeldt bearbeitet meinen Vagusnerv. Der zehnte Gehirnnerv verläuft vom Kopf am Hals entlang durch den Brustkorb zum Herzen, von dort weiter in den Bauch zu den Verdauungsorganen. Als größter Nerv des Parasympathikus‘ ist er für die Entspannung zuständig. Außerdem ist er mit der Gebärmutter verbunden und von daher gilt: Ist der Vagusnerv angespannt, kann man sich beim Sex – oder beim Zervix De-Armouring – nicht entspannen. Danach widmet sich Rehfeldt noch meinem Schambeinknochen. Auch hier viel Pein. 

„Das kommt von den abgefangenen Stößen beim Geschlechtsverkehr“, erklärt sie ruhig, während sie die brennenden Knötchen massiert. 

Danach ist es soweit. 

Traumata und Taubheit lösen

Rehfeldt fragt nun, ob man bereit sei. Sie zieht Handschuhe an und massiert erst mal die Vulva, dann dringt sie vorsichtig ein. Bei schmerzenden und brennenden Stellen möchte sie, dass man den Schmerz gegen ihren Finger drückt. So kann sie Traumata und Taubheit lösen. Viele Frauen berichten nach dem Zervix De-Amouring nicht nur von mehr Lust, sondern auch von weniger körperlichen Schmerzen. Schließlich liegen im Unterleib nicht nur die Sexualorgane, sondern auch die untere Wirbelsäule, Bänder, Muskeln und die drei Beckenböden. Klar, dass jede Verspannung hier eine Kettenreaktion nach sich zieht. 

Am Ende widmet sich Rehfeldt der Zervix. Mit kräftigen Bewegungen massiert sie den großen Muskel, reibt die Oberfläche und knetet die Muskulatur. Das kann schmerzhaft sein, aber auch lustvoll. Einige Frauen berichten von fantastischen Orgasmen während der Behandlung. 

Hallo vaginale Orgasmus

Nach drei Stunden ist die Sitzung vorbei. Das Ergebnis ist überraschend: nach einigen Tagen weniger Rücken- und Schulterschmerzen. Ich bin insgesamt viel gelassener und weniger ängstlich. Offensichtlich war mein Vagusnerv sehr angespannt, also aktiv, weshalb ich nicht entspannen konnte. 

Und der Sex? Ist deutlich lustvoller geworden und die Orgasmusqualität hat sich verändert. Mehr Ohs!, die länger anhalten und sich ins Unendliche auszuweiten scheinen. 

„Das sind vaginale Orgasmen”, erklärt Silja Rehfeldt auf Nachfrage. 

Die zum Teil schmerzhafte und anstrengende Behandlung, das De-Armouring, hat sich gelohnt: Neue Wow-Empfindungen und vaginale Orgasmen lassen mich nun voll auf meine Kosten kommen. 

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Sex und Geld – wie passt das zusammen?

Paar, um das Geld vom Himmel fällt

Die Expertin Ute Benecke berät Frauen wie sie die Kraft ihrer Sexualität nutzen können, um nicht nur sexuelle, sondern auch finanzielle Fülle zu erreichen. Sie arbeitet online und von überall auf der Welt.

Liebe Ute, wie bist Du zur Sex-Coach geworden?

Alles begann mit einem einschneidenden Erlebnis, als ich für eine Routineoperation ins Krankenhaus kam. Ziel der Operation war, Myome aus der Gebärmutter zu entfernen, die meinem Kinderwunsch im Weg standen. Als ich aus der Narkose aufwachte, wurde mir mitgeteilt, dass meine ganze Gebärmutter entfernt werden musste. Ich war geschockt. Aus und vorbei der Traum von eigenen Kindern. Doch noch während ich allein in diesem kahlen, weißen Krankenhauszimmer lag, gab ich mir selbst ein Versprechen – das Versprechen, dass ich mein Leben ändern werde.

Wie hast Du Dein Versprechen umgesetzt?

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nach dem Ende einer 17-jährigen Beziehung gerade erst begonnen, meine eigene Sexualität weiter zu erkunden. Ich war neugierig, was es sonst noch so alles gab, was ich nicht kannte. Außerdem warf diese Operation eine Menge Fragen und Konflikte in mir auf: Bin ich überhaupt noch eine richtige Frau? Werde ich überhaupt noch einen Mann finden, wenn ich keine Kinder mehr bekommen kann?

Und so machte ich mich auf den Weg, meine eigene Sexualität weiter zu entdecken und besuchte Kurse und Workshops. Als ich mich nach meinem ersten Kurs von der Kursleiterin verabschiedete, sagte die diese zu mir: „Ute, du warst schon eine Schlampe bevor du hier hergekommen bist“. Ich war total empört. Wie konnte sie „so etwas“ zu mir sagen. Doch diese vermeintliche Beleidigung brachte etwas zum Vorschein, von dem ich bis dato keine Ahnung hatte: Ich habe da eine Gabe. Die Gabe, wie ich mit Sexualität im Allgemeinen und mit meiner eigenen Sexualität umging.

Hatte dein neuer Umgang mit Sex auch einen Einfluss auf deinen Beruf als Vermögensberaterin?

Ich habe mich selbst und meine sexuelle Kraft befreit und angefangen, sie zu leben. Das hat überraschender Weise nicht nur dazu geführt, dass ich mega tollen Sex hatte, sondern auch zu meinem finanziell erfolgreichsten Jahr als Vermögensberaterin. Ich habe mindestens 30 Prozent weniger gearbeitet und mit Spaß und Leichtigkeit zum ersten Mal sechsstellig im Jahr verdient. Und da war mir klar, dass hier ein Zusammenhang besteht, dass sexuelle Fülle auch zu finanzieller Fülle führt.

