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Meditieren für mehr Lust

Bondage, Dreier, Dauerorgasmen – viele Frauen empfinden einen enormen Leistungsdruck im Bett. Doch es geht auch anders: Achtsamkeit war für mich der Schlüssel zu besserem Sex.

Frauen lesen vielerorts über multiple Orgasmen, polyamouröses lieben oder BDSM, über Swingerclubs, Kuschelpartys oder über Pornos gucken mit dem Liebsten. Doch einige Frauen empfinden dann Leistungsdruck, mithalten zu müssen! Auch ich manchmal. Dabei hat doch jede Frau ihre ganz eigene Sexualität und es lohnt sich Expertin für sich selbst zu werden. Doch wie wird man seine persönliche Sexpertin? 

Meditieren für besseren Sex!

Seit ich meditiere, hat sich mein Sexleben nochmal verändert. Ich persönlich meditiere jeden Abend eine halbe Stunde. Kind ins Bett gebracht, gemütlich machen auf dem Sofa, Kopfhörer drauf und dann lausche ich einer geführten Meditation, die ich bei einem Workshop aufnehmen durfte. Für Anfänger*innen, Einsteiger*innen und Neugierige gibt es zahlreiche kostenlose Apps.

Meditieren ist erwiesenermaßen gut für Geist und Körper. Die tiefe Atmung durchblutet nicht nur Herz und Lunge, sondern auch die Vagina. Juhuuu. Und sorgt obendrein für ein Ende vom Kopfkarussell und vom To-Listen-Bullshit-Bingo. Und wenn’s oben endlich still wird, dann kann unten das Feuerwerk zünden: Kopf aus, Pussy an!

Lustvolle Zweisamkeit

Achtsamkeit macht also nicht nur Lust, sie verbessert auch die Zweisamkeit. Ganz bei sich, spürt man langsam immer besser, was es beim Sex braucht. Welche Berührung? Welche Stellung? Welches Tempo? Welcher innere Anteil sich zeigen will, ob die Wild Woman gelebt werden möchte oder die Verletzlichkeit? Man ist nicht mehr im Kopf, sondern im Körper. Man denkt nicht mehr, was es braucht, man fühlt es!

Ich kann nur raten: Lebe dein sexuelles Wesen aus, teste Fantasien, lies Blogs und probiere crazy Stellungen aus – und hol dir dabei Zerrungen und Lachanfälle. Gehe dabei ruhig aus deiner Komfortzone raus, doch tue das alles stets mit der besten Sexpertin an deiner Seite: dir selbst.

Den Sex, den du willst

Denn durch die Meditation entsteht mit der Zeit eine innige Verbindung mit sich selbst. Diese Verbindung ermöglicht ein immer tieferes Wissen und Erfühlen, was es beim Sex braucht (oder eben nicht) und das bringt Freude und Erfüllung ins wilde Treiben. Und dann hat man genau den Sex, den man möchte… Und davon möchte man dann garantiert immer mehr haben.

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Da muss ich erst meinen Mann fragen…

Da muss ich erst meinen Mann fragen
Frauen fragen häufig um Erlaubnis. Ob sie sprechen dürfen, führen dürfen oder sich einen Vibrator anschaffen dürfen. Ein Plädoyer für mehr Selbstermächtigung und Selbstfürsorge – auch beim (Solo-)Sex.

Neulich beim Plausch mit einer Bekannten gab es diesen seltsamen Moment. „Ist dieser Druckwellen-Vibrator wirklich so tolll“, fragt sie mich. „Meine Freundinnen kommen unter einer Minute zum Orgasmus“, sagt sie weiter.

„Ich habe noch einen Original verpackten Womanizer zu Hause. Magst du den haben?“, frage ich.

„Da muss ich erst meinen Mann fragen“, antwortete meine Bekannte.

WAAAAAS?

Ich bin geschockt. „Den Mann fragen?“ Warum? Fragt Dich Dein Mann auch, bevor er sich einen runterholt? Ich habe die Fragen dann doch nicht gestellt. Eigentlich schade. Ich habe sie auch nicht gefragt, was ihr Mann gegen ihren Solo-Sex einzuwenden haben könnte? Stattdessen habe ich mir viele Gedanken über ein wichtiges Thema gemacht: ERLAUBNIS.

Warum ist es selbst in Deutschland im 21. Jahrhundert für viele Frauen noch so schwer ihre Lust ohne Wenn und Aber auszuleben? Sich zu erlauben, sich zu befriedigen? (Das da das Wort FRIEDEN drin steckt, zeigt schon die Wichtigkeit.) Wir wohnen schließlich in einem Land und zu einer Zeit, wo Frauen so viele Freiheiten genießen wie kaum anderswo. Wählen, arbeiten und Auto fahren dürfen. Über ihren Körper und ihre Sexualität entscheiden können und Sex haben können, mit wem, wann und wie oft sie wollen. Auch mit sich selbst.

Solo-Sex ist Selbstfürsorge

Solo-Sex ist Quality Time mit sich selbst: Man spürt seinen Körper, fühlt seine Haut, genießt die Berührung und lässt die Energie fließen. Er erfüllt, tut gut und lässt einen strahlen. Er ist ein Geschenk an sich selbst – genauso wie eine Massage, ein Yoga-Retreat oder ein Museumsbesuch.

Solo-Sex ist ganz anders als mit einer Partner*in. Er steht nicht in Konkurrenz, sondern ist eine Bereicherung! Nicht nur für Singles, sondern auch für diejenigen, die in einer Beziehung leben. Erwiesenermaßen steigert Solo-Sex die Lust – und damit auch die auf andere Menschen.

Der Druckwellenvibrator ist ein interessantes Spielzeug 

Gerade für Frauen, die sich mit einem Orgasmus schwer tun, vielleicht sogar noch nie einen hatte, könnte dieses Gerät eine echte Bereicherung sein und zu völlig neuen, lustvollen Erfahrungen verhelfen.

Doch anscheinend hapert es manchmal noch mit der Erlaubnis und der Selbstermächtigung. Ich kenne das auch von mir selbst: Manchmal fällt es so schwer, mir zu erlauben in meine Kraft zu kommen, meine Wahrheit und meine Wünsche auszusprechen. Da ist die Scham, die Schuld oder die Angst als anstrengend, kompliziert, zu viel, zu wenig oder zu wild angesehen zu werden. 

Sexualität frei ausleben

Mein Trick ist es, mir immer mehr das zu erlauben, was mich glücklich macht; und immer mehr das wegzulassen, was mich nicht glücklich macht. Dafür muss ich ausschließlich mich selbst und nur mich um Erlaubnis bitten.

Mein ganz persönlicher Wunsch: Dass sich immer mehr Frauen erlauben, ihre Sexualität immer freier auszuleben. Dass keine Frau um Erlaubnis bitten muss und stattdessen lustvoll lebt – ob mit einem Partner, einer Partnerin, als Single oder mit einem Spielzeug.

