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Tantrakongress mit Tina als Speakerin

Frau mit Lautsprecher

Ich liebe Online-Kongresse. Als ich mich ganz frisch mit dem Thema „Weibliche Sexualität“ auseinandergesetzt habe und alles über Tantra, vaginalen Orgasmus und sexuelle Erfüllung wissen wollte, habe ich gaaaanz viele Kongresse angeschaut (lest hier mehr darüber). Ich habe mir alle Interviews kostenlos angeschaut und wenn mir ein Kongress sehr wertvoll erschien, sogar das Kongress-Paket gekauft.

Und jetzt bin ich zum ersten Mal selbst mit dabei als Speakerin!!!

Am 5. Mai startet der Tantrakongress mit dem schönen Thema „Wild“. Hier geht’s zum Kongress.

Ich erlaube mir etwas die Werbetrommel für Macherin Ingrid zu rühren. Auf Grund der Sex-Thematik ist es ihr nämlich nicht möglich den Kongress im Social Media zu bewerben (Zuckerberg & Co sind nicht gerade Sex Positiv;). Daher finde ich es wichtig, dass wir alle, die in diesem Feld arbeiten oder aktiv sind, uns gegenseitig unterstützen, damit all die tollen Themen so viele Leute wie möglich erreichen.

Ingrid hat mit über 30 Tantrikern & Tantrikerinnen spannende Interviews zu folgenden Themen geführt:

*WILD WOMAN
* WILD MAN
* TANTRIC FUSION
* SHADOW WORK
* OUT OF THE BOX

Mit dabei sind Kristina Marlen, Violeta Labella (mehr über sie hier und hier), Silja Rehfeldt (mehr über ihre Arbeit hier), Pia Mortimer, Amira uvm. Hier erfährst du mehr über die Speaker*innen.

Tina als Speakerin Tantrakongress
Tina als Speakerin Tantrakongress


Du erfährst beim Tantrakongress unter anderem: 

Wie kann die Frauin der heutigen Gesellschaft wieder mehr in ihre ursprüngliche Schöpferinnenkraftkommen?

Wie kann ein Mannseine innere Kraftund Wildheitwiederentdecken und stark leben?
Was ist eine tantrische Beziehung? Wie wird sie gelebt? Das wilde Brautpaar.

Welchen Schattenbegegnen wir in der Sexualität?

Schattenarbeit als Grundlage einer echten Liebe und Sexualität?
Was bedeutet tantrische Dominanz?

Hilft BDSMfür einen vielfältigeren, freieren Umgang mit Sexualität?

und vieles mehr!!

Melde dich unter hier an und erhalte ab Sonntag, dem 5. Mai 2019 kostenlos die Videos per Email zugesendet.
 

Du bist frei, dir die Interviews anzusehen wann & wo du willst.

Hole dir hier auch gleich dein Geschenk , den 24 Stunden gratis Zugang zu den Tantra Videos von 2018 zum Thema ORGASMUS!!!!!!

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Zervix-DeArmouring: Die heiße Massage – nur für Frauen

Frau, hält ihren Bauch

Ich gönne mir ein Rendezvous mit meinem Gebärmutterhals. Den Zervix kennen die meisten nur vom Krebsabstrich oder der Geburt – dabei ist dieses Organ für Mega-Orgasmen zuständig

Nach meinen ersten Erfahrungen mit Tantra und den Gesprächen mit Aleksandra Veronika und Olivia Bryant möchte ich mehr über das „Zervix De-Armouring” erfahren Bei meiner Recherche stoße ich immer wieder auf einen Name: Silja Rehfeldt. Klingt deutsch, denke ich, und google sie. Und tatsächlich arbeitet und lebt die Zervixexpertin in Berlin. Silja Rehfeldt ist seit zwanzig Jahren als körperorientierte Prozessarbeiterin tätig und unterrichtet Tantric Sience an der holländischen Rasayana Tantra Academy. 

Meine Neugier ist geweckt. Nachdem ich schon die Tantramassage gemacht habe, kann mich nichts mehr schocken, denke ich. Und mache einen Termin. Schließlich ist die Zervix das einzige Organ, das mit drei Hauptnerven mit dem Gehirn verbunden ist, was Mega-Orgasmen ermöglichen soll. 

by Hoffotografen

Körper-therapeutin Silja Rehfeldt

Foto by Hoffotografen

Verspannungen lösen

 Silja Rehfeldt empfängt mich in ihrer Praxis in Berlin-Friedrichshain. Mit ihren wilden, blonden Locken und ihrer offenen Art nimmt sie mir sofort meine Beklemmung. Nach einem langen Gespräch geht es los. Zuerst wird der Po massiert. 

„Das ist der Muskel der Seele“, erklärt sie mir dabei. Und dass es sehr schmerzvoll sein könne, denn „Scham und Schuld sitzen hier”. Rehfeldt erklärt, dass sie erst die gröbsten Verspannungen im Körper lösen müsse. So kümmert sie sich anschließend auch nicht um meinen Intimbereich, sondern um – den Kiefer. Die Lockerung der Gesichtsmuskulatur sei immens wichtig, da sie in Verbindung mit dem Beckenboden stünde, so Rehfeldt. 

„Wer oben verspannt ist, ist es unten auch.” 

Auch der Vagusnerv muss loslassen

Danach massiert sie mich rund um das Brustbein und das Zwerchfell. Vor Schmerz kann ich kaum noch atmen. Silja Rehfeldt bearbeitet meinen Vagusnerv. Der zehnte Gehirnnerv verläuft vom Kopf am Hals entlang durch den Brustkorb zum Herzen, von dort weiter in den Bauch zu den Verdauungsorganen. Als größter Nerv des Parasympathikus‘ ist er für die Entspannung zuständig. Außerdem ist er mit der Gebärmutter verbunden und von daher gilt: Ist der Vagusnerv angespannt, kann man sich beim Sex – oder beim Zervix De-Armouring – nicht entspannen. Danach widmet sich Rehfeldt noch meinem Schambeinknochen. Auch hier viel Pein. 

„Das kommt von den abgefangenen Stößen beim Geschlechtsverkehr“, erklärt sie ruhig, während sie die brennenden Knötchen massiert. 

Danach ist es soweit. 

Traumata und Taubheit lösen

Rehfeldt fragt nun, ob man bereit sei. Sie zieht Handschuhe an und massiert erst mal die Vulva, dann dringt sie vorsichtig ein. Bei schmerzenden und brennenden Stellen möchte sie, dass man den Schmerz gegen ihren Finger drückt. So kann sie Traumata und Taubheit lösen. Viele Frauen berichten nach dem Zervix De-Amouring nicht nur von mehr Lust, sondern auch von weniger körperlichen Schmerzen. Schließlich liegen im Unterleib nicht nur die Sexualorgane, sondern auch die untere Wirbelsäule, Bänder, Muskeln und die drei Beckenböden. Klar, dass jede Verspannung hier eine Kettenreaktion nach sich zieht. 