Ute Benecke

Ute Benecke 

Coach für erfülltes Sexleben

Seit du dich sexuell befreit hast, hat sich dein Einkommen verbessert? Wie hängt das zusammen?

Das ist ganz einfach. Dadurch, dass ich mich von all den Ängsten, Blockaden, der Scham und auch der tiefer Trauer in meiner Sexualität befreit habe, bin ich wesentlich selbstbewusster und selbstsicherer geworden. Ich bin in meiner Kraft. In meiner weiblichen und sexuellen Kraft. Ich weiß, wer ich bin, was mich ausmacht, was ich und meine Arbeit wert ist. Und ein wesentlicher Punkt ist, ich agiere aus der Lust und aus der Kraft heraus, anstatt zu denken, was ich sollte, müsste oder was Sinn macht. Das ist sehr anziehend und unwiderstehlich.

Du bietest Online-Kurse an wie „Fülle leben – sexuelle und finanziell”. Was für einen Zusammenhang gibt es von Geld und Sex?

Geld und Sex hat für mich sehr viel mit Kraft und Macht zu tun. Diese Kraft und Macht wird oft nicht im Guten ausüben. Ein Beispiel: Frauen demonstrieren ihre Macht gerne beim Sex. Sie bestimmen, wann und ob Sex stattfindet. Männer demonstrieren ihre Macht gerne mit Geld. Sie bringen das Geld nach Hause und wollen dafür auch Sex haben. Das findet meist völlig unbewusst statt. Es wird also Geld gegen Sex getauscht.

Mir ist es wichtig, dass Kraft und Macht im Guten ausgeübt wird. Die Frauen also in ihre eigene Kraft und Macht kommen, indem sie wieder selbst über sexuelle und finanzielle Freiheit verfügen. So kommen sie aus den Abhängigkeiten heraus in ihre Kraft. Dann kann übrigens auch eine wahre Begegnung zwischen Mann und Frau stattfinden.

Wie können Frauen Deiner Meinung nach in ihre Macht und Kraft kommen?

Tolle Frage! Der erste Schritt für mich ist immer, in die eigene Kraft und Verantwortung zu gehen. Das bedeutet konkret, sich davon zu verabschieden, dass der Prinz auf dem Pferd vorbeikommt und einen rettet. Stattdessen sollten Frauen lieber bereit sein, die Kröte zu schlucken und Verantwortung für sich und die eigene Sexualität zu übernehmen. Denn man hat genau die Sexualität, die man sich kreiert hat und nur man selbst ist dafür verantwortlich. Das meine ich mit „die Kröte“ schlucken.

Der nächste Schritt ist dann ernsthaft zu überlegen, wie soll Sexualität gelebt werden? Was sehen die eigenen Wünsche und Sehnsüchte aus? Dann geht man in einen Raum von „alles ist erlaubt“ und gestattet sich, seine Wünsche und Sehnsüchte zu denken. Der nächste und absolute wichtigste Schritt, den viele Frauen auslassen, ist dann aber die Umsetzung – Schritt für Schritt.

Um aufzuhören, brav, klein, lieb, schön und nett zu sein, braucht man außerdem ein Ziel. Etwas, wonach ich mich sehne, was ich wirklich aus tiefstem Herzen will. Und zum Schluss braucht es die Erlaubnis. Die Erlaubnis, die zu sein, die du wirklich bist: wild, frei, unverschämt, geil, zügellos und vieles mehr…

Wenn Frau dann wild und frei ist und der (finanzielle) Erfolg sich einstellt, ist der weibliche Erfolg dann anders als der männliche?

Ja. Sexuell erwachte Frauen haben andere Maßstäbe dafür, was Erfolg für sie bedeutet und andere Wege, wie sie erfolgreich sind. Als ich aufgewachsen bin, habe ich zum Beispiel gelernt, nur wenn ich hart und schwer arbeite, bin ich erfolgreich. Immer wieder falle ich da rein, dass ich mache, tue, kämpfe, hart arbeite. Doch das ist für mich kein weiblicher Erfolg.

Weiblicher Erfolg ist für mich, wenn ich aus meiner Kraft komme, wenn ich meiner Lust und Freude folge, dann bin ich im Fluss, dann kann ich kreieren, was ich mir wünsche, dann ist es leicht und einfach. Und das fühlt sich für mich so viel besser an, als wenn ich versuche, der bessere Mann und auf die alte Weise erfolgreich zu sein.

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Mit Yoni-Massagen zurück in die Lust

Frau bei der Massage

Yella Cremer ist Sex-Expertin. Interview verrät sie, warum die Yoni-Massage eine phänomenale Bereicherung für den Sex zu zweit – aber auch alleine ist. 

Wieso braucht die Welt ein Buch über die Yoni-Massage?

Weil es zu wenig Yoni-Massagen gibt! Ich glaube Yoni-Massagen würden noch viel mehr Frauen und Männern gut tun, denn sie sind eine ganz neue Art, die weibliche Sexualität zu wecken und zum Blühen und Strahlen zu bringen – und davon braucht die Welt doch definitiv mehr, oder?

Du rätst, dass gerade Paare die Yoni-Massage erlernen sollen, warum?

Unbedingt sogar. Denn es passiert oft, das sich ein Paar sexuell auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigt und der ist dann nicht besonders inspirierend und beide vermissen eine lebendige Sexualität. Yoni-Massagen sind auf diesem besonders wertvoll: Beide lernen die „Landkarte der weiblichen Sexualität“ kennen und die Frau wird richtig gut genährt und gefördert, so das ihre Lebendigkeit und ihre Freude wieder in die Beziehung zurückspiegelt.