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Die Krux mit dem Loslassen

Für guten Sex muss man loslassen können, heißt es oft. Da kann ich nur lachen. Sobald ich anfange loszulassen, wird’s nur noch lauter in meinem Kopf.

Seine Hände umfassen meine Hüfte, seine Küsse sind warm und weich. Ich will sie genießen. Sie schmecken so verheißungsvoll. Doch stattdessen bemerke ich die Staubschicht auf dem Bücherregal (Notiz im Kopf: Reinigungskraft Bescheid sagen), die Strumpfhose der Tochter, die geflickt werden muss, schiebt sich ins Blickfeld, genauso wie die Tagesdecke, die mal wieder in die Reinigung müsste. 

All diese To Do’s schreien mich an:

Sie schreien: Du kannst nicht loslassen! Erledige mich erst noch! Jetzt!„Schluss jetzt“, denke ich. Dann folgt mein Mantra: „Ich lasse jetzt los!“ Jetzt konzentriere ich mich darauf, nichts zu denken. Doch es ist wie mit einem rosa Elefanten. Je mehr ich nicht an alle die unerledigten Dinge denke will, desto mehr türmen sie sich in meinem Kopf auf. Die Wäsche! Der Geschirrspüler! Das Altpapier! Die Steuer! Und die Briefmarken, die noch gekauft werden wollen! Ich stöhne laut auf. Mein Mann versteht es falsch und zieht mir bereits das Shirt aus der Hose.

Ich fliehe ins Bad

„Ich will doch auch“, denke ich gefrustet. „Das kann doch nicht so schwer sein!“ Ich atme nun tief in mein Becken. Ich habe mal gelesen, das soll für Entspannung sorgen. Dabei zähle ich im Kopf beim Einatmen bis acht und beim Ausatmen auch. Mein Mann zieht mich ins Schlafzimmer. „Er ist schon soweit“, denke ich. Ich bin es noch nicht. Meine Hände sind kalt, meine Füße auch. Mein Kopf produziert nur noch Panikhinweise: „Achtung! Achtung! Lustkurve fällt“. Loslassen, warum klappt es bei mir nicht mit dem sch… loslassen. Zu den To Do’s in meinem Kopf kommen nun Vorwürfe. Ich winde mich aus seiner Umarmung und fliehe ins Badezimmer.

Dort lehne ich mich an die Tür. Ich bin frustriert, müde und genervt von mir selbst. Er ist so sexy, süß und ich habe Lust, aber mein Kopf lässt sich überhaupt nicht ausschalten. Ich wünschte, es gebe einen Knopf oder zumindest eine Pause-Taste für die Birne. Ich wasche mir die Hände und denke nach. Was könnte helfen? Was könnte mir gute Laune machen?

Die rettende Idee

Kurz entschlossen gehe ich ins Wohnzimmer und drehe Musik an. Ich fange an zu tanzen. Erst vorsichtig und unsicher, dann aber mit immer mehr Freude lasse ich die Tanz-Sau raus. Die Arme schweben, die Hüfte kreist, ich fließe von einer Bewegung in die nächste. Im Augenwinkel bemerkte ich, dass er in der Tür steht. Seine Anwesenheit macht mich an. Ich bewege mich sinnlicher, genieße mein exklusives Publikum, fühle mich wild, frei, lasziv und frivol. Mein Mann grinst breit. Ich drehe mich zu ihm und grinse zurück. Ich habe Lust. Lust auf ihn. Ich ziehe ihn heran und nun endlich sind alle To Do’s vergessen. 

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Diese Rituale helfen dir, deine Grenzen beim Sex zu wahren

Wie geht man damit um, wenn Grenzen beim Sex überschritten werden? Gute Frage! Hier zwei nützliche Tipps für Dich.

Vorneweg: Bei „Grenzüberschreitung“ ist weder Missbrauch noch Vergewaltigung gemeint, sondern die alltäglichen Grenzüberschreitungen, die beim Sex passieren können: zu früh, zu viel, zu schnell, zu hart. Kennst Du das? Man hat Sex, bevor man richtig feucht ist oder die Stöße sind so hart, dass es am Venushügel schmerzt? Kleine Verletzungen eben, die passieren, wenn der andere so richtig in Fahrt kommt und dabei ein bisschen die Achtsamkeit vergisst. „Nicht so schlimm“, denken viele Frauen. Doch diese kleinen Verletzungen können dazu führen, dass sich der Kopf einschaltet, man sich womöglich sogar verspannt und den Sex nicht mehr so richtig genießen kann.

Also was tun? Was sagen? Wenn ja, es wie sagen? Schließlich will Frau ja nicht als „Spaßbremse“ gelten. Wie kann man also seine Bedürfnisse anmelden, ohne den Sex zu bremsen, ohne den Partner ständig herumzudirigieren („Weiter rechts“, „Nein, so nicht“) und damit die Stimmung zu killen? Daher verrate ich jetzt zwei sinnvolle Tools, die beim Liebesakt helfen können.

Die Ampel: Rot – Orange – Grün

Ich empfehle gerne die Ampel-Regelung aus dem BDSM (Wikipedia erklärt „BDSM“ so: „Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism“). Gerade bei den „Fifty Shades of Grey“-Spielen kommen die Partner in Bereiche, wo Grenzen noch nicht klar sind und beim Sexspiel gemeinsam erkundet werden. Da hilft die Ampel: Grün steht für „Gefällt mir, mach weiter!“. Mit Orange sagst du, wenn du dir nicht sicher bist. Also: „Mach zwar weiter, aber nicht mehr/härter/schneller“. Das hilft Luft zu holen, reinzufühlen und zu erspüren, was mit dir gerade passiert und ob du die Erfahrung magst. Rot heißt natürlich „Stopp! Sofort aufhören!“.

Diese Ampel kann natürlich auch beim normalen Sex angewendet werden. So kannst du deinem Partner ganz einfach zu verstehen geben, wenn du mehr möchtest (grün), eine Pause brauchst (orange) oder wenn du etwas nicht magst (rot). Du musst nicht in den Kopf wechseln, viel reden, argumentieren oder dich erklären, wodurch ihr garantiert aus dem Spaß rauskommt. Sondern du fühlst, was es jetzt für dich braucht und sagst dann einfach: grün, orange oder rot.

So kannst du übrigens auch easy Neues ausprobieren. Während du gefesselt bist, dich in einer neuen Stellung ausprobierst oder ein Spielzeug zur Anwendung kommt, braucht es nicht viele Worte, um sich zu verständigen, sondern du kannst ganz im Kopf-aus-Modus bleiben und die Ampel anwenden. Dein Partner weiß dann genau, was du brauchst und ihr könnt weiter gemeinsam Spaß haben.

Wie sage ich ihm das mit der Ampel?