Am Ende widmet sich Rehfeldt der Zervix. Mit kräftigen Bewegungen massiert sie den großen Muskel, reibt die Oberfläche und knetet die Muskulatur. Das kann schmerzhaft sein, aber auch lustvoll. Einige Frauen berichten von fantastischen Orgasmen während der Behandlung. 

Hallo vaginale Orgasmus

Nach drei Stunden ist die Sitzung vorbei. Das Ergebnis ist überraschend: nach einigen Tagen weniger Rücken- und Schulterschmerzen. Ich bin insgesamt viel gelassener und weniger ängstlich. Offensichtlich war mein Vagusnerv sehr angespannt, also aktiv, weshalb ich nicht entspannen konnte. 

Und der Sex? Ist deutlich lustvoller geworden und die Orgasmusqualität hat sich verändert. Mehr Ohs!, die länger anhalten und sich ins Unendliche auszuweiten scheinen. 

„Das sind vaginale Orgasmen”, erklärt Silja Rehfeldt auf Nachfrage. 

Die zum Teil schmerzhafte und anstrengende Behandlung, das De-Armouring, hat sich gelohnt: Neue Wow-Empfindungen und vaginale Orgasmen lassen mich nun voll auf meine Kosten kommen. 

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Sex und Geld – wie passt das zusammen?

Paar, um das Geld vom Himmel fällt

Die Expertin Ute Benecke berät Frauen wie sie die Kraft ihrer Sexualität nutzen können, um nicht nur sexuelle, sondern auch finanzielle Fülle zu erreichen. Sie arbeitet online und von überall auf der Welt.

Liebe Ute, wie bist Du zur Sex-Coach geworden?

Alles begann mit einem einschneidenden Erlebnis, als ich für eine Routineoperation ins Krankenhaus kam. Ziel der Operation war, Myome aus der Gebärmutter zu entfernen, die meinem Kinderwunsch im Weg standen. Als ich aus der Narkose aufwachte, wurde mir mitgeteilt, dass meine ganze Gebärmutter entfernt werden musste. Ich war geschockt. Aus und vorbei der Traum von eigenen Kindern. Doch noch während ich allein in diesem kahlen, weißen Krankenhauszimmer lag, gab ich mir selbst ein Versprechen – das Versprechen, dass ich mein Leben ändern werde.

Wie hast Du Dein Versprechen umgesetzt?

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nach dem Ende einer 17-jährigen Beziehung gerade erst begonnen, meine eigene Sexualität weiter zu erkunden. Ich war neugierig, was es sonst noch so alles gab, was ich nicht kannte. Außerdem warf diese Operation eine Menge Fragen und Konflikte in mir auf: Bin ich überhaupt noch eine richtige Frau? Werde ich überhaupt noch einen Mann finden, wenn ich keine Kinder mehr bekommen kann?

Und so machte ich mich auf den Weg, meine eigene Sexualität weiter zu entdecken und besuchte Kurse und Workshops. Als ich mich nach meinem ersten Kurs von der Kursleiterin verabschiedete, sagte die diese zu mir: „Ute, du warst schon eine Schlampe bevor du hier hergekommen bist“. Ich war total empört. Wie konnte sie „so etwas“ zu mir sagen. Doch diese vermeintliche Beleidigung brachte etwas zum Vorschein, von dem ich bis dato keine Ahnung hatte: Ich habe da eine Gabe. Die Gabe, wie ich mit Sexualität im Allgemeinen und mit meiner eigenen Sexualität umging.

Hatte dein neuer Umgang mit Sex auch einen Einfluss auf deinen Beruf als Vermögensberaterin?

Ich habe mich selbst und meine sexuelle Kraft befreit und angefangen, sie zu leben. Das hat überraschender Weise nicht nur dazu geführt, dass ich mega tollen Sex hatte, sondern auch zu meinem finanziell erfolgreichsten Jahr als Vermögensberaterin. Ich habe mindestens 30 Prozent weniger gearbeitet und mit Spaß und Leichtigkeit zum ersten Mal sechsstellig im Jahr verdient. Und da war mir klar, dass hier ein Zusammenhang besteht, dass sexuelle Fülle auch zu finanzieller Fülle führt.

Ute Benecke

Ute Benecke 

Coach für erfülltes Sexleben

Seit du dich sexuell befreit hast, hat sich dein Einkommen verbessert? Wie hängt das zusammen?

Das ist ganz einfach. Dadurch, dass ich mich von all den Ängsten, Blockaden, der Scham und auch der tiefer Trauer in meiner Sexualität befreit habe, bin ich wesentlich selbstbewusster und selbstsicherer geworden. Ich bin in meiner Kraft. In meiner weiblichen und sexuellen Kraft. Ich weiß, wer ich bin, was mich ausmacht, was ich und meine Arbeit wert ist. Und ein wesentlicher Punkt ist, ich agiere aus der Lust und aus der Kraft heraus, anstatt zu denken, was ich sollte, müsste oder was Sinn macht. Das ist sehr anziehend und unwiderstehlich.

Du bietest Online-Kurse an wie „Fülle leben – sexuelle und finanziell”. Was für einen Zusammenhang gibt es von Geld und Sex?

Geld und Sex hat für mich sehr viel mit Kraft und Macht zu tun. Diese Kraft und Macht wird oft nicht im Guten ausüben. Ein Beispiel: Frauen demonstrieren ihre Macht gerne beim Sex. Sie bestimmen, wann und ob Sex stattfindet. Männer demonstrieren ihre Macht gerne mit Geld. Sie bringen das Geld nach Hause und wollen dafür auch Sex haben. Das findet meist völlig unbewusst statt. Es wird also Geld gegen Sex getauscht.

Mir ist es wichtig, dass Kraft und Macht im Guten ausgeübt wird. Die Frauen also in ihre eigene Kraft und Macht kommen, indem sie wieder selbst über sexuelle und finanzielle Freiheit verfügen. So kommen sie aus den Abhängigkeiten heraus in ihre Kraft. Dann kann übrigens auch eine wahre Begegnung zwischen Mann und Frau stattfinden.

Wie können Frauen Deiner Meinung nach in ihre Macht und Kraft kommen?

Tolle Frage! Der erste Schritt für mich ist immer, in die eigene Kraft und Verantwortung zu gehen. Das bedeutet konkret, sich davon zu verabschieden, dass der Prinz auf dem Pferd vorbeikommt und einen rettet. Stattdessen sollten Frauen lieber bereit sein, die Kröte zu schlucken und Verantwortung für sich und die eigene Sexualität zu übernehmen. Denn man hat genau die Sexualität, die man sich kreiert hat und nur man selbst ist dafür verantwortlich. Das meine ich mit „die Kröte“ schlucken.