Foto: Yella Cremer

Autorin

Yella Cremer

Wie hat sich dadurch Deine eigene Sexualität beziehungsweise Beziehung verändert?

Es gibt eine Zeit vor meiner ersten Yoni-Massage und eine Zeit danach. Ich habe unglaublich viel durch die Massagen, die ich bekommen habe gelernt: über meinen eigenen Körper, über meine Möglichkeiten Lust ganz leise und ganz laut zu erleben.

Auch die Yoni-Massagen, die ich geben durfte, haben mich viel gelehrt: über Hingabe und das Gefühl von Rührung beim Berühren. Macht das Sinn? Ich habe erlebt, dass es eine tiefe Ehre sein kann, eine Yoni-Massage zu geben, denn die Frau öffnet sich auf eine Weise, für die ich voller Bewunderung bin, für die Entfaltung und die Kraft, die ich dann sehe.

Wie kann die Yoni-Massage eine Beziehung genau bereichern?

Dort gibt es viele Aspekte: Lust und sexueller Genuss ist einfach etwas Wunderbares in der Beziehung und dabei kommt es nach meiner Erfahrung gar nicht so darauf an, wer gerade wen berührt.

Auch andere Bereiche können positiv von der Yoni-Massage profitieren: die Kommunikation wird oft ehrlicher und tiefer, denn es lohnt sich, Wünsche zu äußern, wenn sie so wunderbar erfüllt werden (können). Beide vertiefen ihr Wissen über sich und über den anderen oder die andere.

Buchcover Yoni Massage von Yella Cremer

Profitiert der Mann auch davon oder nur die Frau?

Definitiv beide Partner! Die meisten Männer lieben es, der Frau etwas zu schenken und hier haben sie wohl das schönste Geschenk überhaupt. Außerdem ist es ungeheuer antörnend einer Frau zuzugucken, die ihren Körper genießt.

Doch auch für sich selber bekommt der Mann viel: seine Qualität zu berühren bekommt Tiefe, seine Wahrnehmung wird präzise und er lernt in der Massage zu führen.

Die Massage muss geplant und vorbereitet werden. Warum sollten wir uns für Sex verabreden?

Weil er dann stattfindet! Wir verabreden uns für alles mögliche, aber für etwas so Wichtiges wie Sex nicht. Das ist reiner Wahnsinn!

Welche Anfänger*innenfehler können Deiner Meinung nach vermieden werden?

Naja, eher umgekehrt: welche Anfänger*innenfehler sollte jeder entspannt machen, denn deswegen heißen sie ja Anfänger*innenfehler. Wenn überhaupt, ist die Idee alles gleich richtig machen zu wollen, ein Fehler, denn wer sich Scheitern verbietet, kann nichts neues Lernen. Wer nur perfekt sein möchte, darf ja fast nichts machen.

Grundsätzlich gilt: für eine gute Massage muss es wirklich warm sein und es sollte ein angenehmes Öl und gegebenenfalls ein Gleitmittel verwendet werden und nicht irgendeine Body-Lotion.

Vor welche Herausforderungen könnte mal als Paar gestellt werden?

Die größte Herausforderung ist der erste Schritt: Oft haben Paare jahrelang die Idee „Wir sollten mal …“ bis sie sich wirklich trauen. Wenn das Eis erst einmal gebrochen ist, wird es leichter. Ein zweiter Punkt macht das Üben deutlich leichter: Wenn ich explizit vorher abspreche, das Fehler okay sind, dann sind beide viel entspannter.

Die ganze Massage dauert 2 – 3 Stunden, lassen sich auch nur Teile davon übernehmen? Wenn ja, welche?

Natürlich lassen sich Teile davon übernehmen, nur ist es dann keine klassische Yoni-Massage mehr, sondern einfach ein wunderbares Fummeln. Die Massagegriffe für die Yoni (also die Vagina und Vulva) eignen sich super, um auch so in den Sex einbezogen zu werden, doch es lohnt sich auch, ab und zu die vollen 2 – 3 Stunden miteinander zu verbringen und einen wirklich absichtslosen Raum zu betreten. Sobald es um mehr Erregung geht oder es das Ziel ist, ein Orgasmus zu bekommen, ist es keine absichtslose Yoni-Massage mehr.

Und wie sieht es beim Solo-Sex aus? Kann frau die Griffe auch bei sich selbst anwenden?

Ja natürlich! Im Buch gibt es ein extra Kapitel dazu. Für die Yoni-Selbstmassage gibt es auch besondere Liegepositionen, sodass frau ihre Yoni gut erreicht und gleichzeitig bequem und mit viel Bewegungsfreiheit liegt.

Und wie verändert sich dadurch die Selbstbefriedigung?

Yoni-Massagen sind für viele Frauen eine Inspiration „was alles so geht“, manche merken sich gleich die Griffe bei der ersten Yoni-Massage, die sie bekommen. Andere merken sich eher das Gefühl und finden ihre eigenen Wege dahin zu kommen, weil sie jetzt wissen, wonach sie suchen.

Das heißt nicht, dass jede Selbstbefriedigung jetzt immer eine XXL-Session wird, sondern dass es jetzt einen neuen Eintrag im Menü gibt.

Yella Cremer

Yella Cremer forscht und lehrt seit über 20 Jahren zum Thema Sexualität und Persönlichkeitsentwicklung. Sie ist eine Sex-Expertin, Speakerin und Autorin. Ihre Stärke ist es, wohlwollende Räume zu kreieren in denen Wachstum und Heilung geschehen kann. 