Oh mein Gott, wie soll ich das meinem Kerl erklären?, denkst du jetzt vielleicht. Glaub mir, ich weiß genau, wie du dich fühlst. Veränderungen im Bett zu besprechen, ist wirklich nicht so einfach. Tatsache ist aber, dass die kleinen Grenzüberschreitungen dazu führen, dass Frauen beim Sex oft nicht den Spaß haben, den sie haben könnten. Und etwas, was keinen großen Spaß macht, braucht man nicht! Willst du also ein besseres Sexleben, fängt es damit an, dass du Spaß hast, wahnsinnige Orgasmen und innige Gefühle erlebst, auf dass dein Körper den ganzen Happy-Hormon-Cocktail ausschüttet. Der ist dann wie Zucker für deine Seele – und du willst mehr und mehr und mehr davon. Erklär also schonend deinem Kerl: Better Sex = More Sex! Ich verspreche dir: Er wird begeistert die Ampel umsetzen.

Das Tantra-Ritual: Darf ich?

Das zweite Ritual stammt aus dem Tantra. Hier fragt der/die Partner*in immer: „Darf ich?“, bevor der Penis oder der Finger die Vulva berührt oder in die Vagina eindringt. Am Anfang kann das für den/die Partner*in sehr befremdlich sein, sich eine Erlaubnis holen zu müssen. Doch das Ritual hat zwei Vorteile. Zum einen ist dieser kurze Augenblick super wichtig. Schließlich kannst du dich nochmal fragen, ob du wirklich bereit bist? Sei ehrlich zu dir: Bist du erregt genug oder brauchst du noch eine extra Runde? Bist du feucht genug, ist deine Pussy also voll durchblutet und du kurz davor deine Rakete zu zünden? Beziehungsweise hast du wirklich Lust auf Penetration, diesen Kerl, jetzt?

Außerdem hilft dir diese kleine Frage, dich selbst zu ermächtigen: „Ja, ich will“. Sex passiert dann nicht einfach, sondern du bist die Königin, die ihrem Geliebten erlaubt, weiterzugehen. Du bestimmst über deinen Körper! Aber auch darüber, wann euer Spiel das Next Level erreichen darf! Du bist Gespielin, aber auch Königin. Fühlt sich gut an, oder?

Einige Frauen gehen sogar so weit, ihrem Liebhaber zu erlauben ihre Brüste anzufassen, sie zu küssen oder oder oder. Der Fantasie (und Selbstermächtigung) sind da keine Grenzen gesetzt 🙂

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Die Sache mit der Analmassage

Analmassage ist immer noch ein großes Tabuthema. Viele Frauen denken „igitt“ oder „aua“ beim Gedanken anal verwöhnt zu werden. Diesmal berichtet Heike Niemeier aus ihrer Praxis als Sexberaterin. Es geht weniger um den richtigen Umgang mit einer Analmassage, sondern: Wie kann eine Frau ihrer Skepsis und ihren Vorurteile begegnen und sie eventuell sogar abbauen.

„Schlechte und übergriffige Erfahrungen erzeugen bei mir Abwehr. Wenn es um ‚anal‘ in meinem Sexleben geht, bin ich immer auf Abwehr.“ So begann ein Gespräch mit einer Klientin.

Beim Gespräch mit ihren Freundinnen sagten die: „Das ist so intensiv“ oder „Da sind so viele Nerven, super erregend“. Aber es gab auch die andere Seite, die sagte: „Das tut weh“, „Das ist aber ekelig“ oder „Da schäme ich mich aber“.

Ich habe dieses Thema recht häufig in meiner Praxis zu Gast. Und fast immer ist es ein unerwünschter Gast, der mit vielen Vorurteilen und Klischees behaftet ist. Die gängigsten sind die, dass Analsex schmerzhaft ist und mit Kot in Zusammenhang gebracht wird. Analsex richtig praktiziert muss weder schmerzhaft noch in einer Welle des Kots enden. Das bedeutet in Kürze ausgedrückt: beiderseitiges Einverständnis, genügend Zeit und keine Hektik, viel Gleitgel, Kondome und ein Safeword, wenn die Grenze erreicht ist, über die niemand der Beteiligten gehen möchte.

Wie nähert man sich dem Thema?

Doch in diesem Artikel geht es mir nicht darum, Analverkehr zu erklären, sondern in erster Linie darum, dass etwas Negatives durchaus in etwas Positives verwandelt werden kann.

Eines Tages kam bei meiner Klientin der Wunsch auf, nicht mehr zusammenzucken zu müssen, wenn ein Mann ihren Po berührte. Selbst sanftes Berühren im Sinne von streicheln und massieren erzeugte schon ein Wegzucken ihrerseits. Zu der Zeit nämlich gab es einen Mann an ihrer Seite, der ihren Po schön fand und auch gerne verwöhnen wollte (verwöhnen im Sinne von berühren, streicheln und massieren). Da er dies kommunizierte und nicht einfach über sie hinweg ging, fühlte sie einen Freiraum zu agieren. Sie hatte das Vertrauen, sich mit ihm in diese Richtung wagen zu können.

Wie kann sie die Abwehrhaltung aufheben?

Ich empfahl ihr einen Analmassage-Workshop. Hier könnte sie in einem geschützten Raum erste positive Erfahrungen machen. Nachdem sie einen Workshop gefunden und gebucht hatte, war ich natürlich gespannt, welche Erfahrungen sie dort machen würde.

Später erzählte sie mir: Sie ist mit Herzklopfen, schweißgebadet und sehr aufgeregt zur vereinbarten Zeit hingegangen. Sie wurde sehr freundlich empfangen und teilte all ihre Ängste sofort mit. Das hatten wir gemeinsam bearbeitet und besprochen. Ihre Ängste wurden sehr ernst genommen und sie empfand nach kurzer Zeit Vertrauen. Sie blieb also und verabschiedete sich nicht sofort wieder.

Locker werden

Insgesamt waren acht Personen anwesend. Sie durfte sich eine Partnerin aussuchen. Gesagt, getan und erleichternderweise gefiel auch sie der erwählten Partnerin. Das Programm begann mit Tanzen zum Lockerwerden. Hier stellte sie sich die Frage: Ist dieser Workshop wirklich meiner? Danach stand in den Po atmen auf dem Plan. Sie war immer noch unsicher, ob es der richtige Workshop für sie sei. Doch sie blieb und dann ging es weiter. Schritt für Schritt wurden die Teilnehmer*innen in die Kunst der Analmassage eingeführt (Bitte in diesem Kontext nicht missverstehen 😉

  • mit warmen Tüchern den Po verwöhnen
  • erste Berührungen mit den Händen ausführen und Kontakt aufnehmen
  • erste Massage der Pobacken
  • schwarze Latexhandschuhe anziehen (die fand sie übrigens sehr sexy)
  • den Po mit Gleitgel einreiben und massieren
  • sich der Rosette nähern und massieren
  • und letztlich wird dann der Finger langsam von der Partnerin eingeatmet (bislang hatte meine Klientin in ihrer Abwehrhaltung immer gedacht, dass der Finger einfach in den Po gesteckt wird)

Ein kleiner Tipp: Niemals vom Po in die Vagina fassen. Das kann sehr schmerzhafte und unschöne Infektionen auslösen.