Der nächste Schritt ist dann ernsthaft zu überlegen, wie soll Sexualität gelebt werden? Was sehen die eigenen Wünsche und Sehnsüchte aus? Dann geht man in einen Raum von „alles ist erlaubt“ und gestattet sich, seine Wünsche und Sehnsüchte zu denken. Der nächste und absolute wichtigste Schritt, den viele Frauen auslassen, ist dann aber die Umsetzung – Schritt für Schritt.

Um aufzuhören, brav, klein, lieb, schön und nett zu sein, braucht man außerdem ein Ziel. Etwas, wonach ich mich sehne, was ich wirklich aus tiefstem Herzen will. Und zum Schluss braucht es die Erlaubnis. Die Erlaubnis, die zu sein, die du wirklich bist: wild, frei, unverschämt, geil, zügellos und vieles mehr…

Wenn Frau dann wild und frei ist und der (finanzielle) Erfolg sich einstellt, ist der weibliche Erfolg dann anders als der männliche?

Ja. Sexuell erwachte Frauen haben andere Maßstäbe dafür, was Erfolg für sie bedeutet und andere Wege, wie sie erfolgreich sind. Als ich aufgewachsen bin, habe ich zum Beispiel gelernt, nur wenn ich hart und schwer arbeite, bin ich erfolgreich. Immer wieder falle ich da rein, dass ich mache, tue, kämpfe, hart arbeite. Doch das ist für mich kein weiblicher Erfolg.

Weiblicher Erfolg ist für mich, wenn ich aus meiner Kraft komme, wenn ich meiner Lust und Freude folge, dann bin ich im Fluss, dann kann ich kreieren, was ich mir wünsche, dann ist es leicht und einfach. Und das fühlt sich für mich so viel besser an, als wenn ich versuche, der bessere Mann und auf die alte Weise erfolgreich zu sein.

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Mit Yoni-Massagen zurück in die Lust

Frau bei der Massage

Yella Cremer ist Sex-Expertin. Interview verrät sie, warum die Yoni-Massage eine phänomenale Bereicherung für den Sex zu zweit – aber auch alleine ist. 

Wieso braucht die Welt ein Buch über die Yoni-Massage?

Weil es zu wenig Yoni-Massagen gibt! Ich glaube Yoni-Massagen würden noch viel mehr Frauen und Männern gut tun, denn sie sind eine ganz neue Art, die weibliche Sexualität zu wecken und zum Blühen und Strahlen zu bringen – und davon braucht die Welt doch definitiv mehr, oder?

Du rätst, dass gerade Paare die Yoni-Massage erlernen sollen, warum?

Unbedingt sogar. Denn es passiert oft, das sich ein Paar sexuell auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigt und der ist dann nicht besonders inspirierend und beide vermissen eine lebendige Sexualität. Yoni-Massagen sind auf diesem besonders wertvoll: Beide lernen die „Landkarte der weiblichen Sexualität“ kennen und die Frau wird richtig gut genährt und gefördert, so das ihre Lebendigkeit und ihre Freude wieder in die Beziehung zurückspiegelt.

Foto: Yella Cremer

Autorin

Yella Cremer

Wie hat sich dadurch Deine eigene Sexualität beziehungsweise Beziehung verändert?

Es gibt eine Zeit vor meiner ersten Yoni-Massage und eine Zeit danach. Ich habe unglaublich viel durch die Massagen, die ich bekommen habe gelernt: über meinen eigenen Körper, über meine Möglichkeiten Lust ganz leise und ganz laut zu erleben.

Auch die Yoni-Massagen, die ich geben durfte, haben mich viel gelehrt: über Hingabe und das Gefühl von Rührung beim Berühren. Macht das Sinn? Ich habe erlebt, dass es eine tiefe Ehre sein kann, eine Yoni-Massage zu geben, denn die Frau öffnet sich auf eine Weise, für die ich voller Bewunderung bin, für die Entfaltung und die Kraft, die ich dann sehe.

Wie kann die Yoni-Massage eine Beziehung genau bereichern?

Dort gibt es viele Aspekte: Lust und sexueller Genuss ist einfach etwas Wunderbares in der Beziehung und dabei kommt es nach meiner Erfahrung gar nicht so darauf an, wer gerade wen berührt.

Auch andere Bereiche können positiv von der Yoni-Massage profitieren: die Kommunikation wird oft ehrlicher und tiefer, denn es lohnt sich, Wünsche zu äußern, wenn sie so wunderbar erfüllt werden (können). Beide vertiefen ihr Wissen über sich und über den anderen oder die andere.

Buchcover Yoni Massage von Yella Cremer

Profitiert der Mann auch davon oder nur die Frau?

Definitiv beide Partner! Die meisten Männer lieben es, der Frau etwas zu schenken und hier haben sie wohl das schönste Geschenk überhaupt. Außerdem ist es ungeheuer antörnend einer Frau zuzugucken, die ihren Körper genießt.

Doch auch für sich selber bekommt der Mann viel: seine Qualität zu berühren bekommt Tiefe, seine Wahrnehmung wird präzise und er lernt in der Massage zu führen.

Die Massage muss geplant und vorbereitet werden. Warum sollten wir uns für Sex verabreden?

Weil er dann stattfindet! Wir verabreden uns für alles mögliche, aber für etwas so Wichtiges wie Sex nicht. Das ist reiner Wahnsinn!

Welche Anfänger*innenfehler können Deiner Meinung nach vermieden werden?

Naja, eher umgekehrt: welche Anfänger*innenfehler sollte jeder entspannt machen, denn deswegen heißen sie ja Anfänger*innenfehler. Wenn überhaupt, ist die Idee alles gleich richtig machen zu wollen, ein Fehler, denn wer sich Scheitern verbietet, kann nichts neues Lernen. Wer nur perfekt sein möchte, darf ja fast nichts machen.

Grundsätzlich gilt: für eine gute Massage muss es wirklich warm sein und es sollte ein angenehmes Öl und gegebenenfalls ein Gleitmittel verwendet werden und nicht irgendeine Body-Lotion.

Vor welche Herausforderungen könnte mal als Paar gestellt werden?

Die größte Herausforderung ist der erste Schritt: Oft haben Paare jahrelang die Idee „Wir sollten mal …“ bis sie sich wirklich trauen. Wenn das Eis erst einmal gebrochen ist, wird es leichter. Ein zweiter Punkt macht das Üben deutlich leichter: Wenn ich explizit vorher abspreche, das Fehler okay sind, dann sind beide viel entspannter.