2012 gründete sie in Berlin die Liebes- und Sexschule LoveBase, die sie seit 2015 online weiterführt. Ihr erstes Buch erschien 2011, das dritte „Yoni-Massage – Lust, Heilung und Intimität“ folgte 2018.

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Wie Online-Kongresse mein Leben bereichern

Vorneweg: Ich bin ein großer Fan von Online-Kongressen. Bei diesem Format kann ich mir kostenlos zu Hause am Laptop ganz viel Wissen zu einem Thema aneignen. Ich erlebe frei Haus inspirierende Menschen, andere Blickwinkel, Insiderwissen und auch schrullige Ideen. I love it!

Bei einem Online-Kongress werden für 1-2 Wochen jeden Tag etwa vier Video-Interviews mit Expert*innen zu einem Thema online gestellt. Ich bin dann zwar jeden Abend vor dem Laptop, dafür gibt’s das alles kostenlos und man bekommst so eine geballte Packung an Infos, Inspiration und erlebt spannende Visionär*innen. Wenn’s gefällt (oder du nicht alles geschafft hast), dann kaufst du dir einfach das Kongress-Paket und schaust dir alle Interviews in Ruhe (noch mal) an.

Ich bin erstmals als Speakerin dabei!!! Beim kommenden Tantra-Kongress werde ich darüber erzählen, wie ich nach dem Kaiserschnitt meine Wild Woman wieder entdeckt und erweckt habe. Demnächst geht es los. Hier kannst Du dich schon mal anmelden.*

Tantra Kongress

Weitere spannende Online Kongresse:

Am 19. Februar startet das Wise Womb Way Symposium. An acht Tagen bringt Veranstalterin Naomi Love über 30 internationale Speaker*innen, die über die Erweckung der heiligen Weiblichkeit sprechen, über radikale Ehrlichkeit, Brustheilung, die Zervix, Co-Abhängigkeit, Trauma oder Orgasmic Energy.

Die Kongresse laufen bereits:

Der Traumkarriere Frauenkongress von Daniela Schott. Etwa mit Melanie Vogel, dreifache Innovationspreisträgerin, seit 1998 passionierte Unternehmerin, mehrfache Buchautorin und erfolgreiche Initiatorin der women&work.

„Ich weiß selbst, wie es ist, wenn man zwar unglücklich in seinem Job ist, aber keine Ahnung hat, was man sonst machen sollte oder sich nicht traut, das gewohnte Spielfeld zu verlassen. Deswegen ist es mir ganz wichtig, dass du andere Frauen kennenlernst, die selbst auch in dieser Situation waren und es geschafft haben, trotzdem ihren Weg zu gehen“, erklärt Daniela ihr Motivation.

Der Awakening Leaders Kongress hat schon über 41.000 Teilnehmer*innen

„Ich habe die besten Expert*innen zum Thema authentisches Business & Leadership interviewt. Schon während der Interviews durfte ich unmittelbar erfahren, dass Transformation und Erwachen direkt durch die große Präsenz der Speaker passiert und welch enorme Bewegung dadurch für mich, für Dich und für alle Teilnehmer*innen entsteht“, sagt Veranstalterin Katharina. Lasse Dich inspirieren von der gelebten Weisheit von Thomas Young, Kurt Tepperwein, Bruno Würtenberger, Lea Hamann, Jacqueline Le Saunier, Bahar Yilmaz, Martin Weiß, Orlando Owen, Helmar Rudolph, Sabine Wolf, Sabrina Fox, u.v.m.

Der Blasenentzündungskongress

Jasmin und Özi Dogan hatten jahrelang Blasenentzündung. Bei ihrem Online-Kongress sprechen sie mit fast 40 Expert*innen zum Thema. Es gibt Wissen von Schulmedizin bis Alternativmedizin von Darmgesundheit, Umweltgifte und Stress bis Vitalstoffe und Persönlichkeitsentwicklung.

*Wir verwenden Affiliate Links

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Online-Dating: Nein, ich möchte dich nicht kennenlernen

Vielleicht können sich noch manche von euch an die Werbung erinnern, in der eine junge Frau an einem Mann vorbeigeht. Er zieht ihren Duft ein, schnappt sich ein paar Rosen, rennt ihr hinterher und schenkt ihr den Strauß. Der Slogan lautete damals: „Wenn Ihnen ein Fremder plötzlich Blumen schenkt, könnte das an Impuls liegen.“ 

Heute sieht das Datingverhalten vieler Menschen anders aus. Da wird der Partner fürs Leben oder wenigstens der nächste ONS (One Night Stand) nicht mehr in Clubs oder auf Partys gesucht. Das wird genau wie unsere Einkäufe online erledigt. Das hat natürlich viele Vorteile. Frau kann dadurch zahlreiche Männer – ohne viel Zeit in Gespräche oder gar ein Date investieren zu müssen, – auschecken. 

Hi, Lust auf hemmungslosen Sex?