Eine kleine Leseempfehlung: „Make Love” von Anne-Marlene Henning und Tina Bremer-Olszewski

Ihr Mut wird belohnt

Alles geschah ganz langsam, entspannt und immer im beiderseitigen Austausch mit der Workshop-Partnerin. Zu jeder Zeit war es möglich, nein zu sagen und nicht weiter zu gehen. Der Kurs war zu Ende und nachdem sie noch einen Wein getrunken hatte, ging sie nach Hause und fand sich sehr mutig. Dem kann ich nur zustimmen.

Später hat sie mir berichtet, dass ihre Analmassage beim Partner großen Anklang fand und seine Erregung für sie ebenfalls sehr erregend war. Und sie hatte sogar den Mut sich auch von ihm anal verwöhnen zu lassen. Die ersten Berührungen und Massagen gefielen ihr. Sie konnte ihren Po als erogene Zone nun nicht nur wahrnehmen, sondern auch akzeptieren. Und sogar die Vorstellung von Analverkehr rückte in ihre Vorstellung. Wow, was für ein Schritt.

Ich freue mich sehr darüber und wünsche beiden weiterhin viel Spaß. Und ich finde es wunderbar, dass dieser Mann ihr den Raum und die Zeit dazu gegeben hat und auch weiterhin geben wird. Denn wichtig ist auch hier, wie immer, miteinander zu reden. Wünsche und Träume an das Sexuelle offen aussprechen zu dürfen, aber eben auch Verständnis zu zeigen, wenn es dann trotz eines mutigen Ausprobierens nicht den Vorlieben des anderen entspricht.

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Muss es eigentlich immer ein Orgasmus sein?

Viele Menschen richten ihren Blick sehr auf den Orgasmus und verpassen dabei oft das breite Spektrum von Sex. Sie warten ungeduldig auf den Höhepunkt, so sehr, dass sie die ganze Klaviatur von Streicheln bis Küssen nicht voll und ganz genießen können. Autorin Fehu fragt sich, ob nicht der Weg das eigentliche Ziel ist.

Kürzlich war ich auf einem Konzert. Im Saal herrschte eine Menge Vorfreude und Aufregung. Als die Band auf die Bühne kommt, klatschen alle und pfeifen. Die Vorfreude steigt, dann setzt der erste Song ein, das Publikum jubelt. Freudige Erregung schießt durch die Körper und steigt wie eine Flut mit jedem Song, nur um bei den ersten entspannten Klängen in ein wohliges und beseeltes Gefühl abzuebben. 

Doch noch ist es nicht vorbei: Die bekannten Hits der Band ertönen und bei allen schießt der Glückshormonpegel wieder nach oben und so geht es weiter, bis die Band zum Schluss ihren Mega-Hit spielt und alle voll durchdrehen. 

Blockieren wir uns selbst?

Während der ganzen Zeit habe ich gelacht, gekreischt, gefeiert, mitgesungen, getanzt und mich durch eine Vielzahl an menschlichen Gefühlen und Emotionen bewegt. Ich habe jeden Moment genossen – die lauten, aber auch die leisen, die wilden aber auch, die stillen. Warum erleben viele von uns Sex nicht genauso? Warum arbeiten viele beinahe verbissen auf den Orgasmus hin – und genießen die leisen Momente nicht? 

In meiner Arbeit und bei meinen Workshops werde ich immer mal wieder gefragt: „Wie kann ich den Orgasmus schneller erreichen?“ oder „Wie kann ich ihn überhaupt erreichen?“. 

Diese Fragen bringen es auf den Punkt: Viele Menschen richten ihren Blick so sehr auf den Orgasmus, dass sie das breite Spektrum von Sex verpassen. Sie warten ungeduldig auf den Mega-Hit am Ende des Konzerts, dass sie den ganzen Auftritt davor nicht genießen können. Womit natürlich total viel von dem, was erlebt und genossen werden kann, hinten überfällt. 

Ich weiß natürlich, dass der Mega-Hit, der Höhepunkt, für viele das Wichtigste ist, doch blockieren wir uns damit nicht von vornherein selbst?

Das ganze Erlebnis genießen 

Denn was wäre, wenn der Orgasmus nicht nur ein Punkt wäre, den es zu erreichen gilt und der als Barometer für guten, erfolgreichen, „richtigen” Sex gesehen wird? Was wäre, wenn wir das Wort Orgasmus neu belegen und alles, was wir während des Sexes erleben, als Höhepunkt sehen? Wie bei einem Konzert eben. Natürlich gibt es da Hits zum Mitgröhlen, aber auch Liebeslieder zum Mitschunkeln. Alle Stimmungen, Wendungen, Überraschungen, Be- und Entschleunigungen genießt und feiert man ab und genau das ist es, was uns in Ekstase bringt.

Genau darum geht es für mich: Keinem einzelnen Punkt oder einem Ende entgegenzueilen, sondern sich einer neuen Wahrnehmung zu öffnen. Das Bewusstsein darüber zu entwickeln, die ganze Fahrt zu genießen und als Höhepunkt zu feiern. Den Druck rauszunehmen, etwas erreichen und auf eine bestimmte Art und Weise funktionieren zu müssen. So können auch destruktive Gefühle verschwinden: Nicht gut genug sein, das „richtig” oder „falsch” machen, wenn wir das „Ziel“ gar nicht oder zu früh erreichen.

Den Fokus weg vom Orgasmus

Es kann um so viel mehr gehen, als nur das reine Kommen als orgiastisch wahrzunehmen. Das Wort orgiastisch leitet sich übrigens von dem Wort Orgie ab und kommt aus dem Griechischen. Etymologisch ist es seit dem 19. Jahrhundert belegt und bedeutet so viel wie: begeisternd, leidenschaftlich, ausgelassen, ohne Hemmungen, wild. 

Das Wort beschreibt also nicht nur den Zustand eines einzelnen Momentes, eines Höhepunktes, sondern vielmehr eines Zeitraums, der von Sekunden über Stunden oder sogar Tage dauern kann. Wenn wir unseren Fokus also weg vom Orgasmus hin zum orgiastischen Erleben wenden, bietet das den Raum für eine tiefere Fülle und unglaublich vielen, neuen Möglichkeiten. Und genau dazu sage ich: JA!

Entschleunigung is the key

Wie können wir also meiner Erfahrung nach orgiastischer leben? Vor allem: Die Dinge beim Sex erst einmal zu verlangsamen und tief ins Fühlen einzutauchen. Das Verlangsamen findet durch ein sich mehr Zeit nehmen statt und erlaubt, die Erfahrung dadurch noch mehr und ohne Druck auszukosten. 