Die ganze Massage dauert 2 – 3 Stunden, lassen sich auch nur Teile davon übernehmen? Wenn ja, welche?

Natürlich lassen sich Teile davon übernehmen, nur ist es dann keine klassische Yoni-Massage mehr, sondern einfach ein wunderbares Fummeln. Die Massagegriffe für die Yoni (also die Vagina und Vulva) eignen sich super, um auch so in den Sex einbezogen zu werden, doch es lohnt sich auch, ab und zu die vollen 2 – 3 Stunden miteinander zu verbringen und einen wirklich absichtslosen Raum zu betreten. Sobald es um mehr Erregung geht oder es das Ziel ist, ein Orgasmus zu bekommen, ist es keine absichtslose Yoni-Massage mehr.

Und wie sieht es beim Solo-Sex aus? Kann frau die Griffe auch bei sich selbst anwenden?

Ja natürlich! Im Buch gibt es ein extra Kapitel dazu. Für die Yoni-Selbstmassage gibt es auch besondere Liegepositionen, sodass frau ihre Yoni gut erreicht und gleichzeitig bequem und mit viel Bewegungsfreiheit liegt.

Und wie verändert sich dadurch die Selbstbefriedigung?

Yoni-Massagen sind für viele Frauen eine Inspiration „was alles so geht“, manche merken sich gleich die Griffe bei der ersten Yoni-Massage, die sie bekommen. Andere merken sich eher das Gefühl und finden ihre eigenen Wege dahin zu kommen, weil sie jetzt wissen, wonach sie suchen.

Das heißt nicht, dass jede Selbstbefriedigung jetzt immer eine XXL-Session wird, sondern dass es jetzt einen neuen Eintrag im Menü gibt.

Yella Cremer

Yella Cremer forscht und lehrt seit über 20 Jahren zum Thema Sexualität und Persönlichkeitsentwicklung. Sie ist eine Sex-Expertin, Speakerin und Autorin. Ihre Stärke ist es, wohlwollende Räume zu kreieren in denen Wachstum und Heilung geschehen kann. 

2012 gründete sie in Berlin die Liebes- und Sexschule LoveBase, die sie seit 2015 online weiterführt. Ihr erstes Buch erschien 2011, das dritte „Yoni-Massage – Lust, Heilung und Intimität“ folgte 2018.

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Mein erstes Mal: Rope Bondage

Gefesselter Frauenoberkörper

Seile finde ich faszinierend. Nicht an Schiffsmasten und auch nicht als Handykette, sondern auf nackter Haut. Deshalb buche ich einen „Conscious Bondage“-Kurs. Wie sich das wohl anfühlt, gefesselt zu sein? Begrenzt? Oder vielleicht eher frei im Reichtum der eigenen Gefühle? 

Im Moment erlebe ich Sex vor allem als Fülle. Als Fülle an Möglichkeiten, Stellungen, Fetischen und Rollen. Wer es sich erlaubt, kann (zumindest in Berlin) sehr viel Sexualität erleben. Zu zweit, zu dritt, in einer Beziehung oder polyamourös. Kuschelnd, raufend oder peitschend. Alles ist möglich, alles erlaubt.

Conscious Bondage

Shibari erscheint mir da wie das Gegenteil. Auf den ersten Blick ist die Bewegung eingeschränkt und man scheint dem Partner*in ausgeliefert zu sein. Doch andererseits ist der innere Raum weit offen und das Gegenüber tut, wonach man sich sehnt. Als wir den Kurs „Conscious Ropecoaching“ von Sonja (https://www.sonjareifenhaeuser.com) und Wera (www.sawashibari.com) buchen, bin ich noch voller Euphorie, beim Eintreffen in den Räumlichkeiten dann jedoch nur noch nervös. 

Doch die beiden machen es mir leicht. Sonja leitet zuerst einige Übungen an, damit wir vom Kopf in den Körper kommen. Mit fremden Menschen schaue ich mir tief in die Augen – minutenlang. Dann sollen wir fragen, ob wir tun dürfen, was wir wollen? Und auf das Okay des anderen warten. Ich will meinen Freund in den Arm nehmen, doch es kommt kein Okay. Also nehme ich die Arme wieder runter und wir blicken uns weiter an. „Spürt die Grenzen“, erklärt Sonja. „Eure und die des anderen“. Wir sollen lernen „Nein“ zu sagen, damit wir später „Ja“ sagen können, zu dem, was uns gefällt. 

Jute oder Hanf?

Die Stimmung ist nun locker – und ich auch. Dann werden die Seile herumgereicht. Jute oder Hanf? Hanf ist kuschelig weich, Jute hart und rau. Ich entscheide mich für das Erstere. Ein Basisknoten wird probiert und geübt. Gar nicht so einfach und so mancher knirscht frustriert mit den Zähnen. 

Und dann geht es los. Ich werde umschlungen und mit dem Seil eng und fest gezurrt. Ein Gefühl von Sicherheit und Loslassen baut sich auf. Beim Lösen der Knoten soll das Seil sanft über meine Haut gleiten, bis es wieder ganz bei meinem Partner ist. Das klappt noch nicht so gut, aber schon gut genug. Wir grinsen und spielen uns durch den Saal. Ich gehe weg, werde herangezogen, rolle mich auf dem Boden, werden zum Paket verschnürt. Gerade als der Kick im Kopf losgeht, löst sich der Knoten. Wir können uns vor Lachen kaum halten. 

Nach dem High kommt das Low

Nach einer Weile bin ich super glücklich, aber auch müde gespielt. Ich kuschel mich erschöpft an meinen Partner. Da reicht Sawa Süßes herum. „Beim Bondage schüttet ihr sehr viel Hormone aus“, erklärt sie. „Ihr seid dann richtig high.“ Doch Achtung auf das High folge oft ein Low. Da helfe nur in den Arm nehmen, streicheln, festhalten – und viel Schokolade. Was für ein Finish! Beherzt greife ich zu.

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Wie Online-Kongresse mein Leben bereichern

Vorneweg: Ich bin ein großer Fan von Online-Kongressen. Bei diesem Format kann ich mir kostenlos zu Hause am Laptop ganz viel Wissen zu einem Thema aneignen. Ich erlebe frei Haus inspirierende Menschen, andere Blickwinkel, Insiderwissen und auch schrullige Ideen. I love it!

Bei einem Online-Kongress werden für 1-2 Wochen jeden Tag etwa vier Video-Interviews mit Expert*innen zu einem Thema online gestellt. Ich bin dann zwar jeden Abend vor dem Laptop, dafür gibt’s das alles kostenlos und man bekommst so eine geballte Packung an Infos, Inspiration und erlebt spannende Visionär*innen. Wenn’s gefällt (oder du nicht alles geschafft hast), dann kaufst du dir einfach das Kongress-Paket und schaust dir alle Interviews in Ruhe (noch mal) an.