Andererseits bleibt beim Onlinedating viel auf der Strecke. Sicher haben in der freien Wildbahn Anmachsprüche wie: „Hat es wehgetan, als du vom Himmel gefallen bist?“ einen endlosen Bart und lösen wenig Begeisterung aus, aber online geht’s schlimmer. Da kommt oft einfach nur „Hi!“ Manchmal auch: „Schönes Profil hast du“. Danach wird es schon dünn. Ausführlichere Texte klingen so inspirierend wie: „Hi, dein Profil gefällt mir. Ich finde dich sehr interessant und will dich kennenlernen. Hast du Lust, dich auf einen Kaffee zu treffen.“ Nein, habe ich nicht. Wenn der Sex mit dir so mitreißend ist wie diese Zeilen, verzichte ich lieber. Schließlich will ich auch im Kopf angekickt werden, bevor ich meinen Terminkalender überhaupt aufschlage. Und dann gibt’s noch diesen Kracher: „Hast du Bock auf hemmungslosen Sex?“! Ich frage mich dann immer, was soll eigentlich ‚hemmungsloser Sex’ sein? Was sich die entsprechenden Herren darunter genau vorstellen, konnten sie mir auch nicht erklären. 

Und dann kommt das Dick Pic

Sehr viel sagt auch der Profilname, des Mannes am anderen Ende der Tastatur aus. Da kommt dann eine Nachricht von einem vielsagenden Absender wie „Lustpur3000“ oder „geilerBerliner“. Wenn mir der einzige Zweck unseres Kennenlernens bereits auf dem Silbertablett serviert wird, sage ich lieber „Nein, danke“. 

Doch das Schlimmste kommt noch. Wenn es blöd läuft, erhält die „Angebetete“ direkt zur Begrüßung ein Foto vom Penis. Wahlweise mehr oder weniger erigiert. Jede Frau, die online aktiv war, kennt das Phänomen. Plötzlich ist es da. Das Dick Pic, um das wir nie gebeten haben. (Mehr über neue Begriffe beim Onlinedating findest du hier.) Und in 99,9 % der Fälle ist es hässlich, lächerlich, peinlich und wirklich nicht anregend. Und wenn wir ganz genau sind, ist das sexuelle Belästigung. Und ganz einfach ein K.-o.-Kriterium. Also die Herren, bitte wartet eine Aufforderung der Dame ab, dass sie sehen will, was Ihr zu bieten habt! 

In meinem langen Online-Leben habe ich drei Mal so eine Aufforderung erteilt. Und in einem der Fälle handelte es sich um einen Herrn mit wirklich tollem Körper und sehr schönem Penis. Es wäre fast zum Date gekommen. Denn ja, manchmal hat auch eine Frau Lust auf ein Sexdate. Trotzdem habe ich das Rendezvous kurz vorher abgeblasen. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass er nur was zum Wegstecken suchte und überhaupt kein Interesse an mir hatte. So geil war ich dann doch nicht.  

Wichtig ist, was am Schwanz dranhängt

In der Regel finde ich es viel wichtiger und interessanter, was an dem Schwanz dranhängt. Und dazu gehört ein Flirt, eine Konversation, viel Humor und ja, Interesse an mir als Person. Wer das nicht rüberbringt, hat schnell verloren. Wenn man(n) sich Erfolg bei der Dame der Wahl erhofft, lohnt sich ein Interesse erweckender Text. Er ist vergleichbar mit einem Bewerbungsschreiben. Die Herren müssen sich gut bewerben und verkaufen, die Damen habe schließlich die Wahl aus einem Meer an Männern. Da wird nur der, mit dem besten Profil, Foto und Text das Rennen machen. Im Tierreich ist es oft ja nicht anders. Da müssen die Männchen auch einen ordentlichen Balztanz aufführen. Das dürfen wir Frauen ja wohl auch erwarten. Männer, nehmt euch ein Beispiel!

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Wechseljahre: Eine Herausforderung für Körper, Seele und Sex

Die Wechseljahre sind ein ganz natürlicher Prozess – und der beste Augenblick um innezuhalten. Coachin und Wechseljahrspezialistin Kerstin Thea Erwied erklärt in dieser Serie, was in den Wechseljahren passiert – körperlich, seelisch, spirituell und sexuell. Und wie Frau damit umgeht, damit der neue Lebensabschnitt ein Volltreffer wird. Im ersten Teil geht es um die Fragen, was sind die Wechseljahre überhaupt und warum spielen die Nebennieren und die Ernährung so eine große Rolle in der Vorbereitung?

Was sind die Wechseljahre?

Die Wechseljahre sind keine Gesundheitsstörung. Sie können ein spannender Aufbruch in ein erfülltes Leben sein. Die Eierstöcke hören auf, das Hormon Östrogen zu bilden und die Eisprünge werden immer seltener, bis sie schließlich ganz ausbleiben. Gynäkologin Christiane Northrup erklärt in ihrem Buch „Frauenkörper – Frauenweisheit“ außerdem: „Die Eierstöcke produzieren keineswegs nur Östrogene, sondern auch Androgene wie DHEA und Testosteron und das Gestagen Progesteron. Das Gesamtbefinden vor und nach der Menopause hängt zumindest ebenso von einem ausreichenden Spiegel dieser Hormone wie von den Östrogenen ab. Androgene sind für die sexuelle Erregung und für das Lustgefühl (Libido) zuständig, aber auch für das Wohlbefinden insgesamt.“

Wann geht die Menopause eigentlich genau los?

Mit der hormonellen Umstellung endet der Zyklus der Fruchtbarkeit und es beginnt ein neuer Abschnitt mit neuen Aufgaben. Erich Fromm beschreibt die Wechseljahre als „Übergang vom Haben zum Sein“. Eingeläutet werden sie meist zwischen dem 45. – 55. Lebensjahr, wobei das Durchschnittsalter bei etwa 52 Jahren liegt. Von Menopause spricht man erst, nachdem die letzte Regel aufgetreten ist. Es gibt Frauen, die völlig beschwerdefrei durch die Wechseljahre gehen (ca. 15 – 20 % aller Frauen). Meist sind es Frauen, die sich vegetarisch/vegan oder rohköstlich ernähren und ihren Lebensstil dem neuen Lebenszyklus individuell angepasst haben.