So kann eine Forschungsreise mit sich selbst oder gemeinsam mit Partner*in entstehen. Was passiert und wie fühlt es sich an, wenn man Sex mit sich selbst oder anderen einfach mal in Slow-Motion und ohne Ziel – außer dem orgiastischen Genießen des Ganzen – erlebt? Was wenn man sich einfach mal das „Ziel” setzt keinen Orgasmus zu haben?

Um dann noch tiefer ins Fühlen zu gehen, lade ich Menschen gerne ein, sich mehr mit ihren Sinnen zu verbinden: schmecken, riechen, hören, sehen und fühlen. 

Raus aus dem Kopf, rein ins Fühlen

Eine gute Übung dafür ist, sich abwechselnd immer nur auf einen Sinn zu konzentrieren. Das kann auch außerhalb des Schlafzimmers gut geübt werden. Die Woche hat ja genug Tage, vielleicht widmet man den Montag einfach mal dem Riechen. Das kann dann so aussehen, dass die Aufmerksamkeit auf alle Gerüche, die einen umgeben, gelenkt werden. Oder einfach auch mal Sachen in die Hand nehmen und bewusst daran riechen – etwa das Telefon, die Haarbürste, die Flurwand, eine Kartoffel im Supermarkt oder einfach auch mal sich selbst – Hand, Arm, Knie, Zehen, Achseln und ja auch mal an der Vulva. 

Übungen mit den Sinnen holen einen direkt aus dem Kopf und rein ins Fühlen, was unseren orgiastischen Sex nur noch besser und erfüllter macht. „Die schönsten Orgasmen sind immer noch die, die wir geschenkt kriegen und nicht die, die wir erwarten”, sagt Göran Hielscher, Sexual Edutainment Coach & Speaker?

Und genau das finde ich auch! Denn wenn man das ganze Konzert genießt, ist der eine Mega-Hit am Ende gar nicht mehr so wichtig.

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Wenn Erwachsene rumtoben – ist Raufen das neue Kuscheln?

Veranstaltungen mit viel Körperkontakt boomen in Deutschland und finden in fast jeder größeren Stadt statt. Neben Swingerpartys sind seit einigen Jahren Kuschelpartys auf dem Vormarsch, doch der neueste Trend im Zwischenmenschlichen heißt: Raufen. Unsere Autor*in Jo hat eine Rauf-Party im Berliner „Insomnia” besucht und für uns herausgefunden, was eigentlich so sexy daran, sich mit anderen Erwachsenen zu raufen und zu balgen?

Als ich noch ein Kind war, gehörte Raufen nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Das lag an meinem tyrannischen Bruder, der mich fast täglich verkloppt hat, um zu zeigen wer der Stärkere von uns beiden ist und in der Geschwisterhierarchie das Sagen hat. Ich musste also lernen, mich zu verteidigen und einige kleine Tricks wie kneifen, beißen, an den Haare ziehen oder kitzeln anwenden, um halbwegs meine Ruhe zu haben.

Später habe ich mit meinen eigenen Kindern liebevoll und aus Spaß rumgebalgt. Das war manchmal ziemlich akrobatisch und hat führte einmal zu einer üblen Nasenbeinprellung, als mein damals sechsjähriger Sohn, den ich auf meinen Füßen balancierte, auf meinem Gesicht landete.

Regelmäßige Rauf-Events in Berlin

In Berlin sind der Playfightclub, die PlayFightClique und der Sensual Fightclub die wichtigsten Adressen. Playfighten ist vergnügliches Kämpfen, Kräftemessen, Herumtollen und Spielen. Ich würde es aber eher als Körperarbeit denn als Kampfsport bezeichnen. Es zieht Singles und Paare an. Singles nutzen die Gelegenheit des intensiven Körperkontakts ohne den Druck, den sexuell angelegte Begegnungen meistens mit sich bringen. Paaren dient das Raufen als neue körperliche Erfahrung auf der Beziehungsebene oder um unbeschwert und einvernehmlich Körperkontakt mit anderen austauschen zu können.

Wie läuft eine Raufparty ab?

Den „Sensual Fightclub“ habe ich jetzt bereits zweimal besucht und schon beim ersten Mal festgestellt: Raufen löst bei mir niedere Instinkte aus. Das hat mich überrascht und ein wenig erschrocken. Aber es hat mich auch richtig energetisiert!

Der „Sensual Fightclub” wird von bis zu fünfzig raufwilligen Erwachsenen jeglichen Alters und Geschlechts und jeder körperlichen Statur und Fitness besucht. Da er als externe Veranstaltung alle 6-8 Wochen im Insomnia und nicht in einem Dojo stattfindet, ist die Raumatmosphäre wie in einem Club. Der Boden ist mit dünnen Matten ausgelegt, es gibt keine Absperrung und der Raum ist gut belüftet, also auch kein alter Sporthallen-Mief, nach Käsefüßen und Staub. Es gibt drei Spielbereiche, in denen aus Sicherheitsgründen jeweils nur ein Paar oder eine Gruppe raufen darf. Bereits im Laufe des ersten Abends habe ich mir einen Ruf als echte Raufboldin „erkämpft“. Sollte diese wilde und andere Menschen herumwirbelnde Furie tatsächlich ich sein? 

Bin ich wirklich eine Raufbold*in?

Mit der Absicht, über das Raufen zu berichten, habe ich mich bald darauf ein zweites Mal aufgemacht, um dieses Mal mehr mit anderen Besuchern ins Gespräch zu kommen und mit einem berichterstattenden Blick teilzunehmen. Natürlich war ich auch neugierig, ob sich meine Instinkte beim zweiten Treffen genauso zeigen würden oder ob ich in einer anderen Stimmung ein anderes Raufverhalten an den Tag legen würde.

Ich bin also mit einem gedanklichen Fragezeichen zum zweiten Mal zum „Sensual Fightclub” gegangen und habe mich zusammen mit etwa 40 weiteren Raufwilligen im Basement des Clubs wiedergefunden. Trainer Stephan hat uns ein paar Regeln ans Herz gelegt: achtsamer Umgang, nicht treten, hauen, beißen, kratzen oder die Gelenke überdrehen… Also sich und andere nicht absichtlich verletzen. 

Erst aufwärmen, dann ab in den Ring

Es ging los mit ein paar Aufwärmübungen und Gruppenspielen, bei denen es mehr um Körperkontakt, Zusammenspiel und Harmonie geht. Dann war es soweit: Die drei Mattenbereiche wurden eröffnet. Nur ein Kampf pro Matte. Gekämpft wird solange, bis einer abklopft, man sich anderweitig verständigt aufzuhören oder eine Pause einlegen will.