Ich bin erstmals als Speakerin dabei!!! Beim kommenden Tantra-Kongress werde ich darüber erzählen, wie ich nach dem Kaiserschnitt meine Wild Woman wieder entdeckt und erweckt habe. Demnächst geht es los. Hier kannst Du dich schon mal anmelden.*

Tantra Kongress

Weitere spannende Online Kongresse:

Am 19. Februar startet das Wise Womb Way Symposium. An acht Tagen bringt Veranstalterin Naomi Love über 30 internationale Speaker*innen, die über die Erweckung der heiligen Weiblichkeit sprechen, über radikale Ehrlichkeit, Brustheilung, die Zervix, Co-Abhängigkeit, Trauma oder Orgasmic Energy.

Die Kongresse laufen bereits:

Der Traumkarriere Frauenkongress von Daniela Schott. Etwa mit Melanie Vogel, dreifache Innovationspreisträgerin, seit 1998 passionierte Unternehmerin, mehrfache Buchautorin und erfolgreiche Initiatorin der women&work.

„Ich weiß selbst, wie es ist, wenn man zwar unglücklich in seinem Job ist, aber keine Ahnung hat, was man sonst machen sollte oder sich nicht traut, das gewohnte Spielfeld zu verlassen. Deswegen ist es mir ganz wichtig, dass du andere Frauen kennenlernst, die selbst auch in dieser Situation waren und es geschafft haben, trotzdem ihren Weg zu gehen“, erklärt Daniela ihr Motivation.

Der Awakening Leaders Kongress hat schon über 41.000 Teilnehmer*innen

„Ich habe die besten Expert*innen zum Thema authentisches Business & Leadership interviewt. Schon während der Interviews durfte ich unmittelbar erfahren, dass Transformation und Erwachen direkt durch die große Präsenz der Speaker passiert und welch enorme Bewegung dadurch für mich, für Dich und für alle Teilnehmer*innen entsteht“, sagt Veranstalterin Katharina. Lasse Dich inspirieren von der gelebten Weisheit von Thomas Young, Kurt Tepperwein, Bruno Würtenberger, Lea Hamann, Jacqueline Le Saunier, Bahar Yilmaz, Martin Weiß, Orlando Owen, Helmar Rudolph, Sabine Wolf, Sabrina Fox, u.v.m.

Der Blasenentzündungskongress

Jasmin und Özi Dogan hatten jahrelang Blasenentzündung. Bei ihrem Online-Kongress sprechen sie mit fast 40 Expert*innen zum Thema. Es gibt Wissen von Schulmedizin bis Alternativmedizin von Darmgesundheit, Umweltgifte und Stress bis Vitalstoffe und Persönlichkeitsentwicklung.

*Wir verwenden Affiliate Links

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Online-Dating: Nein, ich möchte dich nicht kennenlernen

Vielleicht können sich noch manche von euch an die Werbung erinnern, in der eine junge Frau an einem Mann vorbeigeht. Er zieht ihren Duft ein, schnappt sich ein paar Rosen, rennt ihr hinterher und schenkt ihr den Strauß. Der Slogan lautete damals: „Wenn Ihnen ein Fremder plötzlich Blumen schenkt, könnte das an Impuls liegen.“ 

Heute sieht das Datingverhalten vieler Menschen anders aus. Da wird der Partner fürs Leben oder wenigstens der nächste ONS (One Night Stand) nicht mehr in Clubs oder auf Partys gesucht. Das wird genau wie unsere Einkäufe online erledigt. Das hat natürlich viele Vorteile. Frau kann dadurch zahlreiche Männer – ohne viel Zeit in Gespräche oder gar ein Date investieren zu müssen, – auschecken. 

Hi, Lust auf hemmungslosen Sex?

Andererseits bleibt beim Onlinedating viel auf der Strecke. Sicher haben in der freien Wildbahn Anmachsprüche wie: „Hat es wehgetan, als du vom Himmel gefallen bist?“ einen endlosen Bart und lösen wenig Begeisterung aus, aber online geht’s schlimmer. Da kommt oft einfach nur „Hi!“ Manchmal auch: „Schönes Profil hast du“. Danach wird es schon dünn. Ausführlichere Texte klingen so inspirierend wie: „Hi, dein Profil gefällt mir. Ich finde dich sehr interessant und will dich kennenlernen. Hast du Lust, dich auf einen Kaffee zu treffen.“ Nein, habe ich nicht. Wenn der Sex mit dir so mitreißend ist wie diese Zeilen, verzichte ich lieber. Schließlich will ich auch im Kopf angekickt werden, bevor ich meinen Terminkalender überhaupt aufschlage. Und dann gibt’s noch diesen Kracher: „Hast du Bock auf hemmungslosen Sex?“! Ich frage mich dann immer, was soll eigentlich ‚hemmungsloser Sex’ sein? Was sich die entsprechenden Herren darunter genau vorstellen, konnten sie mir auch nicht erklären. 

Und dann kommt das Dick Pic

Sehr viel sagt auch der Profilname, des Mannes am anderen Ende der Tastatur aus. Da kommt dann eine Nachricht von einem vielsagenden Absender wie „Lustpur3000“ oder „geilerBerliner“. Wenn mir der einzige Zweck unseres Kennenlernens bereits auf dem Silbertablett serviert wird, sage ich lieber „Nein, danke“. 

Doch das Schlimmste kommt noch. Wenn es blöd läuft, erhält die „Angebetete“ direkt zur Begrüßung ein Foto vom Penis. Wahlweise mehr oder weniger erigiert. Jede Frau, die online aktiv war, kennt das Phänomen. Plötzlich ist es da. Das Dick Pic, um das wir nie gebeten haben. (Mehr über neue Begriffe beim Onlinedating findest du hier.) Und in 99,9 % der Fälle ist es hässlich, lächerlich, peinlich und wirklich nicht anregend. Und wenn wir ganz genau sind, ist das sexuelle Belästigung. Und ganz einfach ein K.-o.-Kriterium. Also die Herren, bitte wartet eine Aufforderung der Dame ab, dass sie sehen will, was Ihr zu bieten habt! 

In meinem langen Online-Leben habe ich drei Mal so eine Aufforderung erteilt. Und in einem der Fälle handelte es sich um einen Herrn mit wirklich tollem Körper und sehr schönem Penis. Es wäre fast zum Date gekommen. Denn ja, manchmal hat auch eine Frau Lust auf ein Sexdate. Trotzdem habe ich das Rendezvous kurz vorher abgeblasen. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass er nur was zum Wegstecken suchte und überhaupt kein Interesse an mir hatte. So geil war ich dann doch nicht.  