Welche körperlichen und seelischen Veränderungen gibt es?

Hitzewallungen, trockene Vagina, herabgesetzte Libido, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Haarausfall, eine erhöhte Reizbarkeit, überempfindliche Schleimhäute, Kopfweh und Stimmungsschwankungen, eine schwächere Verdauung sowie eventuell zunehmende Lebensmittelunverträglichkeiten.

Das sollte jedoch nicht zu sehr beunruhigen. Denn nicht jede Frau erlebt die Symptome – und vor allem nicht gleich stark. Und die gute Nachricht ist, wir können viel tun, um sie zu lindern.

Was können wir konkret tun, um die Symptome zu lindern?

  • Viel Bewegung an der frischen Luft und regelmäßig Sport
  • Viel trinken (1,5 – 2,5 Liter gutes, stilles, reines Wasser)
  • Eine ausgewogene, überwiegend pflanzenbasierte Ernährung, die über die wichtigsten Enzyme und Vitalstoffe verfügt (siehe Ernährungstipps hier)
  • Regelmäßige Basenbäder und Wechselduschen
  • Seele nähren, lachen, glücklich sein

Wovon hängt es körperlich ab, wie stark die Wechseljahre ausfallen?

Dazu schreibt die Gynäkologin Northrup: „Ob der Übergang in dieser Phase unproblematisch ist oder nicht, hängt zum einen von der Funktionstüchtigkeit der Nebennieren, zum anderen vom allgemeinen Ernährungsstatus ab. Es ist wichtig zu wissen, dass bei gesunden Frauen die Nebennieren nach und nach die Hormonproduktion der Eierstöcke übernehmen. Da aber viele Frauen vor der Menopause emotional und ernährungsbedingt angegriffen sind, beeinträchtigt dies deren optimales Funktionieren.

Unsere ausgepowerten Nebennieren brauchen Unterstützung auf mehreren Ebenen:

  1. Die Ernährung kann eine sehr große Hilfe sein, vor allem die pflanzliche Kost als eine enzymreiche regenerierende Vitalkost (siehe Ernährungstipps hier)
  2. Eine gute Selbstfürsorge, immer mehr auf dein Bauchgefühl hören und dich auf Aktivitäten und Menschen konzentrieren, die dich stärken
  3. Raus aus der Überforderung, rein in die Entspannung durch körperliche Bewegung, erfüllten Sex und Seele pflegen

Stimmt es, dass das allgemeine Bild der Frau in der Menopause nicht positiv ist?

Meine Erfahrungen aus Coaching, Ernährungsberatung und meiner Dozententätigkeit zeigen, dass sich langsam eine neue Sichtweise auf die Wechseljahre einstellt. Noch aber überwiegt die unbewusste Programmierung negativer Glaubenssätze, die sich im weiblichen kollektiven Unterbewusstsein tief eingeprägt hat. Dazu gehört vor allem die Angst vor Verlust der Vitalität, der Schrecken vor dem drohenden Verfall, die Angst vor verminderter Leistungsfähigkeit, Attraktivität und Anerkennung.

Wenn nach den Wechseljahren die Energie nicht mehr zum Gebären eingesetzt wird, verkümmert weder sie noch wir noch unsere Geschlechtsorgane! Im Gegenteil! Es wird enorm viel Energie frei für neue Lust und Kreativität. Es beginnt ein neuer Zyklus, in dem wir unsere Erfahrungen und innere Weisheit an die jüngere Generation weitergeben.

In den keltischen Kulturen wurde das junge Mädchen als Blume gesehen, die Mutter als Frucht und die ältere Frau als Samen, also als der Teil der Pflanze, der das Wissen und das Potenzial aller anderen Teile in sich vereint. Es war die Aufgabe der Frau nach der Menopause, die Gemeinschaft, in der sie lebt, mit den Samenkörnern ihrer Wahrheit und Weisheit neu zu befruchten.“ (Christiane Northrup, „ Frauenkörper – Frauenweisheit“).

Wie schafft Frau es, ab 50 in ihre volle Kraft zu kommen?

Einige Frauen verrieten mir während des Coachings ihr „Rezept“:

  • Gelassenheit
  • Annehmen, was ist
  • Leben, was gelebt werden will
  • Zur eigenen Wahrheit finden und sie mutig vertreten
  • Der inneren Kreativität endlich Raum und Zeit geben
  • Selbstliebe praktizieren – Ich bin gut genug! Ich habe alles, was ich brauche…
  • Zunehmende Ernährung durch Lebensmittel, die selbst noch einen eigenen intakten Stoffwechsel haben
  • Keine Diäten
  • Lieben
  • Mehr Energie durch mehr Bewegung und Verbundenheit mit der Natur
  • Auf Abstand gehen zu Aufgaben und Menschen, die uns erschöpfen
  • Freude, Lachen, Glücklichsein
  • Seele nähren durch Meditation, Yoga, Qigong, Rituale und wachsende Spiritualität
  • Regelmäßige Auszeiten für Körper, Seele und Geist

Es macht mir viel Freude, Frauen in ihrem Prozess des Wandels zu begleiten. Immer wieder darf ich miterleben, wie sie sich und ihre Kreativität mehr und mehr ans Licht bringen. Durch eine achtsame Umstellung der Ernährung und des Lebensstils konnten Symptome wie Hitzewallungen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, trockene Schleimhäute oder das seelische „Achterbahnfahren“ (Mein Lesetipp: Elisabeth Buchner, „Wenn Körper und Hormone Achterbahn spielen“) gelindert werden. Ganz nebenbei purzelt auch das eine oder andere Pfund, welches es sich mit der hormonellen Umstellung gerade gemütlich eingerichtet hat.