Ich rechnete mir angesichts der großen Gruppe schlechte Chancen aus, mich einigermaßen auszupowern. Daher ich ergriff die erstbeste Gelegenheit, schnappte mir eine Freundin und wir legten los. Einmal taktieren, ansetzen und zack saß ich über ihr und hielt ihre Arme hinter den Kopf. Sie hüpfte unter mir wild herum und versuchte mich abzuschütteln. Vergeblich. Mein wöchentliches Krafttraining zahlt sich aus.

Die Kampfstile sind bemerkenswert unterschiedlich. Katzenhaftes umeinander herum tänzeln, krasses und bestimmt schmerzhaftes Ringen zweier muskelbepackter Männer, Freundschaftsduelle und erotischer Fastbeischlaf. Und lass es Dir gesagt sein: Das Zuschauen ist auch sehr spannend! Doch noch mehrfach bekam ich Gelegenheit zum Raufen. Zweimal heftiger, wobei das eine Mal mit einem stämmigen Mann unangenehm wurde. Der war nämlich kein bisschen achtsam und wir brachen den Kampf wegen „falscher Energien“ (seine Worte) vorzeitig ab.

Blind fühlt man mehr!

Zweimal habe ich sogar mit verbundenen Augen gekämpft. Das hat sich toll angefühlt. Viel vorsichtiger und harmonischer als sehend. Viel ertasten, langsam den anderen wahrnehmen und eine gemeinsame Körpersprache finden. Für mich war es etwas zwischen kuscheln und Tango tanzen (hier spricht die neu entdeckte Leidenschaft für Tango Argentino aus mir). Blindkämpfen unterliegt zudem einer gruppendynamischen Verantwortung. Die Zuschauer müssen ebenfalls aktiv sein, indem sie aufpassen, dass die Kämpfenden die gepolsterte Arena nicht verlassen oder sich an Wänden verletzen. Ich habe mich aufgehoben und sicher gefühlt. Eines der Paare hat sich nach einem Blindkampf für den Rest des Abends zum Kuscheln zurückgezogen.

Einmal habe ich mit meiner Freundin gegen einen Mann gekämpft. Das habe ich im Verlauf des Abends mehrfach beobachtet: Zwei oder mehrere Frauen kämpfen gegen einen Mann. Den Kerlen scheint das besonders zu gefallen.

Körperarbeit, Emotionen und was ist eigentlich mit Sex?

Über mich habe ich einiges gelernt: Körperarbeit setzt Emotionen frei, gute und schlechte. Ich konnte lachen, Spaß haben, Aggressionen dosiert freilassen oder erotische Schwingungen austauschen. Nach dem Raufen ging es mir an beiden Abenden gut. Ich war entspannt und ausgepowert. Ich hatte zwar einige Blessuren, aber das mag an meiner eitlen Weigerung gelegen haben Knieschoner zu benutzen und natürlich an meiner offensiven Art zu kämpfen.

Und dann bleibt am Ende noch die Frage nach dem Sex: Beim „Sensual Fightclub” fliegen bei einigen die erotischen Funken. Ich denke, es kommt auf die Intention an, mit der Frau oder Mann zum Raufen kommt. Wenn ich aus meinen Raufbegegnungen eine erotische Erfahrung machen möchte, finde ich zukünftig bestimmt eine Gelegenheit. Manche Paare entdecken eine neue Form von Körperlichkeit und ich kann mir gut vorstellen, dass der Sex dadurch eine Bereicherung erfährt, vielleicht eine neue Spielart. 

Meine Sexualität hat sich durch das Raufen nicht grundsätzlich verändert. Es gab aber danach schon Momente, in denen Raufen beim Sex mit eingeflossen ist und das war spannend, hängt aber sehr von der Bereitschaft der Partner*in ab, sich darauf einzulassen.

Mein Fazit: Ich werde bestimmt keine leidenschaftliche Playfighterin, die keine Raufgelegenheit auslässt, aber ab und zu, werde ich mich bestimmt mal blicken lassen.

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Online-Dating: Die wahre Bedeutung hinter Emojis


Der erste Kontakt zu dem potenziellen neuen Partner fürs Leben findet in der Regel ersteinmal über soziale Netzwerke oder andere Online Channels statt. Vor dem ersten persönlichen Treffen wird also erstmal fleißig gechattet. Beide Seiten wollen so witzig und locker wie möglich rüberkommen. Zum Glück gibt es Emojis, die verschiedene Emotionen ausdrücken möchten.

Aber Vorsicht: Verwendet man die kleinen Bildchen an der falschen Stelle oder in einer komischen Kombination, kann es hier häufig zu Missverständnissen führen und ihn oder sie möglicherweise sogar vergraulen. Damit es auch wirklich zu einem Date kommt, erklärt das Experten-Team, der Slowdating App Once, wie Emojis richtig einzusetzen sind. (Texte zum Thema Online Dating und welche Apps sich bewährt haben, findet ihr hier bei Happy Vagina. )

Sie sind die Klassiker unter den Emojis. Die verlegenen, kleinen Äffchen, die sich je Augen, Ohren und Mund zu halten. Alle drei kann man problemlos in jeder Situation verwenden. Sie verleihen jedem Argument und jeder Frage immer noch einen unschuldigen, süßen Charakter. Mit Sicherheit wird dem Schreibpartner dabei ein kleines Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Er ist einer der beliebtesten Smileys unter den über 2000 Emojis. Wer verwendet den „Hey, whats up?“-Emoji nicht gerne? Er verschafft jedem Text einen lockeren Charakter und sorgt in bestimmten Zusammenhängen auch für die gewisse Sexiness. Mit ihm kann man neckischen Worten einen sympathischen Touch verleihen und dem Gegenüber auf humorvolle Art sagen, wie gerne man ihn hat.


Oh oh! Aufpassen! Der Zungensmiley ist mindestens genauso frech, wie der „Hey, whats up?“-Emoji, kann allerdings auch etwas zu direkt wirken. Vor allem wenn man ihn mit dem Peace-Zeichen kombiniert. Besonders Frauen fühlen sich bei diesem Duo schnell auf den Schlips getreten. Das Once-Experten Team rät: Lieber erstmal ein bisschen abwarten und ihren Schreibstil und Humor austesten….


Wie zum Beispiel hiermit. Ab und zu ist eben auch das Böse das, was uns anzieht. Deswegen ist der verschmitzte Teufel-Emoji perfekt dafür geeignet, um Nachrichten den gewissen Badboy/girl Faktor zu verleihen. Möchte man seinen Flirt aus dem Konzept bringen, fügt man noch einen Blumenstrauß hinzu. Das hat dann etwas von Good Girls gone Bad. 

Der unscheinbare Engel-Emoji sieht zwar aus wie das Gegenteil zum kleinen Teufel, doch der Schein trügt. Er lässt sich perfekt für eine ironische, sexy Message beim flirten anwenden. Das Motto hier: „Eigentlich bin ich ganz lieb, aber ich kann auch anders“. Wer kann dazu noch Nein sagen? Am besten macht sich der Emoji in Kombination mit einer Bitte. Da kann sicher niemand widerstehen.