Wichtig ist, was am Schwanz dranhängt

In der Regel finde ich es viel wichtiger und interessanter, was an dem Schwanz dranhängt. Und dazu gehört ein Flirt, eine Konversation, viel Humor und ja, Interesse an mir als Person. Wer das nicht rüberbringt, hat schnell verloren. Wenn man(n) sich Erfolg bei der Dame der Wahl erhofft, lohnt sich ein Interesse erweckender Text. Er ist vergleichbar mit einem Bewerbungsschreiben. Die Herren müssen sich gut bewerben und verkaufen, die Damen habe schließlich die Wahl aus einem Meer an Männern. Da wird nur der, mit dem besten Profil, Foto und Text das Rennen machen. Im Tierreich ist es oft ja nicht anders. Da müssen die Männchen auch einen ordentlichen Balztanz aufführen. Das dürfen wir Frauen ja wohl auch erwarten. Männer, nehmt euch ein Beispiel!

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„Beim Sex einen Orgasmus zu haben, ist ein weibliches Grundrecht“

Laut einer Studie erleben 65 Prozent der Frauen beim Geschlechtsverkehr keinen Orgasmus. Gabriela Mann von „Mein Liebesleben“ ist Sex-Coach und hat es sich zur Aufgabe gemacht, das zu ändern. Hier erzählt sie von Scham, Schuld und Taubheit im Schoß – und wie sie das hinter sich gelassen hat.

Warum ist weibliche Sexualität voller Scham und Schuld?

In den letzten Jahrtausenden hatte die weibliche Sexualität quasi keine Autonomie. Ein Mädchen, aber auch eine Frau, konnte nicht selber über ihre Lust entscheiden, sonst wurde sie geächtet, bestraft oder sogar getötet. So hat sich die sexuelle Lust mit Scham und Schuldgefühlen gekoppelt. Darum unterdrücken viele Frauen ihre große sexuelle Kraft und das Erleben dieser zarten, guten, wilden Gefühle. Darüber hinaus wird sehr abwertend über die weiblichen Sexualorgane gesprochen, aber auch wie unser Brüste, Bauch, Po auszusehen haben. Das weibliche innere Selbstverständnis ist dadurch abtrainiert worden.

Gabriela Mann von „Mein Liebesleben“ by Oliver Betke

Wie wirkt sich das Deiner Erfahrung nach auf das Sexleben von Frauen aus?

Viele Frauen haben gar kein Gespür und Gefühl dafür, was sie eigentlich für Lustempfinden, Lustpotenzial und vor allem Kraftpotenzial im Beckenbereich haben. Da viele schon als Mädchen angefangen haben, diesen Bereich zu meiden, kennen sie ihren Intimbereich nicht genug und wissen gar nicht, was sich richtig gut und befriedigend für sie anfühlt. Demzufolge kennen sie auch ihre Grenzen nicht. Infolgedessen lassen sie in Liebesleben Dinge mit sich machen, die sich für sie gar nicht gut anfühlen und vor allem nicht orgastisch befriedigend sind. Sie tun es zum Teil dem Partner zuliebe und wissen nicht, dass sie sich dadurch jedes Mal leicht re-traumatisieren. Das führt letzten Endes dazu, dass die Vagina Jahre später komplett zumacht, gefühllos und gefühlstaub wird. Und dann haben diese Frauen verständlicherweise überhaupt kein genussvolles Sexleben mehr.

Warst Du auch davon betroffen?

Oh ja! Ich habe zwar kein traumatisches, sexuelles Erlebnis erleben müssen in meinem Leben und dennoch war ich total blockiert. Einfach durch die gesellschaftliche und auch religiöse Erziehung, dem emotionalen Wegsperren der weiblichen Lust. Als ich aufgewachsen bin, wurde ich für alles geschult: Violine, Flöte, Fremdsprachen, Abitur, Sport, Selbstverteidigung. Aber nicht ein einziges Mal hat mich eine Frau liebevoll an die Hand genommen und mir erklärt, wie ich als Frau sexuelle Gefühle in meinem Körper wahrnehmen darf und wie ich darauf achten kann. Es ging immer nur darum, als Mädchen kein „leichtes Mädchen“ zu sein, aber dennoch möglichst äußerlich attraktiv. Reinspüren in meinen Beckenboden, also in meine sexuelle Gefühlswelt, und mit einem Lächeln eine Regung darin wahrnehmen können und diese dann fließen lassen und ausdrücken dürfen, so eine Kommunikation gab es nie. Auch nicht in der Bravo. 

Was können betroffene Frau dagegen tun?

Sie können anfangen ihren Vaginalbereich und ihr Becken zu sensibilisieren. Dazu gehört, Verkrampfungen, die oft chronisch vorhanden sind, zu lockern. Nur so können sie wieder an die darunterliegenden weichen, sanften Gefühle kommen, die ihnen dann orgasmische Momente schenken. Dazu gehört, zu entdecken, was sich individuell am besten anfühlt und wie sie neue Autobahnen zum Orgasmus bauen können, anstatt kleine Trampelpfade zu haben, die nicht verlässlich für sie funktionieren. Natürlich müssen sie sich dann auch die psychischen Aspekte anschauen und in ihrem Stammhirn wieder ein Gefühl von Sicherheit, Loslassen und Autonomie in Verbindung mit Sexualität etablieren.  

Wie hilfst Du im Coaching diesen Frauen, in Ihre Kraft zu kommen?

Viele Frauen sind schon so erleichtert, wenn sie hören, dass sie nicht die Einzigen sind, die darunter leidet, beim Geschlechtsverkehr nicht zum Orgasmus zu kommen. Zu erleben, dass leider 65 Prozent* der Frauen aktuell noch mit dieser Problematik kämpfen, ist schon sehr traurig. Ich schaue mir als Erstes an, was die Frau im Moment noch davon abhält, beim Geschlechtsverkehr zum Orgasmus zu kommen. Meistens geht es darum, die eigene Empfindungswelt und die eigene Kraft im Becken und im Vaginalbereich kennenzulernen. Wenn meine Klientinnen erst einmal anfangen, dem Raum zu geben, verändert sich schon sehr viel. Sie haben dieses Organ einfach nicht bewusst aktiviert, so wie sie ja quasi beim Klavierspielen oder Basteln aktiv die Finger trainieren. Sobald sie wieder ein Gespür für die Vagina haben, ist es erfahrungsgemäß für sie auch viel einfacher, zum Orgasmus zu kommen.

Was hilft Frauen Deiner Erfahrung nach, sich besser spüren kann?