Nicht jede Frau erfindet sich völlig neu in dieser Phase wie beispielsweise Annette Nellessen, die ihren Beruf als Modedesignerin an den Nagel gehängt hat und zur Ernährungsexpertin wurde. (Mein Lesetipp über ihren spannenden Weg „In Topform durch die Wechseljahre“). 

 Aber viele Frauen erkennen die weise Frau, die in einem jeden von uns steckt. Ihr „Beisichsein“ und ihre Stärke sind magisch anziehend. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen sind befruchtend und ein Geschenk für die Gemeinschaft, an die sie es weitergeben.

Falls du Fragen hast, kannst du Kerstin Thea Erwied hier erreichen. Ihre 10 Tipps gegen Beschwerden während der Wechseljahre könnt ihr hier nachlesen

Auch unsere Autorin Heike Niemeier berichtet über ihre Wechseljahre und wie sie sich Ü50 von der Eventmanagerin zur Sexberaterin beruflich neu erfand.

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„Beim Sex einen Orgasmus zu haben, ist ein weibliches Grundrecht“

Laut einer Studie erleben 65 Prozent der Frauen beim Geschlechtsverkehr keinen Orgasmus. Gabriela Mann von „Mein Liebesleben“ ist Sex-Coach und hat es sich zur Aufgabe gemacht, das zu ändern. Hier erzählt sie von Scham, Schuld und Taubheit im Schoß – und wie sie das hinter sich gelassen hat.

Warum ist weibliche Sexualität voller Scham und Schuld?

In den letzten Jahrtausenden hatte die weibliche Sexualität quasi keine Autonomie. Ein Mädchen, aber auch eine Frau, konnte nicht selber über ihre Lust entscheiden, sonst wurde sie geächtet, bestraft oder sogar getötet. So hat sich die sexuelle Lust mit Scham und Schuldgefühlen gekoppelt. Darum unterdrücken viele Frauen ihre große sexuelle Kraft und das Erleben dieser zarten, guten, wilden Gefühle. Darüber hinaus wird sehr abwertend über die weiblichen Sexualorgane gesprochen, aber auch wie unser Brüste, Bauch, Po auszusehen haben. Das weibliche innere Selbstverständnis ist dadurch abtrainiert worden.

Gabriela Mann von „Mein Liebesleben“ by Oliver Betke

Wie wirkt sich das Deiner Erfahrung nach auf das Sexleben von Frauen aus?

Viele Frauen haben gar kein Gespür und Gefühl dafür, was sie eigentlich für Lustempfinden, Lustpotenzial und vor allem Kraftpotenzial im Beckenbereich haben. Da viele schon als Mädchen angefangen haben, diesen Bereich zu meiden, kennen sie ihren Intimbereich nicht genug und wissen gar nicht, was sich richtig gut und befriedigend für sie anfühlt. Demzufolge kennen sie auch ihre Grenzen nicht. Infolgedessen lassen sie in Liebesleben Dinge mit sich machen, die sich für sie gar nicht gut anfühlen und vor allem nicht orgastisch befriedigend sind. Sie tun es zum Teil dem Partner zuliebe und wissen nicht, dass sie sich dadurch jedes Mal leicht re-traumatisieren. Das führt letzten Endes dazu, dass die Vagina Jahre später komplett zumacht, gefühllos und gefühlstaub wird. Und dann haben diese Frauen verständlicherweise überhaupt kein genussvolles Sexleben mehr.

Warst Du auch davon betroffen?

Oh ja! Ich habe zwar kein traumatisches, sexuelles Erlebnis erleben müssen in meinem Leben und dennoch war ich total blockiert. Einfach durch die gesellschaftliche und auch religiöse Erziehung, dem emotionalen Wegsperren der weiblichen Lust. Als ich aufgewachsen bin, wurde ich für alles geschult: Violine, Flöte, Fremdsprachen, Abitur, Sport, Selbstverteidigung. Aber nicht ein einziges Mal hat mich eine Frau liebevoll an die Hand genommen und mir erklärt, wie ich als Frau sexuelle Gefühle in meinem Körper wahrnehmen darf und wie ich darauf achten kann. Es ging immer nur darum, als Mädchen kein „leichtes Mädchen“ zu sein, aber dennoch möglichst äußerlich attraktiv. Reinspüren in meinen Beckenboden, also in meine sexuelle Gefühlswelt, und mit einem Lächeln eine Regung darin wahrnehmen können und diese dann fließen lassen und ausdrücken dürfen, so eine Kommunikation gab es nie. Auch nicht in der Bravo. 

Was können betroffene Frau dagegen tun?

Sie können anfangen ihren Vaginalbereich und ihr Becken zu sensibilisieren. Dazu gehört, Verkrampfungen, die oft chronisch vorhanden sind, zu lockern. Nur so können sie wieder an die darunterliegenden weichen, sanften Gefühle kommen, die ihnen dann orgasmische Momente schenken. Dazu gehört, zu entdecken, was sich individuell am besten anfühlt und wie sie neue Autobahnen zum Orgasmus bauen können, anstatt kleine Trampelpfade zu haben, die nicht verlässlich für sie funktionieren. Natürlich müssen sie sich dann auch die psychischen Aspekte anschauen und in ihrem Stammhirn wieder ein Gefühl von Sicherheit, Loslassen und Autonomie in Verbindung mit Sexualität etablieren.  