Diese Kombination eignet sich auch nur für fortgeschrittene Schreiber. Der Flirt ist einfach so heiß und man findet sich einfach zum Anbeißen? Dann sollte man es den anderen auch wissen lassen, indem man den Sabbermund mit sexy Lippen verknüpft. Er wird sich sicher freuen und vielleicht ein verschmitztes Lächeln zurück schicken. 


Wer wünscht sich nicht, dass jemand für einen ans Ende der Welt geht? Mit der Weltkugel und dem Runner lässt sich diese Botschaft perfekt vermitteln. Zugegeben, der Flirt muss sicher erst noch einmal nachdenken. Aber sollte der Kontakt schon eine Zeit lang bestehen, kennt man sich bestimmt schon ein wenig und wird nicht alles sofort ernst nehmen. Oder eben doch? So oder so, tut man seinem Schreib-Partner mit dieser Messeges etwas Gutes.

I like you like craaaaazy: Der Herzchen-Augen-Emoji ist ebenfalls ein Klassiker unter den Flirt-Emojis und vermittelt dem Gesprächspartner ein positives Gefühl. In Kombination mit dem Crazy-Emoji wird das transportierte Gefühl zu einer kleinen sympathischen Liebeserklärung.


Ganz egal ob damit gemeint ist „Ich hab ein Auge auf dich geworfen“ oder „Ich kann meine Blicke nicht von dir abwenden“, man zeigt seiner Liebschaft, dass man sehr großes Interesse an ihr oder ihm hat: Wer hört das nicht gerne? Also los geht’s!

Und wenn man kein Freund der großen Worte ist und lieber gleich das erste oder ein nächstes Treffen einläuten möchte, dann kann man gleich mit einer Einladung ins Kino starten, die diese Kombination von Emojis unverkennbar signalisiert. Er/Sie wird sich garantiert freuen. 

Zettelchen schreiben ist out? Hier kommt die digitale und viel modernere Version von: Willst du mir mir gehen? Oder willst du mit mir Zusammen sein? 

Klar ist, je kreativer die Emojis sind desto leichter fällt der Einstieg in das Gespräch und umso schneller ist das Eis gebrochen. Dabei sollte darauf geachtet werden, nicht übertrieben viele Emojis einzusetzen, um den anderen nicht abzuschrecken. Aber an der richtigen Stelle können sie auf jeden Fall für ein lockeres Gespräch sorgen, das dann Lust auf das erste oder weitere Treffen macht. Also, ran ans Emoji-Game!

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Online-Coaching gegen sexuelle Lustlosigkeit

Sexuelle Unlust ist ein Tabuthema. Dabei ist Lustlosigkeit im Bett für viele Frauen kein unbekanntes Problem. Zwei Psychologinnen entwickeln nun ein Online-Programm, um Frauen bei sexueller Lustlosigkeit zu helfen.

Die beiden Psychologinnen Julia Velten und Milena Meyers arbeiten am Lehrstuhl für klinische Psychologie und Psychotherapie an der Ruhr-Universität Bochum. Sie haben ihr Wissen für die MiSelf-Studie gebündelt. Damit wollen sie dem Thema sexuelle Unlust bei Frauen auf den Grund gehen. Gleichzeitig bieten sie aber auch ein Online-Programm an, das Betroffenen helfen soll. 

Wie viele Frauen sind laut bereits bekannten Studien von dem Problem „sexuelle Unlust“ betroffen?

Wichtig zu wissen ist zunächst, dass im Bereich der sexuellen Probleme, im Speziellen bei der Lust auf Sex, sehr viele Frauen „betroffen“ sind. Das individuelle Verlangen ist von vornherein bei jeder Frau sehr unterschiedlich ausgeprägt. Diese Schwankungen und Unterschiede sind jedoch vollkommen normal. 

Von einem sexuellen Problem oder gar einer sexuellen Funktionsstörung sprechen wir erst dann, wenn Frauen stark darunter leiden, wenig oder kein Verlangen zu haben. Insbesondere dann, wenn sie auch andere Phasen von sich kennen oder sich für sich selbst und ihre eigene Sexualität so leben zu können, wie sie möchten, etwas anderes wünschen würden. Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen unterscheiden dabei sexuelle Probleme und sexuelle Funktionsstörungen. Sexuelle Probleme sind Einschränkungen in der Sexualität, die oft auftreten, aber vorübergehend sind. Damit sind zum Beispiel Veränderungen in der Lust auf Sex gemeint. 

Aus Studien wissen wir, dass eine große Zahl von Frauen über die Lebensspanne Probleme mit ihrer Sexualität erleben. Studien gehen dabei von Zahlen zwischen 30 – 67 Prozent aus. Vermindertes sexuelles Verlangen ist dabei tatsächlich das häufigste Problem bei Frauen (20 Prozent Jahresprävalenz). Eine tatsächliche Funktionsstörung, in dem Sinne, dass therapeutischer Behandlungsbedarf bestehen kann, erleben circa 6 Prozent der Frauen in ihrem Leben.

Julia Velten, Milena Meyers
Julia Velten, Milena Meyers (re.) / RUB, Marquard

Wie kommt es zu diesen hohen Zahlen?

Diese hohen Prozentzahlen haben tatsächlich ganz verschieden Gründe. Lust auf Sex und sexuelles Verlangen schwanken einerseits über verschiedene Lebensphasen hinweg oft sehr stark. Andererseits ist die Sexualität oft der erste Lebensbereich, der unter Stress oder bei Veränderungen und großen Anstrengungen im Leben (Schwangerschaft, Jobwechsel, Prüfungsstress usw.) als Erstes leidet. Oft wird den eigenen sexuellen Bedürfnissen weniger Raum eingeräumt und die Achtsamkeit für Veränderungen in diesem Bereich fehlt. So fällt oft zunächst gar nicht auf, wenn weniger Lust auf sexuelle Aktivität besteht.

Was gibt es bereits für Hilfsangebote für Betroffene? Und werden die genutzt?

Es gibt schon viele erprobte, sexualtherapeutische Angebote, die auf Konzepten und Ansätzen der kognitiven Verhaltenstherapie basieren. Wir wissen aber auch, dass achtsamkeitsbasierte Programme für Frauen mit sexuellen Problemen sehr hilfreich sein können. Mit Achtsamkeit ist dabei ein auf die Gegenwart ausgerichtetes, nicht wertendes Wahrnehmen eigener Gefühle, Gedanken und Körperempfindungen gemeint. Leider gibt es aber nur wenige (in jedem Fall nicht genug) gut ausgebildete Sexualtherapeut*innen. 