Eine Blockade ist, dass betroffene Frauen sich nicht trauen, tief zu atmen und Geräusche beim Sex zu machen. Damit verhindern sie, dass sich die Lust im ganzen Nervensystem ausbreiten kann und zu einer orgastischen Welle werden kann. Sie können schon einfach damit anfangen, dass sie sich mal eine Woche lang vornehmen, jeden Abend fünf Minuten lang in die Vagina reinzuatmen. So entsteht ein erstes Bewusstsein für den Schoß und dadurch werden die Nervenbahnen vom Gehirn zur Vagina stärker. Das führt mit der Zeit dazu, dass die Orgasmusfähigkeit wächst, weil aus einem Trampelpfad eine Autobahn im Nervensystem wird. 

Wie wichtig ist dabei das Thema Selbstliebe? 

Ohne Selbstliebe geht nichts im Leben. Das ist eine Grundvoraussetzung für ein glückliches Leben. Doch der erste Schritt für ein befriedigendes Liebesleben ist es, die Verantwortung dafür zu übernehmen. Ein falscher Glaubenssatz ist, dass der andere dafür verantwortlich ist, dass man sexuell befriedigt wird. Tatsächlich ist einer der häufigsten Aha-Momente meiner Klientinnen, wenn sie erleben: „Meine sexuelle Lust ist gar nicht abhängig vom Partner, sondern der Zugang dazu steckt komplett in mir!“.

Ist ein Geheimnis, sich mehr zu erlauben?

Ja, auf jeden Fall. Viele Frauen müssen sich erst mal erlauben, sich überhaupt mit der Vagina auseinanderzusetzen. Sie müssen sich erlauben, dass es ihr Grundrecht ist, beim Sex zum Orgasmus zu kommen. Sie müssen sich erlauben ihrem Partner zu sagen, dass sie den Sex mit ihm, als nicht befriedigend empfinden und dass sich etwas ändern muss. Sie müssen sich erlauben, dass ihre Sexualität genauso wichtig ist wie die Befriedigung des Gegenübers. Sie müssen sich erlauben, wütend zu sein, kraftvoll zu sein und sexy zu sein. 

Welche hindernden Glaubenssätze begegnen Dir bei Deiner Arbeit?

Viele Frauen denken, es liegt nur an ihnen und mit ihr stimmt was nicht. Das ist so traurig, weil viele Frauen jahrelang oder jahrzehntelang oder manchmal sogar ein Leben lang ein unbefriedigendes Liebesleben haben. 

Bei den Männern begegnet mir häufig noch der Glaubenssatz, dass es peinlich ist, wenn man an seiner Sexualität arbeitet. Ich habe viele Klientinnen, die ihre sexuelle Lust endlich entdecken und sie mit dem Partner teilen möchten. Doch leider sind dann viele Männer nicht bereit, über sich hinauszuwachsen. Dabei wäre es total der Gewinn für die Partnerschaft, wenn beide sich neu entdecken. Ein Mann kann schließlich auch multiple Orgasmen erleben.

Wie hast Du es geschafft eine lustvolle Frau mit jeder Menge Orgasmen zu werden?

Mein Learning war: Vagina anschalten, dann schaltet sich der Kopf automatisch ab! Genau das habe ich mit vielen Übungen praktiziert, die ich jetzt an meine Klientinnen weitergebe. Es gilt, so viel Lust in der Vagina zu entwickeln, dass der Kopf einfach loslässt, weil das Gehirn von der Vagina mehr Impulse bekommt und lieber auf die hört, als auf die kritische Stimme im Kopf.

* Es wurde 2017 eine US-Studie veröffentlicht, die an rund 52.500 Erwachsenen durchgeführt worden war, um herauszufinden, wie sich sexuelle Orientierung auf den Orgasmus auswirkt. Die Studie, die im Fachblatt „Archives of Sexual Behavior“ veröffentlich wurde, stellt fest, dass 86 Prozent der homosexuellen Frauen, 66 Prozent der bisexuellen, aber nur 65% der heterosexuellen Frauen beim Sex einen Orgasmus haben. Bei den Männern waren es hingegen 95 Prozent der heterosexuellen, 89 Prozent der homosexuellen sowie 88 Prozent der bisexuellen Männer, die nach eigenen Angaben normalerweise beim Sex einen Orgasmus haben. 

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Bondage für Anfängerinnen: Von Safe Word bis Seilstärke

Frau, die unter der Bluse Bondage-Fesselungen trägt

Viele Frauen haben Lust im Bett etwas Neues auszuprobieren. Gerne wie bei „Fifty Shade of Gray“ etwas aus dem BDSM-Bereich. Fesseln geht doch schnell und einfach? Doch bevor nun ein Seil im Baumarkt gekauft wird, haben wir Bondage-Experte Matthias T.J. Grimme zum Interview gebeten. 

Was tun, wenn der eine Partner Bondage ausprobieren will, doch der andere nicht?

Naja, das ist ein altes Problem, welches nicht nur für Bondage signifikant ist. Das fängt ja bei manchen schon bei Oral- oder Analsex an. Oder mit der Art, wie man angefasst werden möchte (ganz weich und zärtlich oder doch bestimmend und fest). Bondage ist ja ganz offiziell Teil der Verhandlungssexualitäten. Wenn die Beziehung offen ist, kann man sich ein*e Fesselpartner*in außerhalb suchen. Oder heimlich in ein SM-Studio gehen. Denn wenn jemand nicht will, kann man nichts machen, denn ohne Einverständnis geht’s nicht. Ich würde auf jeden Fall mal genauer gucken, was der Grund ist. Ist es ein Informationsdefizit, Angst wegen schlechter Erfahrungen oder etwas, was mit dem eigenen Rollenselbstverständnis nicht übereinkommt? Ich würde anbieten, ganz vorsichtig anzufangen. Vielleicht erstmal einfach nur die Hände festhalten oder ein Baumwolltuch um die Handgelenke schlingen, ohne einen Knoten zu machen. Also versuchen Kompromisse zu entwickeln.

Bondage-Spezialist Matthias T.J. Grimme

Bondage-Spezialist Matthias T.J. Grimme

Man hat sich geeinigt und will nun loslegen. Einfach starten oder zuerst einen Kurs besuchen?

Auf einer ganz vorsichtigen Ebene kann man natürlich einfach rumprobieren. Aber über kurz oder lang wird man feststellen, dass manches nicht so klappt, wie man es wollte. Dann sind natürlich Bücher und DVDs ein guter weiterer Schritt, aber am besten sind natürlich Workshops. Da kann es natürlich schwer sein, jemanden zu finden, dessen Angebote zu einem passen. Der eine lernt lieber in einer offenen, spielerischen Atmosphäre (wie sie meine Workshops bieten), die andere braucht ganz klare Regeln. 

Was klappt Deiner Erfahrung nach anfangs nicht so gut?