Wie hilfst Du im Coaching diesen Frauen, in Ihre Kraft zu kommen?

Viele Frauen sind schon so erleichtert, wenn sie hören, dass sie nicht die Einzigen sind, die darunter leidet, beim Geschlechtsverkehr nicht zum Orgasmus zu kommen. Zu erleben, dass leider 65 Prozent* der Frauen aktuell noch mit dieser Problematik kämpfen, ist schon sehr traurig. Ich schaue mir als Erstes an, was die Frau im Moment noch davon abhält, beim Geschlechtsverkehr zum Orgasmus zu kommen. Meistens geht es darum, die eigene Empfindungswelt und die eigene Kraft im Becken und im Vaginalbereich kennenzulernen. Wenn meine Klientinnen erst einmal anfangen, dem Raum zu geben, verändert sich schon sehr viel. Sie haben dieses Organ einfach nicht bewusst aktiviert, so wie sie ja quasi beim Klavierspielen oder Basteln aktiv die Finger trainieren. Sobald sie wieder ein Gespür für die Vagina haben, ist es erfahrungsgemäß für sie auch viel einfacher, zum Orgasmus zu kommen.

Was hilft Frauen Deiner Erfahrung nach, sich besser spüren kann?

Eine Blockade ist, dass betroffene Frauen sich nicht trauen, tief zu atmen und Geräusche beim Sex zu machen. Damit verhindern sie, dass sich die Lust im ganzen Nervensystem ausbreiten kann und zu einer orgastischen Welle werden kann. Sie können schon einfach damit anfangen, dass sie sich mal eine Woche lang vornehmen, jeden Abend fünf Minuten lang in die Vagina reinzuatmen. So entsteht ein erstes Bewusstsein für den Schoß und dadurch werden die Nervenbahnen vom Gehirn zur Vagina stärker. Das führt mit der Zeit dazu, dass die Orgasmusfähigkeit wächst, weil aus einem Trampelpfad eine Autobahn im Nervensystem wird. 

Wie wichtig ist dabei das Thema Selbstliebe? 

Ohne Selbstliebe geht nichts im Leben. Das ist eine Grundvoraussetzung für ein glückliches Leben. Doch der erste Schritt für ein befriedigendes Liebesleben ist es, die Verantwortung dafür zu übernehmen. Ein falscher Glaubenssatz ist, dass der andere dafür verantwortlich ist, dass man sexuell befriedigt wird. Tatsächlich ist einer der häufigsten Aha-Momente meiner Klientinnen, wenn sie erleben: „Meine sexuelle Lust ist gar nicht abhängig vom Partner, sondern der Zugang dazu steckt komplett in mir!“.

Ist ein Geheimnis, sich mehr zu erlauben?

Ja, auf jeden Fall. Viele Frauen müssen sich erst mal erlauben, sich überhaupt mit der Vagina auseinanderzusetzen. Sie müssen sich erlauben, dass es ihr Grundrecht ist, beim Sex zum Orgasmus zu kommen. Sie müssen sich erlauben ihrem Partner zu sagen, dass sie den Sex mit ihm, als nicht befriedigend empfinden und dass sich etwas ändern muss. Sie müssen sich erlauben, dass ihre Sexualität genauso wichtig ist wie die Befriedigung des Gegenübers. Sie müssen sich erlauben, wütend zu sein, kraftvoll zu sein und sexy zu sein. 

Welche hindernden Glaubenssätze begegnen Dir bei Deiner Arbeit?

Viele Frauen denken, es liegt nur an ihnen und mit ihr stimmt was nicht. Das ist so traurig, weil viele Frauen jahrelang oder jahrzehntelang oder manchmal sogar ein Leben lang ein unbefriedigendes Liebesleben haben. 

Bei den Männern begegnet mir häufig noch der Glaubenssatz, dass es peinlich ist, wenn man an seiner Sexualität arbeitet. Ich habe viele Klientinnen, die ihre sexuelle Lust endlich entdecken und sie mit dem Partner teilen möchten. Doch leider sind dann viele Männer nicht bereit, über sich hinauszuwachsen. Dabei wäre es total der Gewinn für die Partnerschaft, wenn beide sich neu entdecken. Ein Mann kann schließlich auch multiple Orgasmen erleben.

Wie hast Du es geschafft eine lustvolle Frau mit jeder Menge Orgasmen zu werden?

Mein Learning war: Vagina anschalten, dann schaltet sich der Kopf automatisch ab! Genau das habe ich mit vielen Übungen praktiziert, die ich jetzt an meine Klientinnen weitergebe. Es gilt, so viel Lust in der Vagina zu entwickeln, dass der Kopf einfach loslässt, weil das Gehirn von der Vagina mehr Impulse bekommt und lieber auf die hört, als auf die kritische Stimme im Kopf.

* Es wurde 2017 eine US-Studie veröffentlicht, die an rund 52.500 Erwachsenen durchgeführt worden war, um herauszufinden, wie sich sexuelle Orientierung auf den Orgasmus auswirkt. Die Studie, die im Fachblatt „Archives of Sexual Behavior“ veröffentlich wurde, stellt fest, dass 86 Prozent der homosexuellen Frauen, 66 Prozent der bisexuellen, aber nur 65% der heterosexuellen Frauen beim Sex einen Orgasmus haben. Bei den Männern waren es hingegen 95 Prozent der heterosexuellen, 89 Prozent der homosexuellen sowie 88 Prozent der bisexuellen Männer, die nach eigenen Angaben normalerweise beim Sex einen Orgasmus haben.