Hinzu kommt, dass therapeutische Angebote für Paare in Deutschland nicht von den Krankenkassen übernommen werden und auch, dass es kaum bekannt ist, dass es therapeutische Angebote für sexuelle Probleme gibt. Hinzu kommt dann natürlich, dass es für viele Betroffene schwierig ist, Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen, weil Sexualität immer noch ein Tabuthema ist. Es wäre also gut, Frauen ein Angebot machen zu können, das leichter zugänglich und mit einer niedrigeren Hemmschwelle verbunden ist.

Ihr wollt nun mit Eurer MiSelf-Studie (https://www.miself-studie.deherausfinden, ob Frauen Online-Programme besser helfen, da diese niedrigschwellig, anonym und ortsunabhängig zugänglich sind. Was für Probandinnen sucht ihr noch für die Studie? Wie kann man sich bei Euch melden?

Für unsere Studie suchen wir Frauen jeden Alters, die seit einiger Zeit geringes sexuelles Verlangen bei sich feststellen und die darunter leiden. Dabei ist für uns egal, ob sich die Frauen in einer Partnerschaft befinden oder nicht. Auch die sexuelle Orientierung spielt überhaupt keine Rolle.

Trotzdem habt ihr bereits ein kostenloses Online-Hilfsprogramm entwickelt. Was bekommen Betroffene da für Hilfe?

Wir haben zwei Varianten des Programms entwickelt, die wir ein wenig miteinander vergleichen wollen, um festzustellen, welcher Ansatz für welche Frauen hilfreich ist.

Einerseits gibt es das COPE-Programm, bei dem es darum geht, negativen Gedanken in Bezug auf Sexualität auf die Spur zu kommen und sie zu hinterfragen. Andererseits bieten wir mit dem MIND-Programm einen achtsamkeitsbasierten Ansatz, bei dem es darum geht, dass die Teilnehmerinnen in Achtsamkeitsübungen ihren eigenen Körper und dessen Empfindungen neu erfahren.

Die Teilnehmerinnen erhalten dann – und das ist das Gemeinsame an beiden Programmen –  in einem achtwöchigen Programm die Möglichkeit selbständig insgesamt acht Lektionen online zu bearbeiten. In den Lektionen werden einerseits Informationen zu Sexualität und sexuellen Problemen gegeben und es gibt viele Möglichkeiten sich mit der eigenen Entwicklung auseinanderzusetzen. 

Ein weiterer wichtiger Baustein des Programms sind Sensualitätsübungen, mit denen es darum geht allein oder mit einem Partner der eigenen Körper und die eigenen sexuellen Wünsche und Vorlieben genauer erkundet werden können. Die Teilnehmerinnen sind dabei nicht allein, sondern werden von einer persönlichen eCoachin durch das Programm begleitet, die auch nach jeder Lektion eine Rückmeldung gibt und über eine Nachrichtenfunktion kontaktiert werden kann.

Wie kann ein neuer Fokus auf den eigenen Körper, Frauen helfen, in ihre Lust zu kommen?

Die Fähigkeit, den eigenen Körper und körperliche Empfindungen nicht wertend wahrzunehmen, kann sehr dabei helfen, eigene Bedürfnisse besser kennenzulernen und für körperliche Empfindungen und Veränderungen sensibler zu werden. Der Fokus auf das Hier und Jetzt kann während sexueller Begegnungen oder Erlebnissen dabei helfen, auf die eigenen Bedürfnisse besser zu achten und sich nicht durch Gedanken oder Sorgen ablenken zu lassen. So ist es besser möglich ganz in der Situation und bei sich zu sein und sich weniger Gedanken um Anderes zu machen.

Beschreibt mal einige Übungen genauer …

Die Übungen sind Schritt für Schritt aufeinander aufgebaut. Eine der Übungen ganz zu Beginn legt den Fokus auf die Erkundung des eigenen Körpers. Dabei geht es darum, die Vulva mit den eigenen Händen zu erkunden. Allerdings geht es zunächst überhaupt nicht um die Herstellung von Erregung. Im Anschluss gibt es dann weitere Übungen, bei denen mit der eigenen Erregung experimentiert wird, z. B. indem die Teilnehmerinnen verschiedene Formen der Stimulation ausprobieren. Dabei ist jedoch wichtig zu wissen, dass jede Frau auf ihr eigenes Tempo achtet und schaut, wie sich die Übungen für sie entwickeln.

Sind diese sensitiven Übungen immer schön anzufühlen oder steigt da nicht auch Wut, Scham, Ekel auf?

Natürlich sind die Übungen erst einmal ungewohnt, sodass Scham und Angst zu Beginn eine Rolle spielen können. Jede Teilnehmerin darf und soll dabei aber auf sich selbst achten und eine Übung nur dann machen, wenn sie sich wirklich bereit fühlt. Andererseits ermutigen wir auch dazu, Dinge auszuprobieren und Neues zu wagen. Starke Emotionen sind für uns vor allem ein Zeichen das Tempo zu verlangsamen und für sich selbst zu schauen, welche Bewertungen und Befürchtungen vielleicht gerade eine Rolle spielen könnten. Dabei werden die Teilnehmerinnen auch von ihrer eCoachin unterstützt.

Wie helfen diese negativen Gefühle bei der Heilung?

Emotionen sind mit Bewertungen verbunden, die ja erst dazu führen, dass bestimmte Gefühle entstehen. Wir interessieren uns mit den Teilnehmerinnen für die Befürchtungen und Gedanken, die eine Rolle spielen und versuchen ein Angebot zu einem anderen Umgang damit zu machen. Also kann man sagen, dass die Auseinandersetzung mit unangenehmen Gefühlen und mit den Gedanken und Bewertungen, die diese Gefühle entstehen lassen, hilfreich ist. Wenn man eigene Befürchtungen und gedankliche Muster hinterfragt, ist man auch bereit Neues auszuprobieren.

Wie gut ist sexuelle Unlust heilbar?

Bisherige Therapieangebote im einzeltherapeutischen Rahmen zeigen sehr gute Behandlungserfolge. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit der eigenen Lust auseinanderzusetzen, wenn man sich eine Veränderung wünscht.

Was wünscht Ihr Euch von eurer Studie?

Gerade die weibliche Sexualität und Lust sind lange vernachlässigt worden. Wir würden gerne mit unserer Studie dazu beitragen, dass sich die Behandlungsangebote für Frauen, die oft unglaublich stark unter ihrem verminderten sexuellen Verlangen leiden, verbessern. Für uns ist dabei wichtig, dass wir Frauen ein gut erprobtes Angebot machen können, dessen Wirksamkeit gesichert ist. Das möchten wir mit der Studie gerne erreichen. Langfristig würden wir uns wünschen, dass wir so dazu beitragen, dass betroffene Frauen unkompliziert und schnell Hilfe finden und so frühzeitig die Möglichkeit haben, sich mit ihrem Problem auseinanderzusetzen.