Meist fesseln die Leute die Hände zu fest und den Körper zu locker. Das heißt, die Hände zicken rum und am Körper rutscht die Fesselung. Gerade Neulinge können nicht abschätzen, was ein Problem ist und was normal (Seil drückt), daher herrscht eine große Unsicherheit. Da hilft nur regelmäßiges Nachfragen, ob alles in Ordnung ist. Damit wird dann auch keine Sicherheit vorgetäuscht, die noch nicht da sein kann.

Was geht gar nicht?

Auf Störungsmeldungen des gefesselten Partner nicht oder nicht adäquat – sprich sofort – reagieren. Den gefesselten Partner alleine lassen.

Das Bondage-Handbuch von Matthias T.J. Grimme
Das Bondage-Handbuch von Matthias T.J. Grimme

Was empfiehlst Du Deinen Newbies?

Vor dem Fesseln gemeinsam überlegen, wozu die Fesselung dienen soll: Bondage für Sex, für ein schickes Foto, als strenge Bewegungslosigkeit oder eher als tantrisches Erlebnis.

Grundsätzlich gilt, es ist immer besser sich erst zu informieren – etwa auf meiner Webseite – und dann losfesseln, damit die Session auch klappt.

Klare Absprachen treffen, wann die Fesselung beendet werden muss.

Sicherheits-Schneidewerkzeug wie EMT-Schere (stumpfe Spitze) bereit legen.

Übungs-Session und erotisches Fesselspiel nicht mischen. Entweder oder!

Wo bekommt man die Seile her – wohl kaum aus dem Baumarkt?

Zuerst sollte man sich entscheiden, welche Naturfaser am besten zu den gemeinsamen Wünschen passt. Baumwolle 8 Millimeter hohl geflochten für besonders gemütliche und kuschelige Fesselungen (und ist ohne Vorbereitung fesselfertig). Hanf und Jute gedreht in 6 Millimeter für alles, worauf man Lust hat, bis hin zu Hängefesselungen (aber die bitte erst nach Workshop-Teilnahme).

Gute SM-Shops bieten bearbeitetes Seil zum Fesseln an. Oft im Set: 7 oder 8 Seile zu jeweils acht Meter. In manchen Shops kann man auch Meterware kaufen (bei Baumwolle üblich). Hanf und Jute als Rohseil muss erst noch bearbeitet werden, dazu gibt’s Tipps sowohl auf meiner Seite als auch sonst im Netz.

Manche Seilshops (Segelbedarf – Baumärkte nur ausnahmsweise) bieten Hanfseil an. Achtung, nicht verwechseln mit Poly-Hanf, das ist Kunstfaser und sieht nur so aus, wie Hanf. 

Bitte beachten: Seil ist Verbrauchsware! Das heißt, es kann mit der Zeit kaputt gehen bzw. Fehler bekommen, die das Fesseln unsicher machen. Bei Einrissen im Seil sollte man das Seil austauschen.

Wie klärt man Grenzen? Was sind Safe Words und wie funktioniert die Ampel?

Jede*r hat seine Tabus, also Sachen, die nicht passieren dürfen. Außerdem haben wir alle Sachen, die eventuell gehen, bei denen wir aber nicht sicher sind. Und dann gibt’s natürlich Vorlieben. Manches ändert sich im Laufe der Zeit.

Auf ein Safewort muss man sich vorher einigen, denn damit muss man eine Session abbrechen können, wenn es zu viel wird. Ein Aktiver muss IMMER reagieren, wenn das Safewort benutzt wird. Also sofortiges Abfesseln und Beendigung der Situation.

Der Ampelcode differenziert: Grün heißt, alles ist gut, weitermachen. Gelb bedeutet, Achtung, langsamer machen, nicht so fest am Seil ziehen. Rot bedeutet Stopp, Situation beenden.

Was muss die/der Gefesselte bedenken – auch emotional?

Zuerst mal, muss man für sich schauen, ob die Person, von der man sich fesseln lassen will, auch vertrauenswürdig ist. Vielleicht sollte man vorher checken, was andere so erzählen.

Ansonsten kann Gefesseltwerden einen sehr tief berühren und damit auch eine Lawine von Gefühlen auslösen. Oder einen einfach nur geil machen. Oder beängstigen. Und man sollte sich bewusst sein, dass man auch gefesselt immer noch selbst für sich und sein Wohlbefinden verantwortlich ist.

Was muss der/die Fesselnde bedenken – auch emotional?

Wenn ich jemanden fessle, muss ich klare Absprachen haben. Darf ich außer dem Fesseln, den anderen auch sexuell berühren oder eher nicht. Gleichzeitig übernehme ich ein Stück weit Verantwortung für meinen Partner. Bondage soll sich ja gut anfühlen und da muss ich immer im Kontakt mit meinem Gegenüber bleiben, statt nur auf die Seiltechnik zu achten.

Das Bondage-Handbuch Spezial von Matthias T.J. Grimme
Das Bondage-Handbuch Spezial von Matthias T.J. Grimme

Was passiert emotional/sexuell im besten Fall?

Im besten Falle fühlt sich der Gefesselte sicher und geborgen in den Seilen. Manche macht es auch geil, sowohl die Passiven als auch die Aktiven können Lust bekommen auf direkte genitale Stimulation. Und hinterher hat man, wenn alles toll gelaufen ist, Lust auf mehr.

Und was im schlimmsten Fall – und was tut man dann?

Im schlimmsten Fall kann es zu einem emotionalen Absturz kommen. Dann sollte man, statt Schuldzuschreibungen zu machen, liebe schauen, wie man das beim nächsten Mal vermeiden kann, indem man anders fesselt oder achtsamer an die Session herangeht.

Ein anderer – meist als deutlich weniger schlimm erlebter – Fall ist, wenn irgendwas körperlich schiefgelaufen ist. Bei Hautabschürfungen Wunde versorgen. 

Bitte beachten: Bei Taubheit von Gliedmaßen, die länger als ein paar Stunden dauert, bitte den Arzt aufsuchen und ehrlich erzählen, wie es passiert ist.

Gehören Bondage und Achtsamkeit zusammen?

Gute Bondage ist für mich ein Teil von SM (oder BDSM), die nur funktioniert, wenn man sich selbst und dem Partner achtsam gegenüber ist. Auch wenn es vielleicht rauh, derbe und wild gelaufen ist, sollte man immer genau hinspüren. Und schauen, dass auch im Verlaufe der Session, die Einvernehmlichkeit erhalten bleibt.

Infokasten

Matthias T. J. Grimme aka Drachenmann, Autor des SM-Handbuches, des Bondage-Handbuches und des Japan Bondage Handbuches, Mitherausgeber des SM-Magazins Schlagzeilen. Mehr Infos und seiner Webseite Bondage Project  www.bondageproject.com und Schlagzeilen. www.schlagzeilen.com